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Die letzten Jäger und Fischer

Verbreitung der Ertebølle-Kultur (Grafik M. Wagner, LaKD M-V).

Die in der Wismarbucht gefundenen Werkzeuge aus Feuerstein, Geweih, Knochen und Holz gehören vor allem der archäologischen Zeitphase der Ertebølle-Kultur an. Sie ist in Norddeutschland überwiegend an der Ostseeküste sowie in Dänemark und Südschweden verbreitet. Sie wurde benannt nach einem Fundplatz am Limfjord in Dänemark, wo bereits seit der Mitte des 19. Jahrhunderts mittelsteinzeitliche Muschelabfallhaufen untersucht wurden. Die Ertebølle-Kultur bildet die letzte Phase der Mittelsteinzeit ( = Mesolithikum) in Norddeutschland und Südskandinavien und wird auch als Endmesolithikum bezeichnet. Sie wird charakterisiert durch typische materielle Hinterlassenschaften und eine wildbeuterische, oft auf die Nähe von Gewässern ausgerichtete Wirtschaftsweise. Nur wenige Jahrhunderte später erfolgte der Übergang zu einer Lebensweise, die auf Ackerbau und Viehzucht basierte: die Jungsteinzeit ( = Neolithikum), die mit der Trichterbecher-Kultur einsetzt.

Obwohl die Menschen im mitteleuropäischen Binnenland bereits seit über tausend Jahren ihren Lebensunterhalt auf landwirtschaftlich produzierende Weise sicherten, beharrte man im Norden möglicherweise aufgrund günstiger Bedingungen in den küstennahen Gebieten auf der wildbeuterischen Lebensweise. In der Ertebølle-Kultur treten keine geschliffenen Feuersteinbeile auf, jedoch wird in der späten Phase erstmals dickwandige, grob gemagerte Keramik hergestellt. Von den südlich verbreiteten Bauernkulturen importiert man geschliffene und durchbohrte Äxte aus im Norden nicht vorkommenden Gesteinen. Ein vereinzeltes Auftreten von Haustieren oder Getreide muss ebenfalls als Import angesehen werden. Bis auf den Hund, der schon in der Altsteinzeit ein Begleiter des Menschen war, kamen domestizierte Tiere wie Rind, Schwein, Schaf und Ziege zusammen mit den Ackerbau betreibenden Kulturen aus dem Nahen Osten nach Mitteleuropa. Damit stellt die Ertebølle-Kultur eine lange Übergangsphase zur Jungsteinzeit dar, für die eine bäuerliche Lebensweise kennzeichnend ist.



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