Pergamonarchiv der Abteilung Istanbul
Im Pergamonarchiv der Abteilung Istanbul wird die Originaldokumentation der Ausgrabungen in Bergama/ Pergamon aufbewahrt. Der Bestand des Pergamonarchivs in Istanbul umfasst hauptsächlich Fotos, Pläne, Korrespondenzen und Tagebücher der Grabungen ab 1950. Die entsprechenden Dokumente aus den vorherigen Grabungen, die bis ins Jahr 1878 zurückreichen lagern überwiegend an einem der fünf anderen Standorte des Archivs.

Profile

Im Pergamonarchiv Istanbul wird die Grabungsdokumentation der Pergamongrabung verwahrt, um bei Bedarf der Forschung zur Verfügung gestellt zu werden. Adressaten der Archivalien sind deswegen vor allem ein archäologisches Fachpublikum und Wissenschaftler aus fachverwandten Disziplinen. Der Inhalt des Pergamonarchivs bildet eine wichtige Quelle für die Erforschung des Forschungsgebietes in und rund um Bergama. Die aufbewahrten Dokumente sind nicht nur Zeugnis eines mehr als 130 jährigen Grabungs- und Surveyprojekts. Sie sind auch ein Mittel zur Kontrolle des wissenschaftlichen Fortschritts und der gewonnenen Daten, das immer wieder aktualisiert wird. In den Istanbuler Archivräumen können Forscher Informationen über die Grabungsarbeiten in Pergamon gewinnen, die bis ins Jahr 1957 und in einigen Fällen noch weiter zurückreichen. Unter anderem aufgrund der langen und wechselhaften Grabungsgeschichte verteilen sich die Archivalien aus Pergamon außer Istanbul auf fünf weitere Standorte, an denen vor allem ältere Dokumente aufbewahrt werden.
Das Pergamonarchiv ist neben dem Abteilungsarchiv und dem Archiv der Grabung Boğazköy eines von drei separaten Archiven in der Abteilung Istanbul des DAI.

History

Die Anfänge des Archivs der Pergamongrabung liegen in München, wo Oskar Ziegenaus 1978 begann, einen Teil des Bestandes an Plänen, Aufzeichnungen und Akten der Grabungen in Bergama erstmals systematisch neu zu erfasst und zu ordnen. Heute verteilen sich die Archivalien von Pergamon auf fünf Standorte (Berlin, DAI-Zentrale; Berlin SMB Antikensammlung; München, DAI-AEK; Istanbul, DAI-Abt.; Bergama, DAI-Grabungshaus; Athen, DAI-Abt.). Neben der dort ansässigen Kommission für alte Geschichte und Epigraphik lagert ein Teil der Bestände in der Antikensammlung Berlin und in der Zentrale des Deutschen Archäologischen Instituts in Berlin. Dort ordnete die Grabungsfotografin Elisabeth Steiner die Bestände 1982 und 1984 und ergänzte die Bestandsliste, bevor diese Aufgabe der Bauforscher Klaus Rheidt übernahm. Außerhalb Deutschlands werden Archivalien im deutschen Grabungshaus in Pergamon/Bergama aufbewahrt. Die Negativfilme der dortigen Grabungen vor dem Jahre 1929 lagern in der Abteilung Athen des DAI. Seit der Gründung der Abteilung Istanbul im Jahre 1929 werden die Negative hier eingelagert. Allein im Pergamonarchiv der Abteilung befindet sich gegenwärtig eine umfangreiche Fotothek der Pergamongrabung, die neben Kopien aus den 1930er Jahren Originalnegative und Abzüge seit Ende der 1950er Jahre enthält. Demselben Zeitraum entstammen auch die schriftlichen Dokumente, Zeichnungen und Pläne im Pergamonarchiv Istanbul.

Auf Initiative des aktuellen Institutsdirektors der Abteilung Istanbul und Grabungsleiters in Pergamon, Felix Pirson, wird die Pergamongrabung seit 2005 digital dokumentiert. Sein Vorgänger Wolfgang Radt, der seit seiner Pensionierung 2006 mit der Pflege und Ordnung des Pergamonarchivs in Berlin betraut war, schloss die digitale Inventarisierung älterer Bestandslisten an diesem Standort 2007/2008 vorläufig ab. Im Hinblick auf die geographische Verteilung der Archivstandorte soll durch deren digitale Zusammenführung der ortsunabhängige Zugriff auf alle Bestandslisten gewährleistet werden. Neben digitalen Kopien und vor allem den digitalen Inventarlisten sichert das Pergamonarchiv weiterhin analoge Originale. Jeweils ein Exemplar der bei den Grabungen entstandenen Grabungs- und Surveytagebücher, Befund- und Funddatenblätter sowie der Pläne und Zeichnungen wird in Pergamon/Bergama, Berlin und Istanbul aufbewahrt.

Seit Beginn des Digitalisierungsprogramms wurden viele Originaldokumente der Grabungen aus Bergama nach Istanbul überführt. Hier ist man momentan mit der digitalen Erfassung, Neuordnung und langfristig mit der Digitalisierung eines Teils der Bestände beschäftigt, die bis in die Anfangszeit der Grabungen in Bergama zurückreichen. Zudem werden weitere Findhilfsmittel entwickelt, um die Suche im Istanbuler Pergamonarchiv zu erleichtern.

Finding Aids

Das Pergamonarchiv in Istanbul verfügt über einige Findhilfen, die stetig optimiert und ausgebaut werden. Zum einen existieren Excel-Listen der Tagebücher (und eines Teilbestandes an Plänen), die am Computer dynamisch durchsucht und fundorientiert nach Jahren und Autoren sortiert werden können. [Für den Archivraum existiert ein Raumplan, auf dem die Regale und Planschränke verortet und Nummeriert sind. Die Regale, Schränke sowie ihre Fächer sind zudem systematisch nummeriert und beschriftet.] Sollte ein Dokument trotzdem nicht auffindbar sein, hilft das Archivpersonal gerne weiter.

Holdings

Im Pergamonarchiv der Abteilung Istanbul wird die Originaldokumentation der Ausgrabungen in Bergama/ Pergamon aufbewahrt.
Neben einigen, teilweise wesentlich älteren Archivalien, umfasst das Pergamonarchiv Dokumente der Grabungen, die auf die Zeit nach deren kriegsbedingter Unterbrechung datiert sind, das heißt ab 1957. Aus den ersten Jahren nach Wiederaufnahme der Grabungen unter der Leitung des damaligen DAI Präsidenten Erich Boehringer lagern in Istanbul vor allem Pläne.
Seit 1971, als Wolfgang Radt die Grabungsleitung in Bergama übernahm, werden neben Plänen, Inventarlisten, Unterlagen zur Grabungsorganisation und Publikationen und Fotos die Grabungstagebücher im Pergamonarchiv der Abteilung Istanbul archiviert. Seit 2005 besteht ein digitales Dokumentationssystem. Seitdem existiert die Grabungsdokumentation in digitaler Form sowie in dreifacher Ausführung ausgedruckt in den Archiven von Istanbul, der DAI Zentrale in Berlin und im Grabungshaus in Bergama. Der Archivbestand wächst von Jahr zu Jahr.

Terms of Use

Sie können das Pergamonarchiv nach Terminabsprache nutzen, sofern es uns möglich ist, Ihnen die gewünschten Archivalien vorzulegen. Einschränkungen können sich gegebenenfalls aus dem Zustand der Dokumente oder der noch nicht abgeschlossenen Bearbeitung ergeben.

Die Archivalien werden nach vorheriger Anfrage/Bestellung herausgesucht und im Lesesaal der Bibliothek vorgelegt. Ein Archivmitarbeiter berät Sie gerne zum Archivbestand. Das Pergamonarchiv in Istanbul verfügt über einige Findhilfen, die stetig optimiert und ausgebaut werden. Aus Kapazitätsgründen erfolgt dabei keine Indizierung. Die Anfertigung von digitalen Kopien ist auf Anfrage möglich.

Wir versuchen, Ihnen möglichst gute Arbeitsbedingungen zu bieten und in Zusammenarbeit mit dem Bibliothekspersonal im Lesesaal und im Rahmen der Öffnungszeiten eine zeitlich flexible Benutzung der Archivalien zu gewährleisten. Wir weisen aber darauf hin, dass das Pergamonarchiv nicht ganztags besetzt ist und sich die Materialsuche und Beantwortung von Anfragen daher zeitlich verzögern kann. Wir bitten dafür um Ihr Verständnis.

Contact

Bernhard Ludwig
Wissenschaftliche Hilfskraft
İnönü Caddesi 10
34437 İstanbul
Türkei
 
+90 212 39376-00