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Merkblatt zur dendrochronologischen Datierung 10.2.04
Die dendrochronologische Datierung beruht auf dem Vergleich der Jahrringmuster der zu datierenden Probe mit Mittelwerten aus bereits datierten Proben (Chronologien). Daraus ergeben sich folgende Anforderungen an die Proben:
1. Jede Probe soll wenigstens etwa 50 Ringe umfassen. Kürzere Ringfolgen sind nur im Verband mit ausreichenden Proben sinnvoll. Bei weniger als 25 Ringen ist eine sichere Datierung nicht möglich. Zur Zeit werden folgende Holzarten bearbeitet: Eiche, Kiefer, Tanne, Fichte, Buche, Esche, bedingt auch Erle und Ulme (weitere Holzarten auf Nachfrage).
2. Mehrere Proben, die zu Mittelkurven zusammengefasst werden können, erleichtern die Datierung beträchtlich. Zu einer Fragestellung gehören etwa 5 Proben, da auch mit undatierbaren Jahrringfolgen
( ca. 15 %) gerechnet werden muss.
3. Grundlage der Datierung ist die ausmessbare Jahrringfolge. Wichtig für die Ermittlung des Fälljahrs ist die Erhaltung der äußeren Jahrringe. Deshalb ist auf Proben mit Waldkante oder Splintgrenze besonders zu achten.
4. Standardmäßig werden senkrecht zur Wuchsrichtung geschnittene Scheiben von 2 bis 8 cm Dicke bearbeitet. Die Probe soll möglichst astfrei und regelmäßig gewachsen sein. Aus verbautem Holz können nach Absprache Bohrkerne gewonnen werden. Der Durchmesser des dafür erforderlichen Bohrlochs beträgt in der Regel 25mm. Bei Bedarf und gut erhaltenem Holz kann auch mit sehr dünnen Bohrern (minimal. 7mm Loch) gebohrt werden. Bei Objekten, die nicht beschädigt werden dürfen, besteht nach Absprache die Möglichkeit der Ausmessung der Ringe an geeigneten Stirnflächen, von Fotografien o.ä..
5. Feuchtes Holz aus Bodenfunden soll möglichst bald nach der Bergung in Plastiktüten, Frischhaltefolie oder eingefroren zur Bearbeitung kommen. Verkohltes Holz ist im Block zu bergen und einzuliefern.
6. Alle Proben sollen unverwechselbar und sicher gekennzeichnet sein (wasserfeste Filzstifte, angenagelte Schilder o.ä.). Die eindeutige Dokumentation der Befunde liegt besonders im Interesse des Einlieferers. Zu jedem Komplex gehört ein Dokumentationsblatt (Formblatt oder wenigstens Angaben über Fundort, Objekt, Zusammenhang der Proben, Hinweise zu ungefährem Alter, Einlieferer). Undokumentierte Proben werden nicht bearbeitet.
7. Die Bearbeitungszeit hängt stark von der Anzahl und Beschaffenheit der Proben ab. Wichtige Proben zur Entscheidungsfindung können nach Absprache in 1-3 Tagen bearbeitet werden.
8. Proben aus Gebäuden und ähnlichen Zusammenhängen (Baudenkmalpflege) die erwartungsgemäß jünger als ca.1200 datieren werden nur bei ausdrücklichem Eigeninteresse im Labor bearbeitet.
9. Die Kosten betragen derzeit 40.-Euro je aufgelieferter Probe. Proben mit geringem Präparationsaufwand werden mit 30.-€ berechnet. Zur Bearbeitung größerer Serien (ab ca.20) können gesonderte Absprachen getroffen werden. Proben im Eigeninteresse des Labors sind kostenfrei. Ein Interesse des Institutes liegt nur bei Beteiligung an der wiss. Unternehmung bzw. bei anerkannter besonderen Förderungswürdigkeit vor.
DAI, Ref. Naturwiss.
Dendrochronologie
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