Rhetorik oder Realität? Zum Umgang mit kontrovers diskutierten Zeugnissen der christlichen Spätantike
When : 2017-04-25 13:00 - 2017-04-26 15:30
Type : Workshop
Workshop der Kommission für Alte Geschichte und Epigraphik des Deutschen Archäologischen Instituts sowie der Graduate School Distant Worlds der LMU München

25./26. April 2017

Tagungsort: Kommission für Alte Geschichte und Epigraphik des Deutschen Archäologischen Instituts
Amalienstr. 73b, 80799 München

Kontakt: Ansgar Teichgräber, M.A. (ansgar.teichgraeber@campus.lmu.de)

Die gerade in der englischsprachigen Forschung diskutierte Frage Rhetoric or reality? zwingt den Altertumsforscher sich intensiv mit dem eigenen Umgang mit den Quellen zu beschäftigen. Welche Möglichkeiten gibt es, Aspekte einer vergangenen Wirklichkeit zu rekonstruieren und wo muss die Beschäftigung auf der Oberfläche der Quellen enden? Die Kombination verschiedener Quellengattungen ist eine Möglichkeit, die gerne dafür genutzt wird, die Plausibilität einer Rekonstruktion zu rechtfertigen. Die Begründung ist, dass auf diese Weise die Beschränkungen einer einzelnen Gattung umgangen werden können. Doch in welcher Form ist eine solche Kombination methodisch zulässig und welche Ergebnisse können daraus zu- verlässig gewonnen werden?

Mit diesen methodischen Grundfragen wird sich der Workshop zu den Zeugnissen der christlichen Spätantike, veranstaltet im Rahmen der Graduiertenschule „Distant Worlds“ an der LMU München, beschäftigen. Hierbei sollen Wissenschaftler verschiedener Disziplinen, die sich mit dieser Thematik beschäftigen – Althistoriker, Archäologen, Kunsthistoriker, Philologen, Rechtshistoriker, Theologen und Wissenschaftler des christlichen Orients –, zusammengebracht werden, da sich so die Kompetenzen hinsichtlich der jeweiligen Quellengattungen ideal ergänzen können. Das Ziel ist dabei der wissenschaftliche Austausch und die Diskussion über methodische Fragen anhand konkreter Fallbeispiele.

Im Rahmen des Workshops haben die Teilnehmer die Möglichkeit, methodische Aspekte ihrer aktuellen Arbeiten zur Diskussion zu stellen. Diese können z. B. die Nutzbarmachung christlich-narrativer Quellen umfassen und hinterfragen, wie sich aus diesen historische Informationen gewinnen lassen, auch indem man sie etwa mit Informationen aus dokumentarischen Quellen wie koptischen Klosterarchiven verbindet. Eine andere Möglichkeit wäre zu untersuchen, wie sich die Beschlüsse spätantiker Konzile zur Realität in den Gemeinden verhielten, wenn man sie mit Informationen vergleicht, die sich Predigten und Briefen entnehmen lassen. Doch auch die spätantike Epigraphik, die Papyrologie, die Numismatik, Bildquellen, archäologische Befunde und rechtsgeschichtliche Quellen können mit ihren Möglichkeiten in den Blick genommen werden, zu einem umfassenderen Bild der christlichen Spätantike beizutragen.

Location

Library at the Munich Commission

Amalienstraße 73b
80799 München

Download Links

 

Organiser