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Inoffizielle Titulaturen römischer Kaiser (Arbeitstitel)

Das Vorhaben untersucht die Bezeichnungen für römische Kaiser jenseits ihrer offiziellen Nomenklatur.

Background

In hauptsächlich epigraphischen, aber auch numismatischen, papyrologischen und literarischen Quellen findet man über die amtliche Nomenklatur der Kaiser hinaus inoffizielle Epitheta oder Anreden des Kaisers. Diese Bezeichnungen, die häufig unter dem Begriff "inoffizielle Kaisertitulaturen" zusammengefasst werden, überliefern einen Aspekt in der Wahrnehmung bzw. Darstellung des Kaisers. Bisher wurden hauptsächlich Epitheta einiger Kaiser bzw. einzelne Epitheta untersucht. Eine systematische Zusammenstellung des Quellenmaterials und dessen Analyse, die Aussagen über die diachrone Entwicklung ihres Gebrauchs und ihrer Funktionen in einem größeren Kontext ermöglicht, stehen dagegen noch aus.

Amaçlar

Solche Epitheta werden vom Kaiser selbst, aber auch von den verschiedensten Bevölkerungsgruppen mit ihren jeweiligen Interessen in Rom und den Provinzen verwendet. Die Benennungen des Kaisers spiegelt daher eine Facette der kaiserlichen Herrschaftsauffassung auf sprachlicher Ebene aus verschiedenen Perspektiven. Ihr Gebrauch, der bes. auf Inschriften außerhalb Roms überliefert ist, deutet darauf hin, dass sie auch als Kommunikationsform der Provinzialen sowohl mit den römischen Vertretern vor Ort als auch untereinander eine Rolle spielen. Ein Ziel der Arbeit ist es, zu klären, von wem die Epitheta jeweils ausgehen, wie die Verbreitungsprozesse aussehen und welche Funktion(en) sie dabei erfüllen, um die wechselseitigen Kommunikationsmechanismen anhand des Spannungsfeldes zwischen "von oben" vermittelter und "von unten" (mit-)initiierter Anrede des Kaisers darzulegen.

metotlar

Der Begriff "inoffizielle Kaisertitulatur" macht deutlich, dass die Abgrenzung des Materials von der Kenntnis der offiziellen Nomenklatur eines Kaisers abhängig ist: wenn sie in allen Bestandteilen überliefert ist, können alle zusätzlichen Epitheta unter diesem Begriff zusammengefasst werden. Die Nomenklatur ist am zuverlässigsten und vollständigsten in Militärdiplomen oder anderen Schriftstücken aus der kaiserlichen Kanzlei überliefert. Allerdings geht die Zahl dieser Quellen im 3. Jh. stark zurück. Der Schwerpunkt der Untersuchung liegt deshalb auf dem Zeitraum zwischen Augustus und Severus Alexander, wobei auch einzelne Kaiser bis Diocletian bei ausreichender Quellenlage behandelt werden sollen.

Current research

Die Materialaufnahme lateinischer Inschriften wurde vor kurzem abgeschlossen (ca. 850 Belege).

İşbirliği

Betreuung durch Prof. Dr. Christian Witschel (Universität Heidelberg).

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