« Back

Altertümer von Pergamon

Die hellenistisch-römische Stadt und Königsresidenz Pergamon ist seit 130 Jahren eine der größten Grabungen des Deutschen Archäologischen Instituts. Während die Ausgrabung 1878 mit dem Ziel begonnen wurde, die damals bekannt gewordenen Reliefs des Pergamon-Altars zu bergen, steht schon seit über 100 Jahren die systematische Erforschung des gesamten antiken Stadtorganismus im Vordergrund.
In der Reihe Altertümer von Pergamon werden die Grabungsergebnisse des Großprojektes abschließend dokumentiert. Die Bände erscheinen in lockerer Folge und behandeln hauptsächlich Gebäude und Gebäudekomplexe samt den darin entdeckten Einzelfunden.

Verlag

Walter de Gruyter GmbH & Co. KG
Genthiner Straße 13
D-10785 Berlin
Tel.: +49 (0)30 26005-0

Verantwortliche Redaktion/Herausgeber

Redaktion
Zentrale Berlin
 
Herausgeber
im Auftrag der Zentrale Berlin herausgegeben von Felix Pirson

Aktueller Band

Altertümer von Pergamon, XV, 5, M. Bachmann - W. Radt - A. Schwarting, Die Stadtgrabung. Teil 5. Bau Z. Architektur und Wanddekor.

Die wohl spektakulärste archäologische Entdeckung der vergangenen Jahrzehnte in der hellenistischen Metropole Pergamon ist der sog. Bau Z. Im Rahmen der Stadtgrabung unter der Leitung von Wolfgang Radt wurde dieses große Peristylgebäude in den Jahren 1990‒1993 ausgegraben. Die dabei entdeckten Ausstattungsbefunde – farbig gefasste Stukkaturen, Wandmalereien und Bodenmosaiken – geben intensive Einblicke in die antike Wohnkultur von Pergamon.

Im Zentrum des vorliegenden Bandes stehen die Architektur und die Baugeschichte dieses Peristylhauses. Die komplexe bauliche Entwicklung der großen Anlage wird dabei über einen Zeitraum von nahezu fünfhundert Jahren minutiös verfolgt. 

Neben den Kontinuitäten einer Langfristnutzung ist ein bemerkenswerter Bedeutungswandel der Anlage festzustellen. Der Baukomplex scheint sich ‒ in seinen Anfängen wohl als Bestandteil von Sakralanlagen zwischen der Kultstätte der Demeter und dem Hera-Heiligtum konzipiert ‒ immer mehr zu einem repräsentativen Wohnhaus entwickelt zu haben, ohne die kultischen Funktionen ganz zu verlieren. Deutlich ablesbar ist dabei der Paradigmenwechsel in Anordnung, Gestaltung und Hierarchie von Räumen zur Zeit des Übergangs von den hellenistischen in die römischen Nutzungsphasen des Gebäudes. Die hellenistische Stuckausstattung von Bau Z, die zu den bemerkenswertesten Beispielen des sog. Ersten Pompejanischen Stils in Kleinasien gehört, steht im Fokus der Untersuchungen zum Wanddekor des Gebäudes. Aus zahllosen Kleinfragmenten geborgen, ließ sich der architektonisch gestaltete, plastische Schmuck in der Anordnung seiner Elemente und in seiner Farbigkeit rekonstruieren. Die Ergebnisse von Materialstudien zum Wandaufbau und zur Machart der Stuckteile unterstreichen die hohen technischen Fertigkeiten und die virtuose Gestaltung dieser Wandausstattung. Insgesamt entsteht ‒ erstmalig für Pergamon – ein äußerst intensives, dichtes und facettenreiches Bild eines antiken Peristylgebäudes.

Inhaltsverzeichnis als PDF


Contact

Redaktion der Zentrale
Podbielskiallee 69-71
14195 Berlin
Deutschland