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angle-left Archäologische Forschungen

Die Archäologischen Forschungen umfassen ein breitgefächertes Spektrum von Untersuchungen in monographischer oder mehrbändiger Form, wobei der thematische Fokus auf dem griechischen und römischen Kulturraum liegt. Gegenstand der Untersuchungen sind zum einen zusammenfassende Übersichten und Diskussionen zu konkreten Monumenten und Architekturkomplexen und zum anderen Zusammenstellungen und Dokumentationen bisher disparat behandelter oder unbearbeiteter Denkmälergruppen. Daneben beinhalten die Archäologischen Forschungen auch vergleichende, synchrone und diachrone Arbeiten. Zusammenhängende Darstellungen von Grabungsergebnissen größerer archäologischer Stätten werden in Subreihen innerhalb der Archäologischen Forschungen publiziert. Dazu gehören die Priene- und die Aizanoi-Reihe.

Aizanoi

Die antike Stadt Aizanoi liegt im westlichen Zentralanatolien und weist Siedlungsreste aus der frühbronze- und eisenzeitlichen, hellenistischen, römischen und byzantinischen Zeit auf. Den entscheidenden städtischen Ausbau erfuhr Aizanoi im Laufe der römischen Kaiserzeit. Der Ort, dessen Ruinen in das traditionelle türkische Landstädtchen Çavdarhisar einbezogen wurden, ist im Vergleich zu anderen anatolischen Städten sehr gut erhalten und ermöglicht dadurch, einzigartige Ergebnisse zur Entwicklung der Stadt und ihrer kulturellen Prägung zwischen dem griechischen Westen, phrygischen Traditionen und östlichen Einflüssen zu erzielen.

Seit 1970 wird Aizanoi kontinuierlich vom DAI erforscht, zuletzt unter Leitung der Universität Freiburg. Die Untersuchungen, welche in der Aizanoi-Reihe innerhalb der Archäologischen Forschungen publiziert werden, haben exemplarischen Charakter zur Erforschung des Siedlungswesens und der Kulturlandschaften im westlichen Zentralanatolien und darüber hinaus.

Priene

Die in der heutigen Westtürkei gelegene antike Stadt Priene wurde im 4. Jh. v. Chr. mit einem gleichmäßig rechtwinkligen Straßenraster neu angelegt, wobei die sichtbaren Baureste größtenteils aus dem 4. bis 1. Jh. v. Chr. stammen. Die römische Kaiserzeit und auch das Mittelalter, in dem die Stadt aufgegeben wurde, haben die hellenistische Bausubstanz wenig verändert. Auf diesem Umstand beruht die für die Archäologie zentrale Rolle Prienes als Zeugnis für griechische Stadtplanung und Wohnarchitektur.

Eine systematische Freilegung der Stadt erfolgte 1896–1899, auf welche zahlreiche einzeln publizierte Untersuchungen folgten. Die ab 1977 erfolgten Forschungen in der Stadt werden in der Priene-Reihe innerhalb der Archäologischen Forschungen publiziert.

Verlag

Ab Band 22:
Dr. Ludwig Reichert Verlag
Tauernstr. 11
D - 65199 Wiesbaden

Band 1 21:
Gebr. Mann Verlag
Neue Grünstraße 17
D-10179 Berlin

Verantwortliche Redaktion/Herausgeber

Aktuelle Bände

Band 41: K. Fittschen, Privatporträts mit Repliken. Zur Sozialgeschichte römischer Bildnisse der mittleren Kaiserzeit (Wiesbaden 2021)

Als eines der Kriterien zur Identifizierung eines römischen Kaiserbildnisses galt bisher der Nachweis von antiken Repliken. Diese Regel kann nicht mehr aufrecht erhalten werden: Auch von Bildnissen nicht-kaiserlicher Personen lassen sich antike Repliken nachweisen. Das gilt nicht nur für die Bildnisse von Angehörigen der Oberschicht, sondern auch für die einfacherer Bürger. Das Phänomen ist in allen Teilen des römischen Reiches, in denen Bildnisse hergestellt wurden, zu finden. Die zur Zeit nachweisbaren Beispiele sind in diesem Buch zusammengetragen worden. Einige Fälle waren schon lange bekannt (Herodes Atticus, Athenais, Polydeukion), jedoch hat die Forschung daraus keine Konsequenzen gezogen.

Bildnisrepliken wurden nicht nur in der Öffentlichkeit aufgestellt, vor allem in Gräbern bot sich die Möglichkeit, die Verstorbenen in mehrfachen Bildnissen zu ehren. Allerdings lassen sich nur wenige entsprechende Fundzusammenhänge nachweisen, denn Bildnisse aus diesem Bereich wurden als "Dubletten" durch den Kunsthandel in der Regel auseinandergerissen. Aus der Gruppe der antiken Bildnisrepliken müssen die in der Neuzeit nach berühmten antiken Vorbildern hergestellten Kopien ausgeschieden werden. In der älteren Forschung sind sie teilweise als antike Kopien angesehen worden und wegen ihres vorgeblichen Replikencharakters irrtümlich auf römische Kaiser und deren Angehörige bezogen worden. Es ist allerdings nicht immer ganz einfach, die neuzeitliche Entstehung nachzuweisen. Im Anhang B sind dazu die wichtigsten Beispiele zusammengestellt. Der Anhang A stellt die mehrfachen Porträts derselben Person an Grabaltären und Sarkophagen zusammen, die als Musterbeispiele für Privatporträts mit Repliken angesehen werden können.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Band 40: T. Lappi, Hellenistische Wanddekorationen. Syntax, Semantik und Chronologie des Ersten Stils im westlichen Mittelmeerraum (Wiesbaden 2021)

Wandmalereien haben in der Forschung seit dem 19. Jahrhundert große Aufmerksamkeit erfahren, besonders nachdem A. Mau den großen Bestand der Vesuvstädte in vier verschiedene Stile unterteilt hatte. Der Erste Stil, der sich vor allem durch eine plastische Widergabe von Quaderwänden in Stuck auszeichnet, war seit dem späten 5. Jahrhundert v. Chr. im gesamten Mittelmeerraum verbreitet. In dieser Arbeit werden erstmals Beispiele aus über 100 Orten im westlichen Mittelmeerraum systematisch zusammengestellt und analysiert. Auf dieser Basis wird gezeigt, dass der Erste Stil im westlichen Mittelmeerraum gleichzeitig mit den frühesten bekannten Dekorationen im Osten im späten 5. Jahrhundert v. Chr. auftrat.

Darüber hinaus lassen sich markante regionale und lokale Unterschiede bei der Umsetzung des Dekorationssystems systematisch herausarbeiten und lokalspezifische Phänomene identifizieren. Die im 3. Jahrhundert v. Chr. zunehmende Differenzierung und Bereicherung des Ersten Stils mit Dekorationselementen, die von der monumentalen Architektur inspiriert wurden, können hierbei mit sozial- und kulturhistorischen Phänomenen verknüpft werden. Ferner wird die Bedeutung des Dekorationssystems für die gesellschaftlichen Eliten aufgezeigt, die dieses bewusst zur Herausstellung ihres Status in ihren Häusern einsetzten.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Band 38: S. Ardeleanu, Numidia Romana? Die Auswirkungen der römischen Präsenz in Numidien (2. Jh. v. Chr1. Jh. n. Chr.) (Wiesbaden 2020)

Die komplexen Phänomene rund um die Eingliederung Numidiens in den Machtbereich Roms wurden bisher mehrheitlich ausgehend von bipolaren Modellen wie Punisierung, Romanisierung, der Widerstandstheorie oder der Autochthonologie diskutiert. Alternativ hierzu zeichnet die vorliegende Studie basierend auf eigene Feldforschungen und am Fallbeispiel von sechs Mikroregionen das Panorama einer erstaunlich frühen Ausprägung der urbanen Zentren Numidiens nach, die in neuen diachronen Phasenplänen visualisiert wird. Anhand ausgewählter Wohn- und Werkstattbereiche, Heiligtümer und des Grabwesens werden lokal- und regionalspezifische Charakteristika herausgearbeitet, die sich z. T. bis in die Kaiserzeit hielten.

Gleichzeitig entstanden Neuschöpfungen von Kult-, Grab-, Keramik- oder Architekturformen, die aber weder mit Resistenz lokaler, noch mit dem Zuzug neuer Gruppen, wie etwa römischer Bürger, zu erklären sind. Die komplexe Dekor- und Formensprache von Bauten und Fundobjekten belegt ebenso wie einige Wirtschaftszeugnisse (Marmorimporte und -exporte, Keramikimitation, Münzdistribution), dass die Städte Numidiens seit dem 2. Jh. v. Chr. bestens in die mediterranen Handelsnetzwerke und kulturellen Transferprozesse eingebunden waren. Besonders zu Mittelitalien bestanden enge Beziehungen, die lange vor der Annexion Numidiens (46 v. Chr.) zu gegenseitiger Einflussnahme auf Politik und Territorium führten. Heterogene Fundkontexte, Distributionsmechanismen und Inschriften zeigen aber, dass deutlich mehr Akteure an diesem Austausch teilnahmen als wie bislang vermutet nur die Könige Numidiens und die republikanischen Feldherren bzw. später die Kaiser. Der gängigen Meinung einer ‚dunklen Epoche Nordafrikas‘ werden somit eine Fülle neuer Grabungs- und Surveydaten sowie die Reevaluation älterer Forschungsergebnisse gegenübergestellt. Damit werden neue Erklärungsmodelle für diese entscheidende Entwicklungsphase des Städtewesens Nordafrikas und die Identitätsdiskurse dieser Zeit präsentiert.

Dieser Band zeichnet erstmals systematisch die Städteentwicklung im vor- und frührömischen Numidien nach. Dabei werden rezente wie ältere Survey- und Grabungsdaten diskutiert und neu bewertet. Mittels Autopsie und neuer Phasenpläne gelingt es, die erstaunlich frühe Komplexität und wirtschaftlich-politische Interkonnektivität der Städte Numidiens mit der Mittelmeerwelt zu visualisieren. Wohn- und Werkstattbereiche, Heiligtümer, Grabwesen und Wirtschaft werden auf Kontinuitäten, Brüche und Neuschöpfungen hin untersucht. Mit dem Fokus auf mikroregionale/lokale Kontexte und der Lösung von gängigen binären Akkulturationsmodellen wird gezeigt, dass die sog. dunkle Epoche Nordafrikas und die Identitätsdiskurse dieser Zeit völlig neu zu bewerten sind.

This volume presents for the first time a systematic study of the urban developments of pre- and early Roman Numidia. The author discusses both recent and older data from surveys and excavations. By means of autopsy, own fieldwork and the presentation of new diachronic city plans, the astonishingly early complexity of Numidia's cityscapes is visualized. Houses, workshops, sanctuaries, funerary habits and economic developments are analyzed according to their continuities, rulptures and innovations. Through the focus on microregional/local evidence and by breaking with the accepted bipolar acculturation models, a fundamental reevaluation of North Africa's so-called dark age and the identity discourses of that period is called for.

 

Inhaltsverzeichnis

 

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