1/9/17 Ausbildungskampagne in Tunesien erfolgreich abgeschlossen

Trainingsprojekt in Simitthus/Chimtou in Nordtunesien

Vom 21. Oktober bis 2. Dezember 2016 konnte das Deutsche Archäologische Institut (DAI) in Chimtou und Bulla Regia (Tunesien) eine weitere Kampagne zur Ausbildung einheimischer Arbeitskräfte in handwerklicher Steinbearbeitung durchführen. Das erfolgreiche Ausbildungsprogramm wird seit 2013 im Rahmen der Transformationspartnerschaft zwischen Deutschland und Tunesien durchgeführt und vom Auswärtigen Amt gefördert.

Der antike Ort Simitthus (heute Chimtou) war in der Antike bekannt als Herkunftsort des gelben numidischen Marmors, der von Chimtou aus in das ganze römische Reich exportiert wurde.  Noch heute dominieren die gelb leuchtenden römischen Steinbrüche die antike Stadt und das umliegende Tal des Fluss Medjerda. Entsprechend der großen Bedeutung des Marmorabbaus für die antike Stadt bildet er in dem in deutsch-tunesischer Kooperation entstandenen Archäologische Museum Chimtou die Leitlinie der Dauerausstellung. Im Gegensatz zur historischen Bedeutung ist das Steinmetzhandwerk in der Region heute jedoch nicht weitgehend verloren. Daher wurde 2013 ergänzend zu den archäologischen Forschungen und den Restaurierungsarbeiten, die tunesische und deutsche Archäologen und Architekten des DAI und des tunesischen Institut National du Patrimoine seit über 50 Jahren in fruchtbarer Kooperation vorantreiben, ein Ausbildungsprogramm für lokale Arbeitskräfte entwickelt. Ziel der Maßnahme ist einerseits, lokale Kräfte für die archäologischen Restaurierungsarbeiten auszubilden, andererseits aber auch, berufliche Perspektiven in der von hoher Arbeitslosigkeit geprägten Region zu schaffen.

Geleitet wird die Ausbildung seit 2013 mit großem Erfolg  von dem Steinmetzmeister und Restaurator Christoph Kronewirth. Nachdem 2015 aus Sicherheitsgründen keine Trainingskampagne vor Ort möglich war, konnte in diesem Jahr wieder ein Ausbildungsmodul mit sechs Teilnehmern durchgeführt werden. Wie in den vergangenen Jahren erwiesen sich die Teilnehmer als hoch motiviert, wissbegierig und geschickt, so dass im Ausbildungscamp in Bulla Regia schon nach kurzer Zeit formschöne Werkstücke entstanden. An Kalksteinblöcken aus einem modernen Steinbruch bei El Kef konnten die fortgeschrittenen Lehrlinge ihre Praxis an Naturstein erweitern. Der Erfolg der Ausbildung ist unmittelbar, da Werkstücke aus der Ausbildung bei der Restaurierung des sog. Kaiserkultbaus in Chimtou und im archäologischen Park von Chimtou eingesetzt werden. Gleichzeitig haben Baufirmen und Steinbrüche der Region ihr Interesse an den Leistungen der Lehrlinge gezeigt. So besteht begründete Hoffnung, dass die Lehrlinge aus Chimtou ihr Wissen bald auch außerhalb der archäologischen Restaurierung einsetzen können. 


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