9/27/16 Austauschprogramm mit dem Palastmuseum in Peking mit Summerschool fortgesetzt

„Summer Training Courses on Architectural Archaeology“ in der Verbotenen Stadt als Weiterbildung für deutsche und chinesische Nachwuchswissenschaftler in den Methoden der Bauforschung sowie der sensiblen, nachhaltigen Sanierung von historischer Bausubstanz.

Für drei Wochen lang herrschte im sog. Chrystal Palace im Palastmuseum in Peking ein fröhliches Sprachengewirr. In Deutsch, Chinesisch und Englisch wurden über Methoden der Bauaufnahme, Fragen der Bauforschung und Bautechnikgeschichte sowie Sanierungskonzepte diskutiert.

In Kooperation mit Prof. Dr. Dietmar Kurapkat vom Fachbereich Denkmalpflege und Bauforschung der OTH Regensburg führte das Architekturreferat der Zentrale mit chinesischen Mitarbeitern des Palastmuseums sowie der School of Archaeology and Museology der Peking Universität eine gemeinsame Summerschool durch. Ziel war es, Bauaufnahme- und Bauforschungsmethoden sowie das Erkennen und Dokumentieren von Schäden zu vermitteln und an einem konkreten Projekt durchzuführen.

Hierfür wurde einer der exotischsten Bauten in der Verbotenen Stadt, der ehemaligen Residenz der chinesischen Kaiser, gewählt, der sog. Crystal Palace. Er liegt in einem der sechs östlichen Höfe des riesigen Palastbereiches mit dem klangvollen Namen Yanxi gong, Palast des andauernden Glücks, der früher den Kaiserinnen und Konkubinen als Aufenthaltsort diente. 1845 wurde der Palastbereich bei einem großen Feuer weitgehend zerstört. 1909 wurde mit dem Neubau, einem Pavillon in einer für die chinesische Palastarchitektur einzigartigen Stein-Eisenkonstruktion begonnen. Gusseisenstützen,  Decken- und Fußbodenkonstruktionen und Aufbauten aus Stahlträgern und Stahlprofilen verraten einen europäischen Einfluss sowohl bei Planung als auch Ausführung des Baus, während die Dekoration weitgehend chinesischen Traditionen folgt. Die Turbulenzen der Revolution 1911 verhinderten die Fertigstellung des Baus, der nie vollständig ausgeführt wurde. 1917 wurde der unfertige Bau zusätzlich bei einem Bombenangriff teilweise beschädigt und ist seitdem als Ruine ungenutzt.

Das Palastmuseum will diesen ungewöhnlichen Bau wieder für die Palastbesucher zugänglich machen und sucht nach einem Konservierungskonzept. Keine leichte Aufgabe, wie die zahlreichen Diskussionen innerhalb der Summerschool gezeigt haben, zumal im Palastmuseum wenig Erfahrung mit dem Baumaterial Eisen vorhanden ist. Daher wurden in der Summerschool auch theoretische Grundlagen der frühen Eisenherstellung und -verarbeitung, das Erkennen von Schadensbildern im Eisenbau sowie Konzepte zur Ertüchtigung historischer Eisenkonstruktionen von Prof. Dr. Werner Lorenz vom Lehrstuhl für Bautechnikgeschichte der BTU Cottbus-Senftenberg vermittelt. Wichtige Erkenntnis für alle Teilnehmer war, dass für die Diskussion von Konservierungsstrategien die detaillierte Baudokumentation und bauforscherische Untersuchung eine Grundvoraussetzung ist. Liebevoll als „Baufo" abgekürzt ist der Begriff Bauforschung nun ein fester Bestandteil im Sprachgebrauch der chinesischen Teilnehmer der Summerschool und alle Projektbeteiligen hoffen auf eine weitere und noch engere Kooperation in den nächsten Jahren.   

Als Ansprechpartnerinnen stehen Ihnen Prof. Dr. Ulrike Wulf-Rheidt (Leiterin des Architekturreferates): ulrike.wulf-rheidt@dainst.de und Dr. Catharine Hof: catharine.hof@dainst.de  gerne zur Verfügung.


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