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14.11.2018 Deutsch-libanesisches Konservierungsprojekt in Baalbek erfolgreich abgeschlossen

Stadtviertel Bustan Nassif aus dem 12.-15. Jahrhunderts komplett restauriert und für Besucher neu erschlossen

Drei Jahre lang herrschte im Sommer oder Herbst für drei Monate eifrige Geschäftigkeit im „Bustan Nassif“ in Baalbek. Nun konnte der libanesischen Antikenverwaltung in einer offiziellen Präsentation und in Anwesenheit des deutschen Botschafters, Herrn Dr. Georg Birgelen, und des Bürgermeisters von Baalbek, Herrn Hussein al-Laqqis, ein restauriertes archäologisches Gelände übergeben werden.

 

Im Bustan Nassif wurden Konzepte zum Erhalt der fragilen Fundamentmauern von Wohnhäusern, einer Moschee, einer Karawanserei und einem Bad entwickelt, Konservierungsmethoden trainiert und die Präsentation des Gebiets für Besucher diskutiert und umgesetzt. Im Projekt gaben Baalbeker Handwerker ihr Wissen zum Umgang mit Bruchstein- und Schalenmauerwerk an jüngere Generationen weiter, erlernten Studierende der Lebanese University die vielfältigen Arbeitsschritte der Konservierung und sammelten junge Architekten im Aufbaustudiengang der Tripoli School of Architecture Erfahrung in der Durchführung von Konservierungs- und Präsentationsprojekten archäologischer Stätten.

Baalbek, berühmt durch sein gut erhaltenes römisches Heiligtum, ist seit fast 10.000 Jahren durchgängig besiedelt und spielte besonders auch im Mittelalter eine wichtige Rolle. Die Zengiden bauten das Heiligtum zu einer äußerst wehrhaften Burg aus und die ayyubidischen und mamelukischen Nachfolgedynastien investierten intensiv in die Stadt Baalbek. Sie spielte eine wichtige Rolle als Grenzfestung zu den Kreuzfahrerreichen und profitierte hiervon ökonomisch.

Vor dem Haupttor der Burg entwickelte sich entlang einer spätantiken Säulenstraße ein Wohnviertel, über das man vom Stadttor zur Burg gelangte. Vermutlich im 16. Jahrhundert wurde es aufgegeben und im Lauf der Zeit als Garten genutzt.
Während Ausgrabungen der libanesischen Antikenverwaltung in den 1970er Jahren kamen die Fundamentmauern des gesamten Viertels wieder zutage und lagen frei, bis sich die Bauhistorikerin Heike Lehmann im Rahmen eines mehrjährigen Dokumentationsprojekts des Deutschen Archäologischen Instituts dem Viertel annahm. Das Konservierungsprojekt erfolgte auf Basis ihrer wissenschaftlichen Dokumentation und Analyse der Baureste sowie der konservatorischen Expertise von Jeanine Abdul Massih, Professorin an der Lebanese University, und der planerischen Umsicht des Architekten Maroon Hoshaymeh.

 

Das Projekt steht im Rahmen umfangreicher Maßnahmen des libanesischen „Council for Development and Reconstruction“ zur besseren Erschließung der archäologischen Stätten in Baalbek und wurde im Rahmen des Programms „Stunde Null. Eine Zukunft nach der Krise“ großzügig vom Auswärtigen Amt gefördert.

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