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angle-left Diskussionen zur Archäologischen Bauforschung

Das Architekturreferat der Zentrale des Deutschen Archäologischen Instituts bietet den in der Ausgrabungswissenschaft tätigen Bauforschern mit seinen regelmäßig stattfindenden internationalen Kolloquien der Tagungsreihe Diskussionen zur Archäologischen Bauforschung eine Plattform für Austausch und Diskussion von Forschungsergebnissen. In der gleichnamigen Reihe erscheinen die Beiträge dieser Veranstaltungen.

Verlag

Ab Band 10:
Verlag Schnell & Steiner GmbH
Leibnizstraße 13
D-93055 Regensburg
Tel.: +49 (0)941 78785-0
http://www.schnell-und-steiner.de

Bände 1-9:
Verlag Philipp von Zabern GmbH
Riedeselstraße 57
D-64283 Darmstadt
Tel.: +49 (0)6151 3308-350
www.zabern.de

Verantwortliche Redaktion/Herausgeber

Architekturreferat an der Zentrale Berlin
architekturreferat@dainst.de

Aktueller Band

Band 13: Im Kontext zunehmend begrenzter Ressourcen spielt das ›Bauen im Bestand‹, d.h. das Bauen im und mit dem Bestehenden, eine immer wichtigere Rolle in der zeitgenössischen Architektur. Aus ökonomischen und ökologischen Gründen und im Interesse eines ressourcenschonenden und nachhaltigen Umgangs mit dem Vorhandenen sind Fragen der Wiederverwendung, der Anpassung an sich ändernde Ansprüche, der Erneuerung und Modernisierung und damit das Um- und Weiterbauen in den Fokus der aktuellen Architekturdebatten gerückt.

 

Inhaltsverzeichnis

 

 

 

Umbauten, Umnutzungen und Umwertungen bestehender Bauten prägten auch die antike Baukultur. In baulichen Veränderungen wie An-, Um- und Einbauten, aber auch in Restaurierungen, Wiederaufbauten und Translozierungen sowie in der Wiederverwendung von Baugliedern und Baumaterialien spiegeln und spiegelten sich gesellschaftliche, ökonomische und kulturelle Transformationsprozesse. Sie zeugen u. a. von wechselnden politischen Systemen, einem nicht zuletzt davon abhängenden Zugang zu Ressourcen, vom Wandel religiöser Vorstellungen, von einem veränderten Zeitgeschmack oder von Zerstörungen durch Naturkatastrophen und Kriege, die Wiederaufbauten notwendig, aber auch grundlegende Umgestaltungen möglich machten. Sie alle bedingten vorsätzliche Eingriffe in den Bestand.

 

Die vom 21. bis 24. Februar 2018 in Berlin abgehaltenen 13. Diskussionen zur Archäologischen Bauforschung traten an, auf einer möglichst breiten Datengrundlage und vor dem Hintergrund neuester Forschungen eine Diskussion zu Praktiken und Leitbildern des Umbauens in der Antike anzustoßen, d. h. dazu wie umgebaut wurde und woran man das im Befund erkennt, und dazu, warum umgebaut wurde, d. h. nach den Gründen für Eingriffe in den Bestand. Dem Ansatz der Bauforschung gemäß suchte das Kolloquium konkrete bauforscherische Fallstudien in gesellschaftliche Wandel- und Umbruchprozesse einzuordnen, Beiträge zur Schärfung der Begriffe bei der Beschreibung baulicher Veränderungsprozesse zu leisten und damit zu einer Theoriebildung zum ›Bauen im Bestand‹ in den Altertumswissenschaften beizutragen.

 

Dabei wurde bewusst ein Fokus auf antike Umbau-, Umnutzungs- und Umbewertungsprozesse gelegt. Die 28 in diesem Band versammelten Beiträge reichen vom 6. Jh. v. Chr. bis ins 6. Jh. n. Chr. und von Mérida in Spanien bis nach Baalbek/Heliopolis im Libanon – die Beiträge zum Neolithikum und Ägypten eingerechnet sogar bis ins 10. Jt. v. Chr. und bis nach Elephantine in Ägypten und Sechin Bajo in Peru. Sie machen deutlich, dass das Umbauen und die Wiederverwendung von Baumaterialien in der Antike eine zentrale Rolle spielten. Ihr gezieltes Studium ist ein bisher vernachlässigter Schlüssel zum Verständnis des antiken Bauwesens.

Band 12

D. Kurapkat – U. Wulf-Rheidt, Werkspuren. Materialverarbeitung und handwerkliches Wissen im antiken Bauwesen. Internationales Kolloquium in Berlin vom 13.-16. Mai 2015, veranstaltet vom Architekturreferat des DAI (Regensburg 2017)
 
Handwerkliche Prozesse zur Gewinnung, Herstellung, Aufbereitung und Verarbeitung von Baumaterialien hinterlassen an jedem gebauten Werk ihre Spuren. Für den Bauforscher sind diese  eine maßgebliche – oftmals sogar die einzige - Quelle zur Rekonstruktion der angewandten Bautechniken sowie des Material-, Transport- und Bearbeitungsweges bis zur Baustelle. Sie erlauben das Nachvollziehen von Bauabläufen und der erforderlichen Baulogistik.
 
 
 
Da auch in der Antike eine reibungslos funktionierende Baustelle in hohem Maße von der sozialen Organisation des Bauwesens abhing, ermöglicht die Rekonstruktion von Bauweisen und Bauabläufen ebenso das dahinter stehende Wissen und die soziale Struktur zu analysieren. Wird das antike Bauwesen als ein hochgradig komplexer und vernetzter Prozess verstanden, dann kann seine Entschlüsselung dazu beitragen, Fragen nach der jeweiligen Verteilung von Arbeit und Kompetenz, nach der sozialen Organisation einer Baustelle und dem Einfluss von Mobilität der Bauleute auf die Verbreitung und Transformation von Bauwissen zu beantworten.  Innovative Verarbeitungsmethoden und die Rolle von Materialökonomie geben ferner Hinweise auf das jeweilige Technik-, Natur- und Raumverständnis. Ziel der 12. Archäologischen Diskussionen zur Bauforschung war es daher, neben den rein technischen Aspekten des Wissens um Materialeigenschaften und den Fragen nach der Logistik, auch die Tradierungsprozesse von konstruktiv-operativem Bauwissen in der Antike zu diskutieren.
 
In 29 Beiträgen wird sich in drei ›Zoomschritten‹ aus drei unterschiedlichen Blickwinkeln den Fragen genähert. Ausgehend von der Bearbeitung des Werkstücks werden über das baukonstruktive Zusammenfügen bis hin zur Organisation des Bauablaufs die jeweiligen Spuren beleuchtet und interpretiert. Ein interdisziplinärer Zugriff ermöglicht es dabei, Hinweise auf Bauhütten und Bautraditionen, deren Organisation sowie die Überlieferung von Wissen im antiken Bauwesen zu gewinnen. Die facettenreichen Beiträge machen deutlich, dass das Beobachten und kritische Hinterfragen jeder noch so kleinen Spur an antiken Bauwerken nicht nur zu neuen bauforscherischen Erkenntnissen führt, sondern durch die Verknüpfung mit Forschungsansätzen anderer Disziplinen auch interessante Einblicke in antike Kulturen und Lebenswelten gewonnen werden.

Band 11

D. Kurapkat – P. I. Schneider – U. Wulf-Rheidt, Die Architektur des Weges. Gestaltete Bewegung im gebauten Raum. Internationales Kolloquium in Berlin vom 8.-11. Februar 2012, veranstaltet vom Architekturreferat des DAI (Regensburg 2014)

Die Wahrnehmung von Architektur ‒ sei es eines Innenraumes, eines Gebäudes oder einer ganzen Stadt ‒ ist untrennbar mit Bewegung im Raum verbunden. Dies ergibt sich aus der Tatsache, dass Architektur in der Regel nicht von einem einzelnen Stand- und Blickpunkt aus, sondern in Form dynamischer Perzeptionsprozesse erfasst wird, d. h. während der Annäherung an ein Gebäude bzw. eine Raumsituation, beim Betreten oder beim Durchschreiten. Um Architektur sinnlich erfahren zu können, muss sie demnach begangen, müssen Standpunkte verändert werden.

Der Erschließung von Architektur und damit dem Weg durch die gebaute Umwelt kommt für das Raumverständnis somit eine zentrale Bedeutung zu. Während diese in der Kunst- und Architekturgeschichte für die Architektur der Neuzeit erfolgreich untersucht wurde und auch zu einem neuen Raumverständnis beigetragen hat, ist dies für die Antike, weitgefasst von der Frühgeschichte bis in die Spätantike, bislang selten in einer diachronen, kulturübergreifenden Betrachtungsweise erforscht worden.
Mit den 31 Beiträgen des Bandes 11 der Diskussionen zur Archäologischen Bauforschung wird der Versuch unternommen, diesen Ansatz auch auf antike Architektur anzuwenden. Es wird untersucht, wie Volumen positioniert und zueinander in Beziehung gesetzt werden, um Räume zu gestalten und Bewegungsabläufe zu lenken, wie Innenraum und Außenraum isoliert oder perforiert werden, um eine gegenseitige Durchdringung zu ermöglichen bzw. Wege zu versperren und so Bewegungsabläufe zu strukturieren, mit welchen gestalterischen Mitteln Bewegung in Räumen be- und entschleunigt, gefördert oder in sonstiger Weise beeinflusst wird, und in welchem Zusammenhang Nutzungs- und Bewegungskonzepte unterschiedlicher Anlagen stehen. Das Phänomen Weg wird in unterschiedlicher Skalierung schwerpunktmäßig anhand antiker Architektur im Mittelmeerraum, aber auch anhand von Baubefunden aus dem vorderasiatischen Neolithikum, dem Alten Orient, dem pharaonischen Ägypten sowie dem präkolumbischen Südamerika und aus islamischer Zeit thematisiert.

Eine Inhaltsangabe des aktuellen Bandes finden Sie hier

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