9/15/16 Making, Sustaining, Breaking - The Politics of Heritage and Culture

Internationale Konferenz in Heidelberg, 12.-14. Oktober 2016

Was bedeutet kulturelles Erbe heute? Wie wird es identifiziert, wer bewahrt es – und welche Kräfte wirken bei seiner Zerstörung? Mit diesen Fragen wird sich die Jahrestagung 2016 beschäftigen, zu der der Exzellenzcluster „Asien und Europa im globalen Kontext" der Universität Heidelberg, das Forum Transregionale Studien und die Max Weber Stiftung – Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland gemeinsam mit dem Deutschen Archäologischen Institut einladen. 

Die internationale Tagung „Making, Sustaining, Breaking – The Politics of Heritage and Culture" findet vom 12.-14. Oktober 2016 in Heidelberg statt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlichster Disziplinen wie Archäologie, Kunstgeschichte, Philosophie, Musikwissenschaft oder Anthropologie gehen der Frage nach, welchen komplexen Wechselwirkungen kulturelles Erbe im politischen und gesellschaftlichen Diskurs ausgesetzt ist.

„Making, Sustaining, Breaking – das sind die Schwerpunkte der Konferenz", erklärt Professorin Monica Juneja, die die Konferenz am Exzellenzcluster organisiert. „Ausgehend von der Definition des Begriffs „kulturelles Erbe" muss dessen Beziehungsnetz zu Politik, Gesellschaft, Umwelt und Wissenschaft beleuchtet werden. Dabei fragen wir uns, welche Auswirkungen kulturelles Erbe in Form von Artefakten, Texten, Bildern, Musik und ähnlichem auf die genannten Bereiche hat. Trägt es zur Sinn- und Identitätsstiftung und zur Stabilität eines kulturellen, politischen oder gesellschaftlichen Gefüges bei?" Professor Andreas Eckert, Vorstandsvorsitzender des Forum Transregionale Studien, erläutert: „Umgekehrt werden nicht nur das Schaffen, Definieren und Erhalten von Kulturgütern, sondern auch deren Zerstörung, Verfall oder ‚Missbrauch‘ bewusst eingesetzt. Dies kann zu Identitätsverlust, aber auch zu neuer Sinnstiftung führen."

Während der Begriff „Kultur" in intellektuellen Kreisen und wissenschaftlichen Diskursen immer weiter von den dazugehörigen Nationen losgelöst betrachtet wird, gibt es zur gleichen Zeit die Gegenbewegung, nationale Identität als kulturell homogen zu verfestigen oder sogar neu zu erfinden. „In einer Zeit, in der neue Nationalstaaten entstehen und etablierte sich neu definieren, findet der Wunsch nach Stabilität auch Ausdruck in Revolution und religiösem Fundamentalismus. In diesem Zusammenhang wird kulturelles Erbe oftmals mit einer neuen Bedeutung versehen, teilweise aber auch ignoriert oder schlicht eliminiert", sagt Professor Hans van Ess von der Max Weber Stiftung.

„Es ist Aufgabe der Geisteswissenschaften, diese wechselseitigen Beziehungen zu beleuchten", erklärt Dr. Philipp von Rummel vom Deutschen Archäologischen Institut. „Ein tieferes Verständnis der Vorgänge kann dabei nur entstehen, wenn in einer historischen Perspektive die Brücke zu aktuellen Geschehnissen geschlagen wird".

Dieser Brückenschlag gelingt auch durch die Kooperation der vier Institutionen, die alle darum bemüht sind, den internationalen Dialog in den Geisteswissenschaften voranzutreiben und weltweite Kooperationen zu verwirklichen. Interdisziplinäre und offene Kommunikation über Landes- und Disziplingrenzen hinweg ist dabei ebenso wichtig, wie die Expertise unterschiedlichster Forscher zu vereinen und Forschungsprojekte unterschiedlichster Ausrichtung voranzutreiben.

Eröffnet wird die Jahrestagung mit einem Vortrag der Historikerin Professor Nayanjot Lahiri. Unter dem Titel „Heritage at the Intersection of Politics and People – India's Archaeological Heritage" spricht sie über den Einfluss von Politik auf das kulturelle Erbe und den Umgang mit historischen Stätten in Indien. In einem zweiten Keynote-Vortrag beschäftigt sich der Schriftsteller und Literaturwissenschaftler Professor Sinan Antoon mit der Zerstörung von Kulturgütern, die die Kriege im Irak und Syrien mit sich gebracht haben und wie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit den „Ruinen dieser Ruinen" umgehen.

Die öffentlichen Vorträge finden am 12. Oktober in der Aula der Alten Universität, Grabengasse 1, und am 13. Oktober im Karl Jaspers Centre für Transkulturelle Studien, Voßstraße 2, Gebäude 4400, jeweils um 18:00 Uhr statt. Der Veranstaltungsort der weiteren Konferenz am 13. und 14. Oktober ist ebenfalls das Karl Jaspers Centre.

Informationen im Internet:
Konferenzwebsite: www.asia-europe.uni-heidelberg.de/en/annualconference
TRAFO-Blog: https://trafo.hypotheses.org/4148
Exzellenzcluster „Asia and Europe in a Global Context: www.asia-europe.uni-heidelberg.de/
Forum Transregionale Studien: www.forum-transregionale-studien.de/
Max Weber Stiftung: www.maxweberstiftung.de/
Deutsches Archäologisches Institut: www.dainst.org/

Kontakt:
Exzellenzcluster „Asien und Europa im globalen Kontext"
Anna Echtenacher (M.A.)
Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: (06221) 54-4345
E-Mail: anna.echtenacher@asia-europe.uni-heidelberg.de


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