« Back

Milet. Ergebnisse der Ausgrabungen und Untersuchungen seit dem Jahr 1899

Die bedeutende antike Handelsstadt Milet in Kleinasien gilt als Wiege der griechischen Philosophie und Naturwissenschaften. Als Begründerin von über 70 Kolonien seit dem frühen 7. Jahrhundert v. Chr. besaß die Großstadt eine ungeheure überregionale Strahlkraft und galt als Ioniae caput, das Haupt der Landschaft Ionien.
Die Ausgrabungen am Anfang des 20. Jahrhunderts unter der Leitung von Th. Wiegand legten die ehemalige Hafenstadt systematisch frei und brachten in weniger als 15 Jahren eine antike Großstadt wieder ans Licht. Galt der Fokus der Forschungen zunächst den Prunkbauten und Ruinen sowohl hellenistisch-römischer als auch byzantinischer und islamischer Zeit, lag ein besonderes Interesse immer auch auf der archaischen Blütezeit, deren Untersuchung vor allem in den 1980er Jahren gezielt in Angriff genommen wurde.
Die 1906 gegründete Publikationsreihe "Milet – Ergebnisse der Ausgrabungen und Untersuchungen seit dem Jahre 1899" behandelte zunächst vor allem die ausgegrabenen Architekturdenkmäler. Zukünftig wird die Veröffentlichung der Einzelfunde der Miletgrabung im Mittelpunkt stehen.

Verlag

Walter de Gruyter GmbH
Genthiner Straße 13
D-10785 Berlin
Tel.: +49 (0)30 26005-0
www.degruyter.com

Verantwortliche Redaktion/Herausgeber

Redaktion
Zentrale Berlin
redaktion.zentrale@dainst.de

Herausgeber
im Auftrag der Zentrale Berlin herausgegeben von Volkmar von Graeve

Aktuelle Bände

Band 6, 4: W. Günther, Milet. Eine Prosopographie

Die archäologische und historische Erforschung der ionischen Metropole Milet und des zugehörigen Heiligtums in Didyma begann im letzten Jahrzehnt des 19. Jhs. Die Ausgrabungen erbrachten seither mit außerordentlich vielen fast vollständigen und noch zahlreicheren fragmentarischen Inschriften aus allen Teilepochen ein unschätzbares Quellenmaterial zur Ergänzung der literarischen Überlieferung, wie es in diesem Umfang in der antiken griechischen Staatenwelt nur noch aus Athen bekannt ist. Die neue Prosopographie erfasst listenartig erstens die aus Milet und seinem Gebiet epigraphisch bzw. literarisch bezeugten Individuen, die dort Bürger waren, zweitens die außerhalb dieser Orte bezeugten Milesier (z. B. Richter, Militärs) und drittens solche Nichtmilesier, die mit dieser Stadt maßgeblich zu tun hatten (wie z. B. Herrscher, Statthalter, Gesandte).

Der so erfasste Zeitraum reicht vom 6. Jh. v. bis zum 6. Jh. n. Chr., deckt also nahezu die gesamte Antike ab. Die Personen werden mit allen sie betreffenden Belegen sowie der zugehörigen relevanten Forschungsliteratur kurz in ihrem Aktionsprofil (z. B. Amtsträger, Grabherr, Agon-Sieger, Philosoph) vorgestellt; ggf. wird auf ihre gesicherten oder vermuteten Verwandten verwiesen. Durch die Familienangehörigen in chronologisch vertikalen oder zeitgleichen Dimensionen lassen sich zum einen Netzwerke der Funktionseliten konkret fassen, zum anderen Kontinuitäten und Brüche historischer Entwicklungen der Stadt samt ihrem Umland zuverlässiger als bisher nachvollziehen. Da vergleichbare personenkundliche Grundlagenforschungen nur für Athen, Sparta, das Ptolemäerreich sowie das kaiserzeitliche Imperium Romanum vorliegen, bietet das Konvolut zu Milet eine bedeutsame Ergänzung für prosopographische und historische Studien.

Band 5, 3: N. Kunisch, Funde aus Milet. Die attische Importkeramik

Die vorliegende Arbeit stellt die abschließende Publikation aller attischen Keramikfunde aus verschiedenen Heiligtümern des antiken Milet dar. Mit mehr als 1500 Fragmenten und Fragmentgruppen ist dies der umfangreichste Fundkomplex des gesamten ostägäisch-kleinasiatischen Raums.  Zum ersten Mal werden die Funde aus den Nachkriegsgrabungen seit 1955 vorgelegt, zu denen insbesondere der umfangreiche Komplex attischer Funde aus dem Aphrodite-Heiligtum auf dem Zeytintepe (ausgegraben zwischen 1992 und 2010) gehört.

Ein gesonderter Abschnitt gilt den fast 200 Inschriften und Graffiti auf Scherben aller Art, zu dem Norbert Ehrhardt einen namenskundlichen Kommentar beigesteuert hat. Da an nahezu allen Stellen keine aussagefähige Stratigraphie zur Verfügung stand, wird der Versuch gemacht, über die Analyse typenbezogener Fundmengen zu einer erneuten und abschließenden Diskussion der spätarchaisch-klassischen Chronologie der attischen Keramik zu kommen, wobei sich eindeutig die Überlegenheit der Langlotz'schen  (gegenüber der Francis-Vickers'schen) Chronologie ergab.


Contact

Redaktion der Zentrale
Podbielskiallee 69-71
14195 Berlin
Deutschland