12/7/16 Ausschreibung des neuen Wissenschaftlichen Netzwerks der Abteilung Istanbul

Für 2017-2019 plant die Abteilung Istanbul ein neues wissenschaftliches Netzwerk. Das Format richtet sich vor allem an Nachwuchswissenschaftler, steht aber auch etablierten Wissenschaftlern offen. Das Thema des kommenden Netzwerkes lautet "Essen in Anatolien und seinen Nachbarregionen". Dazu planen wir insgesamt sechs Veranstaltungen mit unterschiedlichen Formaten (Seminare, Workshops, Exkursionen).

Mit den wissenschaftlichen Netzwerken der Abteilung Istanbul des DAI soll der interdisziplinäre Austausch innerhalb der Abteilung und mit Kolleginnen und Kollegen aus deutschen, türkischen und internationalen Hochschulen und Forschungsinstituten gestärkt werden. Die Netzwerke finden seit nunmehr zehn Jahren kontinuierlich statt und richten sich vor allem – aber nicht ausschließlich – an Nachwuchswissenschaftler.

Die Netzwerke widmen sich übergeordneten archäologisch-kulturhistorischen Themen mit diachronischem Potential wie z. B. »Macht und Hierarchien in Stadtraum und Landschaft« oder »Natur und Kult in Anatolien«, die über zwei bis drei Jahre verteilt in verschiedenen Formaten (Seminare, Workshops, Exkursionen und Herbstschulen) mit unterschiedlichen Fokussierungen diskutiert werden. Dabei übernehmen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst die inhaltliche Ausgestaltung der einzelnen Veranstaltungen. Am Ende der Netzwerke soll eine Publikation stehen, die aus Einzelbeiträgen und einer synthetischen Zusammenfassung besteht.

Das kommende Netzwerk beschäftigt sich ab März 2017 mit dem Thema »Essen in Anatolien und seinen Nachbarregionen«.

Ernährung ist ein menschliches Grundbedürfnis und insofern potentiell prägend für alle Gesellschaften. Dennoch sind Forschungsansätze, die nach dem breiten Spektrum an Interdependenzen zwischen Ernährung und Kultur fragen, in den Altertumswissenschaften bislang noch die Ausnahme. Das Netzwerk »Essen in Anatolien und seinen Nachbarregionen« widmet sich diesem Desiderat. Unter Fokussierung auf die Kategorien »Räume«, »Objekte« und »Praktiken« sollen die Wechselbeziehungen an konkreten Fallbeispielen analysiert und interpretiert werden. Ziel ist es, den Einfluss eines menschlichen Grundbedürfnisses auf spezifische kulturelle Ausprägungen und historische Veränderungen in den Blick zu nehmen. Da Ernährung ein konstituierender Faktor im Verhältnis von Natur und Kultur ist, eröffnet der Ansatz des Netzwerkes zugleich einen neuen Zugang zu ökologischen Fragestellungen. Dafür bieten sich Anatolien und seine Nachbarregionen mit ihren vielfältigen makro- und mikroregionalen Landschafts- und Kulturräumen in besonderem Maße an.

Die thematische Bandbreite des Netzwerkes orientiert sich am Ernährungskreislauf selbst: vom Anbau und der Produktion von Lebensmitteln, ihrer Lagerung und Distribution über Zubereitung und Verzehr bis hin zum Umgang mit den anfallenden Hinterlassenschaften. Themen aus diesen heterogenen Bereichen sollen anhand der Betrachtung von räumlichen, objektbezogen oder performativen Aspekten zusammengeführt und damit für die interdisziplinäre und diachrone Diskussion fruchtbar gemacht werden. Studien und Projekte innerhalb des Netzwerkes können sich mit spezifischen Nahrungsspektren von Individuen und Gemeinschaften ebenso befassen wie mit geographisch-räumlichen Untersuchungen von Ernährungspotentialen bestimmter Landschaften, den Praktiken bei der Auswahl und Herstellung tierischer und pflanzlicher Nahrung oder der Gestaltung und den Funktionen von Orten des Speisens sowie mit Objekten wie Geschirr, Besteck oder Kochgerät. Darüber hinaus soll auch die reflexive Ebene Berücksichtigung finden, d. h. die Rolle von Ernährung im Kult oder in der öffentlichen Selbstdarstellung. Die Verknüpfung der verschiedenen Studien und Projekte über Querschnittsthemen soll im Rahmen des ersten Seminars diskutiert werden, das auch der theoretischen Einführung dient.

Insgesamt sollen zwischen 2017 bis maximal 2019 bis zu sechs Seminare stattfinden. Wie bereits beim Netzwerk »Natur und Kult in Anatolien« streben wir wieder eine enge Zusammenarbeit mit dem Orient-Institut Istanbul der Max-Weber-Gesellschaft an. Von den Teilnehmern des Netzwerkes wird regelmäßige Präsenz bei den Seminaren, aktive Mitarbeit an deren Gestaltung und die Vorstellung ihrer Forschungen erwartet. Dabei kommt es besonders auf die Bereitschaft zur themenspezifischen Fokussierung der eigenen Forschung (d. h. keine Projektberichte) und die Formulierung von Schnittstellen an. Die Abteilung Istanbul stellt die Kosten für Reise und Unterkunft zu Verfügung.

Bewerben können sich für das diachrone und interdisziplinäre Netzwerk Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller einschlägigen Fachrichtungen, d. h. Archäologen und Bauforscher, Orientwissenschaftler, Geographen sowie Archäozoologen und -botaniker und andere mit einem Forschungsschwerpunkt in Anatolien und seinen Nachbarregionen sowie abgeschlossenem Masterstudium. Die Sprachen des Netzwerkes sind Deutsch und Englisch. Vorbehaltlich der haushaltsrechtlichen Voraussetzungen können für bis zu zwölf Personen Reise- und Unterkunftskosten vom DAI übernommen werden.

Interessenten schicken ihre Unterlagen (Lebenslauf, Schriftenverzeichnis, max. 3 Seiten Projektbeschreibung mit Bezug zum Thema des Netzwerkes) bis zum 15. Januar 2017 an den Koordinator des Netzwerkes Bernhard Ludwig M.Sc. (bernhard.ludwig@dainst.de), der auch für organisatorische Fragen zur Verfügung steht. Inhaltliche Fragen richten Sie bitte an die Sprecher des Netzwerkes Dr. Jesko Fildhuth (jesko.fildhuth@dainst.de), Marie-Christine Junghans M.A. (marie.junghans@dainst.de), Prof. Dr. Felix Pirson (felix.pirson@dainst.de) und Devrim Sönmez (devrim.sonmez@dainst.de).

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Contact

Bernhard Ludwig
Wissenschaftliche Hilfskraft
İnönü Caddesi 10
34437 İstanbul
Türkei
 
+90 212 39376-00

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