Detail Navigation

Asset Publisher

Simitthus

Im nordwest-tunesischen Simitthus/Chemtou reichen die ältesten Siedlungsschichten zumindest bis ins 4. vorchristliche Jahrhundert. In augusteischer Zeit wurde hier eine Colonia eingerichtet, die den Beginn einer im großen Stil betriebenen und unter kaiserlicher Domäne stehenden Marmorgewinnung markiert. Der Prosperität der Stadt in der Hohen Kaiserzeit folgen eine Blütezeit unter den Severern und eine spätantike Phase, die über die vandalische und byzantinische Zeit ins frühe Mittelalter überleitet. Eindrucksvolle Zeugnisse dieser langen Siedlungsgeschichte sind unter anderem der größte Steinbruch des antiken Nordafrika, das hellenistisch-numidischen Höhenmonument und die vorrömische Nekropole mit monumentalen Grabbauten, die seit 2008 im Vordergrund der Erforschungen steht.
Die Publikation der Ergebnisse der seit 1968 stattfindenden deutsch-tunesischen Gemeinschaftsgrabungen in Simitthus mit der Präsentation einzelner Monumente und Fundgruppen erfolgt im Reihenwerk Simitthus des Deutschen Archäologischen Instituts.

Verlag

Seit Band 4:
Dr. Ludwig Reichert Verlag
Tauernstr. 11
D-65199 Wiesbaden

Band 1-3:
Verlag Philipp von Zabern GmbH
Riedeselstraße 57
D-64283 Darmstadt

Verantwortliche Redaktion/Herausgeber

Redaktion
Zentrale Berlin
redaktion.zentrale@dainst.de

Herausgeber
im Auftrag der Zentrale Berlin und dem Institut National du Patrimoine Tunis herausgegeben von Friedrich Rakob (†)

Aktuelle Bände

Band 5: U. Hess - K. Müller - M. Khanoussi, Die Brücke über die Majrada in Chimtou

Ein weitläufiges Ruinenareal in Chimtou/Tunesien zeugt bis heute von einem der größten Brückenbauten im römischen Nordafrika. Die hohe strategische Bedeutung der Brücke hatte angesichts der schwierigen Geländeverhältnisse zum riskanten Einsatz äußerst aufwändiger, letztlich aber nicht ausgereifter Konstruktionsweisen geführt. Trotz mehrfacher Reparaturen und immenser Sicherungsmaßnahmen kollabierte der Bau nach wenigen hundert Jahren.

Die Bauforschung an der Brücke ermöglichte mit einer umfassenden Bestandsaufnahme die Diskussion des zugrunde gelegten Entwurfs und führte die Heterogenität des Baus ebenso vor Augen wie das Risiko, das insbesondere die Maßnahmen zur Sicherung des Untergrunds in sich bargen. Ergänzt werden diese Untersuchungen durch die archäologische Einordnung der Anlage in die Entwicklung des Straßensystems der Provinz und durch die Auswertung der Inschriften, die sich vor allem im Spolienmaterial der Ufermauern fanden. Sie gestatteten interessante Schlussfolgerungen auf die Zerstörungsgeschichte der Brücke.
Der vorliegende Band präsentiert ein baukonstruktives Experiment vom Ende des ersten Jahrhunderts n. Chr. Neben der ursprünglichen Anlage finden auch ihre umfangreichen Veränderungen und nicht zuletzt auch der Hergang ihres Verfalls eingehende Beachtung. Eine Besonderheit des Ruinenkomplexes stellten die Reste einer antiken Turbinenmühle dar, die während des sukzessiven Verfalls der Brücke zeitweise auf ihren Trümmern stand und schließlich ebenfalls einem Hochwasser zum Opfer fiel. 

Band 4: H. R. Baldus ‒ M. Khanoussi, Der spätantike Münzschatz von Simitthus/Chimtou

Das antike Simitthus liegt an dem großen Fluss Medjerda, in der Nähe von Jendouba im nord-westlichen Tunesien und ist berühmt für die antiken und neuzeitlichen Steinbrüche des gelben „numidischen" Marmors. Bei Ausschachtungsarbeiten für einen Museumsneubau stieß man im Mai 1993 in einer Baugrube auf einen zerbrochenen Keramiktopf voll von spätantiken Goldmünzen aus dem früheren 5. Jh. n. Chr. Dieser Schatzfund von Chimtou umfasst 1 648 Münzen: nämlich 1 647 Solidi (Gold) und einen goldenen Halbsolidus/Semissis. Mit diesen Dimensionen ist der hier vorzustellende Schatzfund der größte sicher bekannte seiner Art aus der gesamten Spätantike.

Die ältesten Stücke des Fundes, für Kaiser Valentinian I. (364–375) geprägt, dürften noch im Jahre 364 entstanden sein. Die jüngsten hingegen – Ausgaben im Namen des Kaisers Honorius (393–423) – sind zeitlich schwerer zu fassen: Ganz sicher aber gehören sie dem Jahrzehnt 410–420 an. Da Honorius kurzfristig herrschender und münzprägender Mitregent Constantius III. (421) nicht in unserem Fund vorkommt, bildet dieses Jahr der Samtherrschaft der beiden Westkaiser einen Terminus ante quem für das Abbrechen der Münzreihe.
Im vorliegenden Band werden sämtliche Münzen in einem umfangreichen Katalog vorgestellt und in Fotographien abgebildet. Einzelne Kapitel widmen sich den Prägeherren und Münzstätten und beleuchten alle wichtigen historischen wie numismatischen Aspekte und gehen auch der Frage nach, wie und vor allem wo der Schatz in der Antike zusammengestellt wurde und welche Umstände zu seiner Verbergung führten.

Inhaltsverzeichnis und Vorwort

Contact Display

Kontakt

Redaktion der Zentrale
Podbielskiallee 69-71
14195 Berlin
Deutschland
 

Widget Teaser Zenon