Archäologische Workshops und Field School in Palau
Den Auftakt bildete ein Workshop zur archäologischen Dokumentation, in dem die Schülerinnen und Schüler in digitale, händische und fotografische Methoden der Objekt- und Befundaufnahme eingeführt wurden (Abb. 1-4).
Abb. 1 Schülerinnen scannen ein archäologisches Keramikgefäß. © DAI-KAAK// Annette Kühlem
Abb. 2 Präsentation der Scan-Ergebnisse. © DAI-KAAK// Annette Kühlem
Ergänzend fanden Fundplatzbesuche statt, bei denen Drohnendokumentation archäologischer Stätten sowie praktische Übungen zur händischen und dreidimensionalen Dokumentation im Gelände durchgeführt wurden.
Abb. 5 Dokumentation von küstenstennahen Fundorten vom Boot aus. © DAI-KAAK// Annette Kühlem
Ein zweiter Workshop widmete sich der Bewertung der Auswirkungen des Klimawandels auf küstennahe archäologische Fundorte, insbesondere in den Rock Islands (UNESCO-Welterbestätte Rock Islands Southern Lagoon) (Abb. 5). Die Teilnehmenden setzten sich mit Gefährdungsanalysen, Risikobewertungen und Strategien zum langfristigen Schutz besonders gefährdeter Fundstellen auseinander und erhielten so einen praxisnahen Einblick in aktuelle Herausforderungen des Kulturerhalts auf pazifischen Inseln.
Zur Vermittlung grundlegender archäologischer Methodik folgte eine Übungsgrabung auf dem Gelände der Palau High School (Abb. 6). Dabei erlernten die Schülerinnen und Schüler den vollständigen Ablauf einer archäologischen Ausgrabung – von der Anlage der Schnitte bis zur Dokumentation der Befunde – in praktischer Anwendung. Eine Grube, in der ein Schweineschädel – eine Leihgabe des Biologie-Kurses – „bestattet“ war, bildete ein besonderes Highlight (Abb. 7).
Abb. 8 Die Lehrgrabung am Fundort Ngerkelalk. © DAI-KAAK// Annette Kühlem
Den Abschluss der Workshop-Reihe bildete eine dreiwöchige Field School im Rahmen einer wissenschaftlichen Ausgrabung am Fundort Ngerkelalk, einer monumentalen Terrassenanlage im Bundesstaat Aimeliik (Abb. 8). Die Untersuchungen trugen zur Klärung von Funktion, Chronologie und Nutzung dieser bedeutenden prähistorischen Anlage bei und leisteten zugleich einen wichtigen Beitrag zu ihrer wissenschaftlichen Dokumentation und langfristigen Erhaltung.
Das Projekt endete mit einem von der Palau High School organisierten Community Day, bei dem die Schülerinnen und Schüler ihre Arbeitsweisen und Ergebnisse der Öffentlichkeit präsentierten.
Begleitet wurde die Abschlussveranstaltung durch den Besuch hochrangiger Vertreter, darunter der Minister of Human Resources, Culture, Tourism and Development Ngiraibelas Tmetuchl, Außenminister Gustavo Aitaro sowie der deutsche Honorarkonsul Thomas Schubert (Abb. 9-10).
Abb. 9 Minister Tmetuchl (Mitte) am Schnittrand. © Palau High School// Yan CAI
Die Projektleitung lag bei Dr. Annette Kühlem von der Kommission für Archäologie Außereuropäischer Kulturen, die seit 2017 das Projekt „Genese, Funktion und Chronologie der Erdwerke Babeldaobs“ leitet. Das Projekt steht exemplarisch für die internationale Arbeit des DAI, die archäologische Forschung mit Bildungsarbeit, Nachwuchsförderung und nachhaltigem Kulturerhalt verbindet.





