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18.09.2017 Johann Joachim Winckelmann: DAI feiert den 300. Geburtstag des Begründers der modernen Archäologie

Vortragszyklus in Rom gestartet – weitere Veranstaltungen folgen

2017 jährt sich der  Geburtstag von Johann Joachim Winckelmann (1717-1768) zum 300. Mal, 2018 sein Todesjahr zum 250. Mal. Das Wirken des Bgründers der modernen Archäologie hat auch die spätere Gründung des Deutschen Archäologischen Instituts in Rom am 21. April 1829 entscheidend geprägt: Die Gründerväter des Instituts wie Eduard Gerhard (1795-1867) oder Carlo Fea (1753-1836) hatten sich intensiv mit Winckelmann auseinandergesetzt. Sie setzten sich damit von den Antiquaren des Barock ab und ermöglichten durch die Gründung des Instituto di Corrispondenza Archaeologica  der Archäologie einen bis heute lebendigen institutionellen und international wirksamen Rückhalt. 

Vortragszyklus anlässlich des 300. Geburtstags 2017 und des 250. Todestages 2018 von Johann Joachim Winckelmann

Grund genug für das Deutsche Archäologische Institut Rom in Zusammenarbeit mit der Casa di Goethe und der Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Kunst- und Bildgeschichte/Census of Antique Works  eine Ringvorlesung mit namhaften Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen aus dem gesamten europäischen Raum zu konzipieren, die Winckelmann als gesamteuropäisches Rezeptionsphänomen deutlich machen soll. Insbesondere Winckelmanns Kunstbeschreibungen haben - eingebettet in eine Geschichte der Kunst des Altertums -, in besonderem Maße Wirkung in ganz Europa entfaltet, freilich, abhängig von jeweils spezifischen Rahmenbedingungen in unterschiedlicher Form. Dabei haben von Anfang an unterschiedliche kulturelle Denkmuster ebenso eine Rolle gespielt wie verschiedenartige politische Rahmenbedingungen und nicht zuletzt Disziplinen wie die Archäologie, die Kunstgeschichte und die Germanistik, in denen Winckelmann besondere Beachtung fand und findet. Die Vorlesung will Winckelmann als differenziert zu betrachtendes europäisches Rezeptionsphänomen verständlich machen; dabei kommen Italien, Frankreich, Großbritannien und seine Rezeption im deutschsprachigen Bereich ebenso zur Sprache wie Spanien, Russland, Polen und Tschechien. Neben dem DAI Rom und der Casa di Goethe dienen auch die in Rom noch vorhandenen Orte des Wirkens Winckelmanns etwa auf dem Kapitol teilweise als Veranstaltungsorte.

In der Sala del Galata des Museo Nazionale Romano Palazzo Altemps, dem Standort der auch von Winckelmann studierten Sammlung Ludovisi fand am 14. September 2017 die Auftaktveranstaltung statt. Nach einem Grußwort der Direktorin des Museo Nazionale Romano Palazzo Altemps Dott.ssa. Alessandra Capodiferro und einer Einführung in das Konzept der Ringvorlesung durch Prof. Dr. Ortwin Dally, dem leitenden Direktor des DAI Rom, der auch im Namen der Mitorganisatoren Dott.ssa Maria Gazzetti und Prof. Dr. Arnold Nesselrath sprach, ergriff Prof. Marcello Barbanera (Università la Sapineza) das Wort, um über "Winckelmann e la su epoca" zu sprechen.

Bereits im Juni 2017 fanden Feierlichkeiten zu Ehren Winckelmanns an der Abteilung Madrid des DAI statt: https://www.dainst.org/event/3016903

Johann Joachim Winckelmann – Leben und Wirken

Johann Joachim Winckelmann (1717-1768) ist der Begründer der modernen Archäologie und Kunstwissenschaft, darüber hinaus ein einflussreicher Vertreter einer klassizistisch geprägten Ästhetik und der Historiographie, schließlich einer der bedeutendsten deutschsprachigen Autoren des 18. Jahrhunderts.   Winckelmanns Wirken ist untrennbar mit der „Ewigen Stadt" verbunden, wo er, von Dresden aus kommend, nach einem Konfessionswechsel vom protestantischen zum katholische Glauben und zunächst gefördert von einem Stipendium des sächsischen Königs sich seit 1755 mit den dort vorhanden Antikensammlungen vertraut machte. Nur kurz unterbrochen durch einen mehrmonatigen Aufenthalt in Florenz, wo er die Gemmensammlung des Barons Philipp von Stosch zur Publikation vorbereitete, trat er in die Dienste des Kardinals Alessandro Albani (1692-1779) als Bibliothekar ein. 1763 wurde er zum Kommissar der Altertümer von Rom ernannt, ein Amt, das er bis zu seinem Tode 1768 bekleidete. Reisen führten ihn zwischen 1758 und 1767 nach Paestum und in die Vesuvregion, wo er über die neu einsetzenden Grabungen berichtete. Die Wirkung Winckelmanns beruhte ohne Zweifel auf seinen beiden Hauptwerken. Bereits in Dresden entstanden die 1755 in der ersten und 1756 in der zweiten Auflage erschienenen Gedanken über die „Nachahmung der griechischen Wercke in der Malerey und und Bildhauer-Kunst." In diesem grundlegenden Text des Klassizismus begründet Winckelmann auf der Grundlage philologischer, archäologisch-antiquarischer Studien sowie in Auseinandersetzung mit der englischen und französischen Aufklärung und Kunsttheorie die Vorbildlichkeit griechischer Kunst, die er den Künstlern seiner Zeit als Vorbild empfiehlt. In seinem zweiten Hauptwerk, der 1764 in der ersten und 1776 in der zweiten Auflage erschienene „Geschichte der Kunst des Alterthums", begründet Winckelmann erneut den Primat der griechischen Kunst und verbindet diesen mit dem biologistischen Modell von Entstehen, Höhepunkt und Verfall. Dadurch war es ihm möglich, Stilepochen, in der Sprache Winckelmanns den älteren, den hohen Stil im 5. Jahrhundert v. Chr., den schönen Stil und den Stil der Nachahmer, mit formalen Charakteristika zu scheiden und Kunstwerke als Teil einer Kunstentwicklung zu begreifen. Grundlage von Winckelmanns Arbeiten waren seine minutiösen Studien der Kunstsammlungen des Vatikan, ferner der Paläste und Villen (Medici, Borghese, Ludovisi, Mattei, Negroni, Giustiniani).

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Alessandra Ridolfi
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Abteilung Rom
Via Valadier 37
00193 Rom
 
+39 (0)6 488814-61

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