Living in the Shadow of the Pyramids: Settlements and Infrastructure in Dahshur

Dahshur represents the earliest large-scale construction site in Egypt. The building of the pyramids entailed, for instance, various workers’ settlements and workshops; the maintenance of cult practices required priests’ residences, while provisioning and administration were supported by elite domestic complexes. Only the interaction of…

Blick von Nordosten auf den nördlich des Taltempels gelegenen Garten und das Lehmziegelgebäude. Die Lehmziegelmauer rechts im Bild ist eine moderne Restaurierungs- und Schutzmauer. Links der steinerne Taltempel, im Hintergrund die Knickpyramide. © DAI Kairo // J. Pinke

DAI Standort  Abteilung Kairo

Laufzeit  seit 2024

Projektverantwortlicher  Dr. Clara Jeuthe

Adresse 

Email  Clara.Jeuthe@dainst.de

Laufzeit  seit 2024

Partner  Universität zu Köln

Förderer  Cairo Department, Gerda Henkel Stiftung

Projekt-ID  6000

Overview

During the pilot phase of the research project, several settlements are being investigated that emerged in close temporal proximity in connection with pyramid construction during the Fourth Dynasty (ca. 2600 BCE). One of these is the settlement designated DAM38, located to the north of the valley temple of the Bent Pyramid. Discovered through a geophysical survey conducted in 2013, the settlement extends over an area of approximately 350 × 200 m. Initial excavations have uncovered the remains of two houses, whose walls and ceilings were partially decorated with paintings. In one of the rooms, three limestone column bases were also discovered, which once supported lotus columns. Both buildings feature an open courtyard with five and six storage facilities, respectively. On the basis of both their dimensions and their architectural features, these structures may be interpreted as high-status residences, comparable to the palatial buildings of the period. They should thus be understood in connection with pyramid construction; however, their spatial association with the valley temple also suggests integration into the royal cult.

In addition, investigations began in 2026—made possible through project funding from the Gerda Henkel Stiftung—in the area of the workers’ barracks of the Red Pyramid (DAM1). The ground plans of this building complex were recorded through geomagnetic surveys in 2015. The ongoing excavations now provide insights into the function of the individual spaces and, consequently, into the daily life and infrastructure associated with pyramid construction.

Steinkern einer vermutlich eozänen Flügelschnecke Einen kuriosen Fund stellt eine knapp 20 cm große, versteinerte Schnecke dar, die in Haus 2 entdeckt wurde. Bei diesem Steinkern aus dem Eozän handelt es sich um einen Vertreter der Flügelschnecke (strombidae) und es ist anzunehmen, dass dieses fossile Tier damals als ein sehr bedeutungsvolles Objekt verstanden wurde. © DAI Kairo // B. Ezzat
Hölzerner Schlägel Aufgrund der Lage Dahschurs am Wüstenrand haben sich in der Siedlung eine Reihe von Objekten aus Holz erhalten. Neben diesem Schlägel (ein keulenförmiger Holzhammer), kamen bspw. auch ein hölzernes Tablett und ein Meißel zutage. © DAI Kairo // B. Ezzat
Fußabdruck im Schlamm Dieser Fußabdruck kam, zusammen mit weiteren Fuß- und Händeabdrücken, circa 30 cm unter dem Fußboden eines Raumes in Haus 1 zutage. Die Abdrücke können als klarer Beleg dafür gesehen werden, dass hier bereits vor der Errichtung des Hauses gewisse Aktivitäten stattfanden. Vielleicht wurden hier die Lehmziegel produziert, die man für den Bau des südlich gelegenen Kultbezirkes mit Garten benötigte. © DAI Kairo // A. Eller
Blick auf die Silos und den offenen Hof in Haus 1 In Haus 1 wurden im nördlichen Areal ein offener Hof mit sechs Silos entdeckt. Sie haben einen Durchmesser von gut 2 Metern und wurden vor dem Verlassen des Hauses gelehrt. Im angrenzenden Hof fand vermutlich das Mahlen und die Verteilung des Getreides statt. Die Existenz der Silos darf wohl als Indiz für eine längere Nutzung des Gebäudes gedeutet werden – immerhin wurde hier eine Infrastrukturanlage geschaffen, die den Bewohnern des Hauses ihre eigene Lebensmittelproduktion ermöglichte. © DAI Kairo // J. Pinke
Reste dreier Kalksteinbasen für Lotussäulen. Diese drei Säulenbasen bestehen aus Kalkstein und sind von einer kreisförmigen Schicht aus einer Art Mörtel umkleidet. Nach den Eindrücken auf den Säulenbasen in Form eines dreiblättrigen Kleeblatts, trugen die Basen einst Lotussäulen. Die Säulen selbst bestanden wahrscheinlich aus Holz und haben sich nicht erhalten. Vermutlich wurden sie bei der Aufgabe des Hauses absichtlich entfernt, um andernorts wiederverwendet zu werden. © DAI Kairo // T. Lyons
Vorläufiger Plan von Haus 1 und dem westlichen Bereich von Haus 2, Wände mit Kalkputz rot markiert. Der Grundriss von Haus 1 ist nach zwei Grabungskampagnen mehr oder minder vollständig bekannt. Im westlichen Bereich ist ein fast als labyrinthartig zu bezeichnender Komplex erkennbar, der den Kern des Gebäudes darstellt und über einen mehrfach abgeknickten Korridor von Nordosten her zu erreichen war. Im östlichen Bereich scheinen sich offene Räumlichkeiten befunden zu haben, im Norden schließt sich ein offener Hof mit Speichern an. Von Haus 2 wurde bislang nur der westliche Bereich erschlossen, auch hier sind allerdings schon Räume, Korridore und Silos erkennbar. Die rot markierten Wände markieren die mit Kalkputz und Farbe versehenen Wandteile. © DAI Kairo // L. Rees, A. Grünberg, C. Breninek, D. Rosenow
Ergebnis der geomagnetischen Prospektion im Areal nördlich des Taltempels der Knickpyramide. Im Bereich des Gartens sind die Pflanzengruben als schwarze Punkte erkennbar. Nördlich davon erstrecken sich die ausgedehnten Siedlungsreste, in denen einzelne rechteckige und quadratische Parzellen sichtbar sind, die orthogonal angelegt wurden. © DAI Kairo