9/5/17 1900. Todestag Traians

Am 8. August 117 n. Chr. verstarb der römische Kaiser Traian im kilikischen Selinus, dem heutigen Gazipaşa an der türkischen Südküste. Anlässlich seines 1900. Todestages fand vom 6.-8. August 2017 in Antalya am AKMED (Koç University Suna & İnan Kıraç Research Center for Mediterranean Civilizations) ein wissenschaftliches Kolloquium statt, in dessen Rahmen auch der Sterbeort des Kaisers besucht wurde. An diesem hat das DAI umfangreiche Forschungen durchgeführt, mit denen erstmals der Nachweis gelang, dass sich hier ein Memorialbau für den vergöttlichten Kaiser Traian befand.

Am 6. und 7. August 2017 versammelte das Kolloquium zum römischen Kaiser Marcus Ulpius Traianus am AKMED in Antalya eine internationale Runde von Experten aus der Alten Geschichte, Numismatik, Epigraphik, Bauforschung und Archäologie. Während der beiden Kolloquiumstage wurden verschiedenste Aspekte des Lebens und Wirkens dieses Kaisers beleuchtet und lebhaft diskutiert. Ein Themenschwerpunkt lag dabei auf den letzten Lebensjahren Traians und dem Übergang seiner Herrschaft auf Hadrian mit den folgenden Maßnahmen zu dessen Legitimation.

An Traians 1900. Todestag führte eine Exkursion die KolloquiumsteilnehmerInnen unter anderem an seinen Sterbeort nach Selinus. Dort fand anlässlich des historischen Ereignisses ein von der Stadtverwaltung Gazipaşa und dem Archäologischen Museum Alanya organisierter Festakt mit musikalischem Rahmenprogramm in Anwesenheit des stellvertretenden Bürgermeisters und des Kaymakan (Landrat) statt. Anschließend führte die Bauforscherin Claudia Winterstein durch den sog. Şekerhane Köşkü, eine in seldschukischer Zeit überformte monumentale Bauanlage aus der römischen Kaiserzeit in Form eines prostylen Podientempels umgeben von umlaufenden Portiken. Jüngste Forschungen zeigen, dass diese als Memorialbau für den vergöttlichten Traian an dessen Sterbeort errichtet worden war. Der Şekerhane Köşkü war in einem mehrjährigen Forschungsprojekt ausführlich untersucht worden, das in Kooperation zwischen dem Architekturreferat und der Abteilung Istanbul des DAI und dem Museum Alanya durchgeführt wurde.

Seit dem Herbst des Jahres 113 n. Chr. befand sich Traian mit seinen Truppen am östlichen Rande des Imperiums auf einem Feldzug gegen das Partherreich und seine Vasallenstaaten. Nach anfänglichen Erfolgen, die zur Gründung der römischen Provinzen Armenia, Mesopotamia und Assyria führten, deren Existenz jedoch nur wenige Jahre andauern sollte, spitzte sich die Lage ab 116 n. Chr. dramatisch zu.

Neben verlustreichen militärischen Niederlagen gegen die Parther und Aufständen in mehreren Teilen des Imperiums, führte schließlich im Frühjahr 117 n. Chr. die ernste Erkrankung des Kaisers, er hatte einen Schlaganfall erlitten und war teilweise gelähmt, zum Rückzug des römischen Heeres und dem Abbruch des Partherfeldzuges.
Hadrian, inzwischen zum Statthalter Syriens ernannt, verblieb mit dem Oberbefehl über die im Osten des Reiches stationierten Truppen in Antiochia am Orontes, während der schwerkranke Traian auf dem Seeweg die Rückreise nach Rom antrat. Nach einer weiteren Verschlechterung seines Gesundheitszustandes verstarb er schließlich am 8. August in der kleinen westkilikischen Hafenstadt Selinus. Dort wurde er eingeäschert, seine Asche nach Rom überführt und in einer goldenen Urne im Sockel der Traianssäule beigesetzt. Zu den damaligen Ereignissen in Selinus, die bereits in der Antike Gerüchte und Spekulationen hervorriefen, gehörte auch die Adoption Hadrians, ob nun tatsächlich erfolgt oder vorgetäuscht, durch die Traians bis dahin ungeregelte Nachfolge entschieden wurde.