Forschung - Auftrag - Formate

Projektstrukturen

Das DAI verfolgt seine integrierenden Forschungsfragen in paradigmatischen Grundlagenforschungs-projekten, die entlang theoriegeleiteter Fragestellungen entwickelt werden. Die Projekte weisen dabei ganz unterschiedliche Formate auf. Dies betrifft die Dauer, die Methodik und die Konstellationen  interdisziplinärer Zusammenarbeit.

Langfristiges Engagement

Für die Projektstruktur des DAI ist das langfristige, teilweise über mehr als hundert Jahre währende Engagement an Orten wie Uruk, Pergamon oder Olympia kennzeichnend, das mit einer entsprechenden Infrastruktur wie z. B. mit Grabungshäusern verbunden ist. An diese Orte, bei denen es sich um Großstädte oder Großheiligtümer handelt, die eine entsprechend komplexe Befundlage und auch ein entsprechendes Forschungspotenzial aufweisen, werden immer wieder neue Forschungsfragen gerichtet, die den Ort als Beispiel für das Verständnis grundsätzlicher kultureller und gesellschaftlicher Fragen, die für einen Zeithorizont oder eine Region charakteristisch sind, verstehbar machen. Dieser langfristigen Präsenz in den Gast- und Partnerländern des DAI kommt eine Schlüsselrolle in der vertrauensvollen Zusammenarbeit zu.

Langfristprojekte

Das DAI engagiert sich aber nicht allein langfristig an einem Ort, sondern führt auch Langfristprojekte durch, die eine komplexe Fragestellung über einen längeren Zeitraum von 10–15 Jahren verfolgen. Beispiele sind die vom DAI durchgeführten DFG-Langfristprojekte z. B. in Tayma, auf dem Göbekli Tepe, in Milet oder Abydos. Das DAI verfolgt hier in einem längerfristigen Projekt eine komplexe Fragestellung, die zudem den Einsatz vielfältiger Forschungsmethoden erfordert. Auch die grundlegende Arbeit an Editionen beispielsweise von Inschriften größerer Regionen ist aufgrund der Materialfülle zumeist als Langfristprojekt angelegt.

Kurz- und mittelfristige Projekte

Konkrete Forschungsfragen werden aber ebenso über kurz- und mittelfristige Projekte verfolgt. So kann ein bestimmter Gebäudekomplex mittels einer begrenzten Grabung oder einer Bauaufnahme untersucht werden. Auch minimalinvasive Sondagen basierend auf geophysikalischen Prospektionen zur Klärung chronologischer und stratigraphischer Einordnungen sind hier zu nennen. Eine mittelfristige Perspektive haben in der Regel auch Projekte mit dem Ziel der Qualifikation des wissenschaftlichen Nachwuchses. Über kürzere Sondierungs- oder Explorationsprojekte werden zudem die Potenziale für weitergehende Forschungsfragen ausgelotet und neue Kooperationen begründet.

Verbundforschung

Eine immer größere Rolle spielt bei der Beantwortung komplexer Fragestellungen die Inter- und Transdisziplinarität, die Forschung zusammen mit vielen Disziplinen, aber auch Institutionen. Die Projekte und Forscherinnen und Forscher des DAI sind daher in eine Vielzahl von Verbundforschungsprojekten eingebunden. Schwerpunktprogramme der DFG, Forschergruppen, EU-Projekte und Exzellenzcluster sind nur einige der Organisationsformen dieser Forschung.

Innerhalb des DAI ist die Forschung seit 2006 in Forschungsclustern, d. h. unter übergreifenden kulturwissenschaftlichen Fragestellungen, und seit 2014 auch zu transregionalen Forschungsfragen verbunden.