Intro Netzwerke

Fächerübergreifend und global – die Forschungsnetzwerke des DAI

Die Fragen der Archäologie haben sich verändert. Das Spektrum der einzelnen Fächer und der Forschungskulturen der Altertumswissenschaften weltweit erweitert sich beständig mit den komplexer werdenden Fragen zur frühen Menschheitsgeschichte. Viele der Fragen kann man nur noch in der Zusammenarbeit vieler Disziplinen und Institutionen beantworten.

Vernetztes Wissen – Vernetzte Forschung

An den Forschungsnetzwerken sind Naturwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler beteiligt, um Landschaften, Lebensräume oder auch das Klima der Antike zu rekonstruieren – und damit letztlich Erkenntnisse über die Lebensumstände der Menschen in der Antike zu gewinnen. Die Archäologinnen und Archäologen des DAI untersuchen nicht nur die von Menschen gemachten Dinge, sondern auch Knochen und Vegetationsreste. Zudem arbeiten sie mit Klimamodellen. Auch Dendrochronologie, Archäozoologie und -botanik sowie Geophysik gehören mit ihren Methoden neben vielen anderen heute selbstverständlich zur archäologischen Forschung. Bei jeder einzelnen Grabung, der gemeinsamen Arbeit im Gelände oder in der Bibliothek, bei der wissenschaftlichen Einzeldiskussion, aber auch bei übergreifenden Fragen entstehen internationale und fächerübergreifende Netzwerke. Sie sind die Voraussetzung für den Erfolg der Arbeit und die Voraussetzung für die Gestaltung von Forschungsverbünden auf nationaler und internationaler Ebene.

Forschungsnetzwerke weltweit

Grundlage der Arbeit des DAI sind die vielfältigen Forschungsnetzwerke und Forschungskooperationen weltweit. Dabei sind der wissenschaftliche Austausch und Kooperation in konkreten Projekten in den Gastländern die Knoten einer Vernetzung, die für das DAI von herausragender Bedeutung ist. Die Kooperationen sind durch Verträge abgesichert und erstrecken sich weit über bilaterale Abkommen hinaus.

Das Konzept der Forschungszentren, das derzeit vom DAI weiterentwickelt wird, soll der internationalen Kooperation in einem Projekt Ausdruck verleihen. Ein erster Schritt in diese Richtung ist mit der Etablierung des Friedrich Hinkel-Forschungszentrums getan. Es soll die große Leistung von Friedrich Hinkel in der Erforschung des Sudan in Kooperation mit dem Qatar-Sudan Archaeological Project der internationalen Forschung zugänglich machen.

Forschungsnetzwerke im DAI – Die Forschungscluster

Zum Profil der Forschung des DAI gehört aber auch die interne Vernetzung, die in Forschungsclustern Form angenommen hat. Diese Forschungscluster führen die exemplarischen Fallstudien zu unterschiedlichen antiken Kulturen und in unterschiedlichen Landschaften unter zentralen Fragen zusammen: Innovation, Migration, politische und sakrale Räume, aber auch die Geschichte des Fachs selbst werden in den Blick genommen.  Der diachrone und räumliche Vergleich kultureller Phänomene weltweit führt zu bedeutenden neuen Erkenntnissen. Überregionale Schwerpunktsetzungen sollen zukünftig die Vernetzung im DAI bereichern.

Forschungsverbünde

Die weltweiten Forschungskooperationen und die Vernetzungen im DAI sind die Grundlage für weiter gespannte Forschungsverbünde, in denen die Kompetenzen großer wissenschaftlicher Einrichtungen national und international gebündelt werden. Universitäten und außeruniversitäre Einrichtungen bringen hier ihre institutionellen Stärken in die Erforschung übergreifender Themen ein. 

Graduiertenschulen und Studiengänge

Zentraler Bestandteil moderner Forschungsverbünde sind Graduiertenschulen. Das DAI ist Partner innovativer Promotionsprogramme und Studiengänge und Mitglied mehrerer Graduiertenschulen wie zum Beispiel in München, Kiel oder Berlin.

Das DAI bringt seine Kompetenzen in die Ausbildung durch Beteiligung an Seminarprogrammen und durch die Betreuung von Dissertationen ein. Projekte des DAI werden dabei zu Orten der konkreten Anwendung des erlernten Wissens. Zahlreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des DAI sind permanent in die Lehre an deutschen und internationalen Hochschulen eingebunden.

Auf internationaler Ebene engagieren sich verschiedene Abteilungen des DAI in der universitären Lehre – sei es durch die Ausarbeitung von altertumswissenschaftlichen Curricula an Universitäten, sei es durch Lektorate oder nicht zuletzt durch die Vermittlung fächer- und länderübergreifender Kulturkontakte als Grundlage zukünftiger Kooperationen. Größte Bedeutung kommt dabei der Zusammenarbeit mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und der Alexander von Humboldt-Stiftung zu.