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TransArea Network Africa

Das Deutsche Archäologische Institut hat mit den TransArea Studies seit 2014 neben den Forschungsclustern ein zweites Vernetzungsformat etabliert. Im September 2014 trafen sich 30 auf dem afrikanischen Kontinent arbeitende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des DAI in Berlin, um gemeinsam das erste, Afrika in den Blick nehmende TransArea Network des DAI zu gründen.

Das TransArea Network Africa ist ein Forschungsverbund innerhalb des DAI, das den organisatorischen Rahmen für eine Vernetzung der zahlreichen Projekte der unterschiedlichen Abteilungen und Kommissionen des DAI auf dem afrikanischen Kontinent und den weiteren Ausbau dieser Aktivitäten bildet. Auf regelmäßigen Treffen des Netzwerkes werden mit deutschen und ausländischen, vor allem afrikanischen Partnern übergreifende Fragen der afrikanischen Archäologie diskutiert und die Ergebnisse anschließend publiziert. 

Derzeit am Netzwerk beteiligte Einrichtungen des DAI sind die Kommission für Archäologie außereuropäischer Kulturen in Bonn, die Abteilungen Kairo, Rom und Madrid, die Orient-Abteilung, die Berliner Zentrale mit dem Referat für Kulturgüterschutz und Site Management, dem IT-Referat, dem Architekturreferat, dem Referat Naturwissenschaften und dem Friedrich Hinkel-Forschungszentrum. Gemeinsam entwickelte Fragestellungen des Netzwerkes ermöglichen es, das in wissenschaftliche Einheiten mit zumeist geographischer Zuständigkeit und damit verbundenen disziplinären Spezialisierungen aufgeteilte DAI zu verbinden und räumliche Zusammenhänge früher Kulturen in transregionaler Perspektive wahrzunehmen. Dabei soll aber auch der bis in heutige Zeit reichende Einfluss von weit in die Vergangenheit reichenden verbindenden und trennenden Faktoren historischer Kulturräume thematisiert werden, um durch das Verständnis der historischen Genese einen Beitrag zum Verständnis der Austauschprozesse, Interaktionen, Interdependenzen und Konfliktlinien in der modernen Welt zu leisten

In einer ersten Phase wird sich das Netzwerk dem circumsaharischen Raum zuwenden und ihn, ähnlich wie es im Bereich der Mediterranean Studies für das Mittelmeer thematisiert wird, in einer transregionalen Perspektive in den Blick nehmen. Als größte Trockenwüste der Erde erzeugt die Sahara durch ihre separierende Wirkung Gefälle (sozialer, ökonomischer, ethnischer u.a. Art), das aber gleichzeitig die Motivation zur Überwindung dieser trennenden Wirkung in sich trägt und so kulturelle Dynamik erzeugt. Untersucht werden sollen jedoch nicht nur nord-südliche Interdependenzen, sondern alle Arten von Dynamiken, also beispielsweise auch Bezüge zwischen West-  und Ostafrika südlich der Sahara. Dabei ergeben sich starke Verbindungen des Netzwerkes zu Forschungscluster 6 „Connecting Cultures" des DAI, mit dem ein enger Austausch erfolgt.

Von besonderem Interesse sind daneben auch Fragen, die sich aus aktuellen Herausforderungen und Problemen ergeben. In Hinsicht auf den afrikanischen Kontinent sind hier vor allem die Frage nach den kulturellen Wurzeln heutiger Gesellschaften, die häufig direkt mit aktuellen Identitätsdiskursen verbunden ist, zu nennen, ferner die Frage nach dem Umgang und der Nutzung von Landschaft und Ressourcen im Wandel der Zeit und nicht zuletzt die Frage nach Unterstützung afrikanischer Partner im Bereich des Kulturgüterschutzes. Dass die Problematik von Raubgrabungen und illegalem Handel mit archäologischen Objekten auch Afrika in erschreckendem Maß betrifft, wurde etwa auf der internationalen Tagung „Kulturgut in Gefahr. Raubgrabungen und illegaler Handel" deutlich, die vom DAI gemeinsam mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und dem Deutschen Verband für Archäologie am 11. und 12. Dezember 2014 im Auswärtigen Amt veranstaltet wurde. Die Dringlichkeit der Erfassung archäologischer Stätten und Kulturgüter sowie der Errichtung digitaler Verzeichnisse war auch einer der wichtigen Punkte während eines internationalen Workshops zum Kulturerhalt in Casablanca, an dem das DAI im Rahmen der Initiative „Africa-EU Partnership" zur Vorbereitung des EU-Afrika-Gipfels als Mitorganisator teilgenommen hatte. Dem an das DAI herangetragene Wunsch nach Unterstützung bei der gemeinsamem Entwicklung digitaler Denkmalregister sowie bei der Aus- und Fortbildung in der Anwendung moderner Prospektions- und Fernerkundungsmethoden wird vor allem durch die Projekte des Referats für Kulturgüterschutz und Site Management sowie des IT-Referats Rechnung getragen, deren Arbeit nicht nur die Entwicklung gemeinsamer Forschungsziele mit afrikanischen Partnern erleichtert, sondern in sich einen Dialogprozess von großer Bedeutung für die Entwicklung leistungsfähiger Wissenschaftsstandorte im Bereich des kulturellen Erbes und seiner Bedeutung für die Gegenwart bildet.

Die Broschüre "Archäologische Forschungen des DAI in Afrika 2018" informiert auf Deutsch und Englisch über alle aktuellen Projekte von Marokko und Tunesien über Ägypten, Sudan und Äthiopien bis nach Südafrika.

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