Überblick
Das Projekt umfasst mehrere Kontexte: Ausgangspunkt bilden mehr als 90 überwiegend aus dem 5. Jh. v. Chr. stammende Gräber aus der Timpone-Nero-Nekropole (ergraben 2012/13). Von dort haben sich mehr als 30 Skelette ganz oder teilweise erhalten. Dazu kommen sechs Bestattungen aus der sog. punischen Nekropole von der Manuzza (aus dem Projekt Ein neues Modell für die Stadt Selinunt), die ins 4. und 3. Jh. v. Chr. datiert werden, ergänzt durch zwölf Skelette im Museo Salinas in Palermo aus Altgrabungen in dieser Nekropole. Außerdem können vier irreguläre Bestattungen von der Agora (Grabungen 1997–2005) integriert werden.
Anthropologische Untersuchungen sowie aDNA- und Isotopenanalysen sollen Auskunft über Herkunft, Lebensweise und Ernährung der Bestatteten geben, woraus Rückschlüsse über den mutmaßlichen sozialen Status der Bestatten gezogen werden können. So kann untersucht werden, welchen Einfluss der Status auf Grabform und Beigaben nahm. Im Rahmen des Übergreifenden Projekts Konvivenz ist von besonderem Interesse, ob und welche Veränderungen mit der punischen Eroberung der Stadt 409 v. Chr. einhergingen.
