Sozialer Status und Lebensrealität im antiken Sizilien

Ausgehend von zwei Nekropolenbefunden untersucht das interdisziplinäre Projekt die Lebensumstände der Menschen in Selinunt. Darauf aufbauend wird analysiert, ob und wie sich soziale Unterschiede im Grabritual manifestieren. Die Untersuchung der lokalen Sitten wird im Kontext der griechischen Funerärkultur auf Sizilien vertieft.

Die Akropolis von Selinunt © DAI Rom // Daniela Gauss

DAI Standort  Abteilung Rom

Projektart  Teilprojekt einer Verbundforschung

Laufzeit  01.2025 - 09.2027

Disziplinen  Anthropologie, Archäometrie, Klassische Archäologie

Projektverantwortlicher  Dr. phil. Annemarie Schantor

Adresse  Via Sardegna 79/81 , 00187 Rom

Email  Annemarie.Schantor@dainst.de

Team  Linda Adorno

Laufzeit  2025 - 2027

Projektart  Teilprojekt einer Verbundforschung

Cluster/Forschungsplan  ROM - Sepulkralarchäologie

Fokus  Methodenentwicklung, Auswertung, Stadtgeschichte

Disziplin  Anthropologie, Archäometrie, Klassische Archäologie

Methoden  Datennachnutzung, DNA-Analysen, Isotopenanalyse, Statistik

Partner  Parco Archeologico di Selinunte, Cave di Cusa e Pantelleria, Museo archeologico regionale Antonino Salinas, Curt-Engelhorn-Zentrum Archäometrie GmbH (CEZA), Referat Naturwissenschaften an der Zentrale, Accademia europea di Bolzano (EURAC), Istituto per lo studio delle mummie

Projekt-ID  6008

Überblick

Das Projekt umfasst mehrere Kontexte: Ausgangspunkt bilden mehr als 90 überwiegend aus dem 5. Jh. v. Chr. stammende Gräber aus der Timpone-Nero-Nekropole (ergraben 2012/13). Von dort haben sich mehr als 30 Skelette ganz oder teilweise erhalten. Dazu kommen sechs Bestattungen aus der sog. punischen Nekropole von der Manuzza (aus dem Projekt Ein neues Modell für die Stadt Selinunt), die ins 4. und 3. Jh. v. Chr. datiert werden, ergänzt durch zwölf Skelette im Museo Salinas in Palermo aus Altgrabungen in dieser Nekropole. Außerdem können vier irreguläre Bestattungen von der Agora (Grabungen 1997–2005) integriert werden.

Anthropologische Untersuchungen sowie aDNA- und Isotopenanalysen sollen Auskunft über Herkunft, Lebensweise und Ernährung der Bestatteten geben, woraus Rückschlüsse über den mutmaßlichen sozialen Status der Bestatten gezogen werden können. So kann untersucht werden, welchen Einfluss der Status auf Grabform und Beigaben nahm. Im Rahmen des Übergreifenden Projekts Konvivenz ist von besonderem Interesse, ob und welche Veränderungen mit der punischen Eroberung der Stadt 409 v. Chr. einhergingen.