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Person Summary

Prof. Dr. Dr. h.c. Eszter Bánffy
Erste Direktorin der Römisch-Germanischen Kommission
Adresse:
Palmengartenstraße 10-12
60325 Frankfurt
Deutschland
Telefon:
+49 69 975818-25

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Profil

Eszter Bánffy besitzt einen Hochschulabschluss in ur- und frühgeschichtlicher Archäologie, einen weiteren in vergleichender indoeuropäischer Sprachwissenschaft an der ELTE Universität Budapest. Nach ihrem Abschluss arbeitete sie für kurze Zeit als Sprachlehrerin und erhielt danach ein zehn monatiges DAAD-Stipendium an der Universität Heidelberg. In dieser Zeit arbeitete sie an ihrer Doktorarbeit und veröffentlichte erste wissenschaftliche Artikel. Nach ihrer Rückkehr nach Ungarn, arbeitete sie am Archäologischen Institut der Ungarischen Akademie der Wissenschaften.
Seit drei Jahrzehnten forscht sie zum Neolithikum und Chalkolithikum Zentral- und Süd-Osteuropas, mit einem Schwerpunkt in der Landschaft, - Siedlungsgeschichte- und kultische Gewohnheiten. Seit jüngerer Zeit fokussiert sie die neolithische Transition in Zentraleuropa und forscht weiterhin zu theoretischen Fragen und solchen des Schutzes des kulturellen Erbes.
Ihre Promotion stellte sie 1988 fertig, 2005 wurde sie zur Doktorin der Akademie promoviert, was einer Habilitation entspricht, eine weitere Habilitation erhielt sie 2012 im Fachgebiet Geoarchäologie an der Universität Szeged. Bei zahlreichen Projekten in Ungarn besaß sie die wissenschaftliche Leitung. Ein besonderer Fokus lag in Westungarn, wo das Neolithikum bis dahin noch wenig erforscht war: drei Kleinregionen am Ufer des Balatons, in Mittel-Transdanubien sowie an der Grenze zu Österreich wurden untersucht und 1996 und 2004 wissenschaftlich vorgelegt. In den letzten Jahren hat sie ihre Forschungsregionen auf die Donauregion Südungarns ausgeweitet. Zugleich wurde in dieser Region beim Bau einer Autobahntrasse ein bedeutender neolithischer Siedlungsplatz entdeckt, dessen Erforschung und Veröffentlichung sie seither betreut. Mittlerweile wird immer deutlicher, dass diese Region, Sárköz, im Neolithikum eine bedeutende Kontaktzone zwischen dem Balkan und Zentraleuropa war. Um die Befunde wissenschaftlich auszuwerten arbeitet Eszter Bánffy in einem Team aus mehreren Doktoranten und Post-Doktoranten sowie Kollegen aus den Bereichen Prähistorie, Osteoarchäologie, Archäozoologie, Archäogenetik und Umweltarchäologie. Sie leitet und koordiniert die gemeinsame Arbeit, die bereits durch verschiedene internationale Programme ausgeweitet wurde. Eines davon ist die Zusammenarbeit mit der Universität Mainz, in welcher die aDNA und stabile Isotopenanalyse der neolithischen Gruppen in der Region untersucht. Im Rahmen eines weiteren internationalen Projekts, das gemeinsam mit der Universität Cardiff und English Heritage durchgeführt und durch ein ERC Stipendium gefördert wird, werden 400 Radiokarbon-Datierungen der Sárköz-Region erstellt und mit der Bayessischer Statistik untersucht. Eine weitere ERC Kooperation mit der Universität Bristol erforscht den Milchkonsum im Neolithikum und hier untersucht sie mit ihrer Forschungsgruppe die Gesundheitssituation als Teil der Lebensmittel produzierenden Subsistenz.
Neben ihrer Tätigkeit am Institut für Archäologie der Ungarischen Akademie der Wissenschaften ist sie Gründungsmitglied der Graduiertenschule am Archäologischen Institut der ELTE Budapest und hat eine Honorarprofessur an der SZTE Szeged inne.
Seit 2007 engagiert sie sich in der präventiven Archäologie zum Schutz ungarischer Kulturdenkmälern, zunächst als Mitglieder später als Vorsitzende des Beratungsgremiums des KÖSZ (Cultural Heritage Field Service). Sie begutachtete Denkmäler gemäß den Kriterien der Valletta und des Faro Vertrags sowie der European Landscape Convention, die durch die ungarische Regierung ratifiziert wurden. Nach 2010 wurde die Arbeit des CHFS durch die ungarische Regierung nicht mehr gefördert.
Eszter Bánffy ist Autorin von acht Monographien und weit über hundert Artikeln und Buchbeiträgen, publiziert in 12 europäischen Ländern, Russland und den Vereinigten Staaten. Sie unterrichtete in zahlreichen Universitäten wie Ljubljana, Wien, Prag, Frankfurt, Buffalo, NewYork University und Harvard, wo sie 2008 ein Semester als Gastdozentin verbrachte. Seit 1995 ist sie Mitglied der European Association of Archaeologists (EAA) und seit 2005 in deren Vorstand tätig. Hier hatte sie Positionen im erweiterten und geschäftsführendem Vorstand, unter anderem als Generalsekretärin, inne. Seit 2013 führt sie ihre Arbeit im Dienste der EAA als Kuratorin der neu gegründeten Oskar Montelius-Fondation fort und sie ist eine der Herausgeberin der „THEMES of contemporary archaeology“-Serie.
Seit Anfang 2013 führt sie ihre Forschungsprojekte unter dem Dach der Römisch-Germanischen Kommission in Frankfurt als deren erste Direktorin fort.

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