Bir Yaka, İki Hikâye: Süleymaniye ve Zeyrek - Zwei Geschichten eines Ortes

Ausstellung: Bir Yaka, İki Hikâye: Süleymaniye ve Zeyrek, Dünya Mirası Alanlarında Yaşam / Zwei Geschichten eines Ortes: Leben im Weltkulturerbe. Süleymaniye und Zeyrek © İBB - İstanbul Büyükşehir Belediyesi // Sami Türk
Vor nicht allzu langer Zeit war das Stadtbild Istanbuls geprägt von osmanischen Holzhäusern, die mit ihren vielfältigen und einzigartigen Fassaden die Straßenzüge zierten. Doch im Laufe der Zeit verschwand dieser osmanische Gebäudetyp und wich neuen Häusern, die den Anforderungen einer stark wachsenden modernen Stadt entsprachen.
Die neue Ausstellung „Zwei Geschichten eines Ortes: Leben im Weltkulturerbe. Süleymaniye und Zeyrek“ greift die Einzigartigkeit dieser Bauten und deren Zusammenspiel auf. Die in Zusammenarbeit zwischen der Abteilung Istanbul des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) und der Kulturabteilung der Stadtverwaltung Istanbul (İBB) realisierte Ausstellung stellt die von Holzhäusern geprägte Wohnkultur der Stadtviertel Süleymaniye und Zeyrek sowie deren 50-jährige Dokumentationsgeschichte in den Mittelpunkt, die maßgeblich zur Aufnahme der Viertel in die UNESCO-Welterbeliste im Jahr 1985 beitrug.
Ausgehend von der Ausarbeitung des 2023 vorgelegten Süleymaniye-Erhaltungsberichts, setzt die Ausstellung die Zusammenarbeit zwischen dem DAI und der İBB fort. Die akademischen Arbeiten beider Institutionen zu diesen zwei Weltkulturerbe-Gebieten werden in der Ausstellung unter den Themen „lebendige Vergangenheit“, „vom Erbe lernen“ und „Lösungen für die Gegenwart entwickeln“ gemeinsam präsentiert. Diese spiegelt den erfahrungs-, lebens- und menschenorientierten Ansatz der Disziplinen Architektur, Archäologie, Stadtplanung, Stadtgeschichte, Soziologie und Denkmalpflege wider und konzentriert sich auf den identitätsstiftenden Wert des zusammenhängenden Stadtbildes. Dieser wird vor allem durch die von Holzbauten geprägten Wohnviertel bestimmt und stellt dabei eines der Hauptargumente für die Aufnahme von Zeyrek und Süleymaniye in die Welterbeliste dar.
Die Feldforschungen des Deutschen Archäologischen Instituts, die zwischen 1977 und 1981 gemeinsam mit Studierenden der Technischen Hochschule Darmstadt, der Universität Karlsruhe, der Universität Tübingen und der Technischen Universität Istanbul (İTÜ) in Zeyrek durchgeführt wurden, sind Ausgangspunkt der Ausstellung „Zwei Geschichten eines Ortes: Leben im Weltkulturerbe. Süleymaniye und Zeyrek“. Der dabei entstandenen Dokumentation kommt ein einzigartiger Wert zu, da sie den Zustand beider Gebiete unmittelbar vor ihrer Ernennung zum UNESCO-Weltkulturerbe dokumentieren.
Obwohl Zeyrek und Süleymaniye aufgrund der Veränderungen in der Stadtmorphologie heute als zwei getrennte Gebiete wahrgenommen werden, zeigt die Ausstellung sie anhand der über 50-jährigen Dokumentationsgeschichte hier als zusammenhängendes Ganzes. Die auf Türkisch, Deutsch und Englisch konzipierte Ausstellung nimmt die Besucher:innen anhand von fünf thematischen Schwerpunkten mit auf eine umfassende Reise: von Analysen des urbanen Gefüges, bereichert durch Audio- und Videoaufnahmen der Forschenden, über Spuren des Alltagslebens auf den Straßen bis hin zu präzisen Bauaufnahmen und Modellen, die die Geschichten der Gebäude greifbar machen, sowie Baudetails der Holzbauten im Maßstab 1:1, die die traditionelle Handwerkskunst präsentieren. Die Ausstellung, die die historische Tiefe Istanbuls mit wissenschaftlicher Präzision und künstlerischer Sprache vermittelt, soll künftig auch in Deutschland gezeigt und damit einem internationalen Publikum zugänglich gemacht werden.
Die Ausstellung „Zwei Geschichten eines Ortes: Leben im Weltkulturerbe. Süleymaniye und Zeyrek“ kann vom 22. Mai bis 20. September 2026 täglich (außer montags) zwischen 10:00 und 18:00 Uhr kostenlos im dritten Stock des Metrohan besucht werden. Zudem bietet dieses spektakuläre Gebäude am Tünel-Platz in Beyoğlu einen „360-Grad-Blick“ über das Goldene Horn auf die Istanbuler Stadtviertel, die in der Ausstellung thematisiert werden.
Kontakt
Dr.-Ing.
Moritz Kinzel
, Stellvertretende Leitung Abteilung Istanbul
Moritz.Kinzel@dainst.de
Burcu Akan
Burcu.Akan@dainst.de
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