Bundeskanzler Friedrich Merz besucht die Verbotene Stadt

Bundeskanzler Friedrich Merz (mittig) bei der Führung durch die Verbotene Stadt. Links: Dominic Hosner, DAI Peking; rechts Wang Xudong, Direktor des Palastmuseums © Bundesregierung // Guido Bergmann
Im Rahmen seines ersten offiziellen Besuchs in der Volksrepublik China stand für Bundeskanz-ler Friedrich Merz am 26. Februar 2026 ein Rundgang durch die Verbotene Stadt in Peking auf dem Programm. Die Führung durch die ehemalige kaiserliche Palastanlage unterstrich die Bedeutung des kulturellen Erbes im deutsch-chinesischen Dialog.
Begleitet wurde der Kanzler von der deutschen Botschafterin, Patricia Hildegard Flor, sowie Mitgliedern der Delegation. Die Führung wurde gemeinsam von Wang Xudong, Direktor des Palastmuseums Peking, sowie von Dominic Hosner, Referent für Chinesische Archäologie der Außenstelle Peking des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI), geleitet. Auf dem Weg vom Westtor bis zum Tor der Strahlenden Harmonie (熙和门) gab der Direktor des Palastmuseums eine Einführung in die Geschichte der Verbotenen Stadt und des Palastmuseums, das dort 1925 eröffnet wurde. Im Anschluss führte Dominic Hosner die Delegation entlang der Halle der Höchsten Harmonie (太和殿) weiter – dem zeremoniellen Mittelpunkt der Palastanlage und größten Hallenbau der Verbotenen Stadt, in dem die bedeutendsten kaiserlichen Zeremonien der Ming- und Qing-Dynastien stattfanden.
Die Verbotene Stadt ist ein herausragendes Beispiel chinesischer Palastarchitektur der Ming- und Qing-Zeit und zählt heute zum UNESCO-Weltkulturerbe. Ihre überwiegend in traditioneller Holzbauweise errichteten Gebäude stellen Forschung und Konservierung vor besondere Herausforderungen. Hier setzt die langjährige Kooperation zwischen dem Palastmuseum Peking, dem DAI und der Technische Universität Berlin an: Im Mittelpunkt stehen Historische Bauforschung und die Dendrochronologie. Bei der traditionellen chinesischen Holzarchitektur ermöglicht die Dendrochronologie eine jahresgenaue Datierung von Bau- und Reparaturphasen und leistet damit einen zentralen Beitrag zur Erforschung und Bewahrung dieses einzigartigen Welterbes.
Im Jahr 2015 unterzeichneten das Palastmuseum Peking und das DAI eine Kooperationsvereinbarung über die Konservierung des sog. Kristallpalastes und 2017 zum Aufbau eines Labors für Dendrochronologie. Seitdem bildet neben der gemeinsamen Forschung auch die Nachwuchsför-derung einen weiteren Schwerpunkt: Ziel ist es, Methoden der Bauforschung zu vermitteln und auf die traditionelle chinesische Holzarchitektur anzuwenden. Dabei steht nicht nur der Wissenstransfer im Vordergrund, sondern auch die Entwicklung innovativer Verfahren, die traditionelle chinesische Forschungs- und Dokumentationstechniken mit modernen Ansätzen der Bauforschung kombinieren. Der Rundgang des Bundeskanzlers durch die Verbotene Stadt verdeutlichte die Rolle der Kultur- und Wissenschaftskooperation als integralen Bestandteil der deutsch-chinesischen Beziehungen und als Brücke zwischen Politik, Forschung und Kulturerhalt.
Weitere Informationen zur Historischen Bauforschung und Dendrochronologie in der Verbotenen Stadt unter: https://www.dainst.org/forschung/projekte/noslug/5879
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Palastmuseum, Peking
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