Leben mit der Hitze

Über Jahrhunderte wurden in Marokko Gartenpaläste errichtet, die in heißen Klimazonen ein komfortables Leben ermöglichten. Die Wohnbauten kombinierten Architektur- und Gartenelemente, um Licht und Luftströme zu steuern und auch an Sommertagen ein temperiertes Raumklima zu garantieren. Woher kam das technische Wissen, welche Rolle spielten dabei Wohntraditionen des Vorderen Orient und des benachbarten al-Andalus, und inwiefern wurde auf lokales Wissen zurückgegriffen?
Diesen Fragen geht ein neues, auf vier Jahre ausgelegtes Kooperationsprojekt der Abteilung Madrid und des Institut national des sciences de l'archéologie et du patrimoine (INSAP, Rabat) nach, unter der Leitung von Felix Arnold und Asmae El Kacimi. In Belyounech, an der Nordküste Marokkos, sind mit die ältesten Paläste und Gärten Marokkos erhalten. Am Fuß des Gebel Musa direkt gegenüber von Gibraltar gelegen, herrscht an dem Fundort ein einzigartiges Mikroklima, das es bereits in der Antike ermöglichte, Feigen- und Nussbäume anzupflanzen, und in dem bis heute Berber-Affen leben. Am Ende des 10. Jahrhunderts errichtete ein Lokalfürst hier auf einer Klippe einen außergewöhnlichen Palast, der im Inneren einen Garten integrierte, zugleich aber atemberaubende Blicke über die Meerenge bot. Bis in das 15. Jahrhundert florierten im Umfeld Gartenpaläste, die in besonderer Weise an das Klima und die topographischen Bedingungen adaptiert waren.
In einer ersten Vorkampagne wurden im Juli 2026 die sichtbaren Mauerzüge vermessen, die ersten Grabungen sind für September geplant. Die Arbeiten lassen neue Aufschlüsse zu den Ursprüngen der Landschaftsarchitektur im nördlichen Marokko erhoffen, und deren Bezüge ebenso zur Iberischen Halbinsel wie in den Süden des Landes.
Kontakt
PD Dr.
Felix Arnold
, Stellvertretender Direktor Abteilung Madrid
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Partner
Institut National des Sciences de l'Archéologie et du Patrimoine (INSAP)

