Testbeschreibung © Dummy35 // Dummy1

Nachruf Klaus Fittschen (1936-2026)

NACHRUF
Klaus Fitschen bei einem Vortrag in der Abteilung Athen 2015
Klaus Fitschen bei einem Vortrag in der Abteilung Athen 2015

06.01.2026 | Abteilung Athen

Am 2. Januar 2026 verstarb nach langer schwerer Krankheit der ehemalige Erste Direktor der Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts Athen Prof. Dr. Klaus Fittschen.

Im April 1989 trat Klaus Fittschen, vom Göttinger Lehrstuhl kommend, die Nachfolge von Helmut Kyrieleis als erster Direktor der Abteilung Athen an. Die kommenden 12 Jahre bis zu seinem Ruhestand 2001 prägten die Arbeiten und Außenwahrnehmung des Instituts durch seine Forschungsschwerpunkte in Griechenland. Während Klaus Fittschen sich zuvor intensiv mit römischen Porträts beschäftigt hatte, legte er nun einen Schwerpunkt auf die griechische Landeskunde und Epigraphik. Anknüpfend an den ursprünglichen Forschungsauftrag des Instituts führte er zum einen die regelmäßig stattfindenden Attika-Kurse (1991-2000), zum anderen das Attika-Referat (1992-1995) ein. Durch die Beschäftigung mit der Landeskunde und in Kombination mit seiner Auseinandersetzung mit der Forschungsgeschichte der Archäologie in Griechenland und der Institutsgeschichte wurde auch der Boden für Ausstellungen und Symposien bereitet, die in Zusammenarbeit oder von ihm und dem DAI zu jener Zeit stattgefunden haben. Eine der Persönlichkeiten, die ihn wissenschaftlich besonders beschäftigt haben, war dabei der erste Göttinger Professor mit Schwerpunkt auf der griechischen Landeskunde Karl Otfried Müller (1798–1840), der erst 42jährig während einer Griechenlandreise verstorben war. Anlässlich dessen 150jährigen Todestages wurde 1990 an seinem Grab in Athen eine Kranzniederlegung organisiert. In den Jahren 1997/98 folgte anlässlich Müllers 200. Geburtstag an der Göttinger Universität eine Ausstellung mit Zeichnungen von dessen Griechenland-Reise 1840 (mit Ernst Curtius und Adolf Schöll sowie dem Zeichner Friedrich Neise). Diese konnte durch Fittschens Vermittlung auch im Goethe-Institut Athen (Februar 2000) und im Europäischen Kulturzentrum in Delphi (Mai 2000) gezeigt werden, die Publikation der Neise-Zeichnungen konnte er noch 2023 gemeinsam mit seiner Frau Ursula Zehm vorlegen.

Auch der Erinnerung an einen der ersten Mitarbeiter der Abteilung Athen und Gründungsdirektor des Epigraphischen Museums von Athen Habbo Gerhard Lolling (1848–1894) lag Fittschen am Herzen. Es war die Idee der langjährigen Leiterin des Epigraphischen Museums Konstantina Peppa-Delmusu, anlässlich seines 100. Todestages 1994 ein Symposion zu veranstalten, die Fittschen bereitwillig aufgriff. Gleichzeitig fand im Epigraphischen Museum eine Ausstellung zu Lolling statt.

Fittschens Tätigkeit in Griechenland beschränkte sich nicht nur auf die Forschungsgeschichte, sondern er unternahm im böotischen Orchomenos auch ein Feldforschungsprojekt, um das lange Desiderat eines Gesamtplans in die Wege zu leiten. An seinen breiten Kenntnissen zur griechischen Landeskunde ließ er seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer gerne partizipieren: sei es bei Betriebsausflügen oder aber während der Diskussionen nach den Hauskolloquien, die kenntnisreich, aber durchaus schonungslos geführt wurden. Es ging Klaus Fittschen immer um die Sache und um die rechte wissenschaftliche Erkenntnis, die er in Wort und Schrift stets in aller Deutlichkeit verteidigte. Seine ehemaligen Wegbegleiter an der Abteilung Athen werden ihn als diskussionsfreudigen und kenntnisreichen Abteilungsleiter in Erinnerung behalten. Die Abteilung Athen wird Klaus Fittschen ein ehrendes Andenken bewahren; unser Mitgefühl gilt seiner Frau und seiner Tochter.

Kontakt
Prof. Dr. Katja Sporn , Leitende Direktorin Abteilung Athen
Katja.Sporn@dainst.de

DAI Pressestelle
Podbielskiallee 69
14195 Berlin
Tel.: +49 (0)30 187711-120
Mail: presse@dainst.de