Neuer Band in "Forschungen zur Archäologie Außereuropäischer Kulturen", FAAK 21

Der Aufstieg und Fall des Mongolischen Reiches sind wichtige Wendepunkte in der Weltgeschichte. Die mongolischen Eroberer schufen in kurzer Zeit ein riesiges Reich, das sich von Osteuropa bis zum Pazifik erstreckte. Dies schuf einen Raum für interkulturelle Begegnungen in einem bisher unbekannten Ausmaß. Ein Ort dieser Begegnungen war die mongolische Hauptstadt Karakorum. Nach ihrer legendären Gründung durch Dschingis Khan selbst wurde sie unter seinen Nachfolgern erweitert und entwickelte sich zu einem wichtigen Zentrum, in dem die mongolischen Herrscher mit ihren Untertanen und Vasallen aus allen Teilen der Welt zusammentrafen und so ihre imperiale Macht demonstrierten. Die Blütezeit der Stadt dauerte kaum 160 Jahre, von denen sie nur 40 Jahre als reguläre Residenz des mongolischen Großkhans diente. Aus dieser kurzen Zeit ist jedoch ein faszinierender Reichtum an historischen und archäologischen Quellen erhalten geblieben. Seit 2000 erforschen mongolische und deutsche Archäologen gemeinsam die Stadtruinen. In diesem Band präsentiert Hendrik Rohland die Auswertung einer mutmaßlichen christlich-nestorianischen Kirche am nördlichen Stadtrand und bettet die Ergebnisse in den breiten historisch-archäologischen Kontext von Karakorum, dem Mongolischen Reich und der Kirche des Ostens ein. Anhand dieser Fallstudie diskutiert der Autor die Funktionen, die die Stadt Karakorum für die nomadische Elite und ihre sesshaften Untertanen, von denen einige aus großer Entfernung angereist waren, erfüllte, und stellt sie in den Kontext der städtischen Entwicklungen auf dem mongolischen Plateau.
Der Band ist online verfügbar: https://doi.org/10.34780/c4a3-en5a
Kontakt
Dr. phil.
Hendrik Rohland
, Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt "Kulturlandschaft Orchontal" / Mongolei
Hendrik.Rohland@dainst.de
Susanne Schlegel
, Sekretärin, Öffentlichkeitsarbeit
Susanne.Schlegel@dainst.de
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