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Nachruf Rudolph Kuper (28. Mai 1937 – 14. April 2026)

NACHRUF

Rudolph Kuper in Kairo, Juni 2023 © DAI Kairo // B. Ezzat

23.04.2026 | Abteilung Kairo

Am 14. April 2026 verstarb in Köln der Archäologe Rudolph Kuper. Nach ersten, schon überaus ergebnisträchtigen Forschungen in der deutschen Prähistorie entdeckte er, für sich und dann für viele andere Kolleg:innen, die Besiedlungsgeschichte der Ostsahara als das Forschungsthema seines Lebens. Das von ihm gegründete Heinrich-Barth-Institut an der Universität zu Köln sowie die Projekte „B.O.S. – Besiedlungsgeschichte der Ostsahara“  und „A.C.A.C.I.A. – Kultur- und Landschaftswandel im ariden Afrika“ haben maßgebliche und bis heute unverzichtbare Beiträge zur Erforschung der frühen Kulturstufen Ägyptens und des Sudan geleistet. Zugleich lieferten die von ihm initiierten Projekte auch für jüngere Epochen wichtige Impulse und eine Fülle neuer Erkenntnisse.
 

Mit dem Deutschen Archäologischen Institut stand er über mehr als vier Jahrzehnte in engem Austausch. Er bereicherte das wissenschaftliche Leben des Instituts nachhaltig – nicht zuletzt im Zusammenspiel mit den zahlreichen Nachwuchswissenschaftler:innen, die seinem Forscherdrang über viele Jahre folgten. Viele von ihnen erhielten ihre prägende akademische Ausbildung in seinen Teams; ihre späteren eigenständigen Projekte gingen nicht selten aus zunächst gemeinsamen Unternehmungen mit Rudolph Kuper hervor. Die Unterstützung und Förderung junger Kolleg:innen war ihm nicht nur für das Fortleben des Fachbereichs wichtig, sondern auch ein menschliches Anliegen. Zusammen mit Tarek Tawfik initiierte und etablierte er den gemeinsamen Masterstudiengang „Environmental Archaeology“ der Universitäten Kairo und Köln. Einige seiner Absolvent:innen arbeiten mittlerweile auch mit dem Deutschen Archäologischen Institut zusammen.

Aber nicht nur die Archäologie der Wüste, sondern auch deren Schutz waren für Rudolph Kuper eine Herzensangelegenheit. So unterstützten er und sein Team, zusammen mit der Egyptian Environmental Affairs Agency (EEAA), z.B. den Ausbau des Gilf Kebir Nationalparks. Noch im Juni 2023 hielt er im Rahmen des Kolloquiums „Egypt through the Eyes of Ahmed Fakhry“ ein eindringliches Plädoyer für den Erhalt archäologischer Denkmäler in der ägyptischen Ostsahara. So lange es gesundheitlich irgend möglich war, zog es ihn, wie in all den Jahren unterstützt von seiner Frau Beatrice, zu den Oasen der Westwüste und dem Haus des Heinrich-Barth-Instituts e.V. der Universität Köln in die Oase Dachla.

Rudolph Kuper verstand es in beeindruckender Weise, diesen heute lebensfeindlichen Raum der Wüste „zu lesen“, seine Bedeutung für die Kulturgeschichte Nordostafrikas zu vermitteln und zu dessen Verständnis grundlegende Beiträge zu leisten.  Durch seine ansteckende und inspirierende Begeisterung für seinen Forschungsgegenstand war er in der Lage, das Interesse zahlreicher Menschen zu wecken. Die Archäologie Ägyptens und des Sudans verliert einen ungemein zielstrebigen und erfolgreichen Vertreter ihres Faches.

Der Abteilung Kairo wird Rudolph Kuper als Kollege und Freund unvergessen bleiben. Sie spricht seiner Familie und langjährigen Projektmitarbeiter:innen aufrichtiges Beileid aus.