Kulturerhalt und Naturschutz für Jordanien und Syrien
12/3/15 Bauforscher und Archäologen entwickeln ein neuartiges Programm für Kinder und junge Erwachsene

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Das Deutsche Archäologische Institut (DAI) führt zusammen mit dem Institut für Archäologie der Universität Hamburg und Partnern vor Ort in Jordanien neuartige Workshops für Kinder durch, die Natur- und Denkmalschutz miteinander verbinden. Die Programme sollen das Bewusstsein für Umwelt und kulturelles Erbe stärken und sowohl in jordanischen Gemeinden wie auch in Lagern für syrische Flüchtlinge angeboten werden.

Entwickelt wurde das Programm von DAI-Bauforscherin Claudia Bührig und dem Experimentalarchäologe Frank Andraschko von der Universität Hamburg. Es startete im Frühjahr in Umm Qays, im Norden Jordaniens, direkt an der Grenze zu Syrien. Die Kleinstadt beherbergt die archäologischen Stätten der 2000 Jahre alten hellenistisch-römischen Gadara, wo deutsche Archäologen seit 50 Jahren forschen. Über 200 begeisterte Schülerinnen und Schüler der örtlichen Grundschule nahmen an einem praktischen hands-on-workshop zum prähistorischen Feuermachen, Bogenschießen und zur Schmuckherstellung teil. Dabei und lernten sie die eigene Geschichte auf völlig neue Art kennen. Ende Oktober luden die deutschen Forscher die Dorfgemeinschaft zum Tag der offenen Ausgrabung ein und berichteten über die Ergebnisse der neuesten Arbeiten.

Aufgrund der positiven Erfahrungen mit den bereits durchgeführten Programmen werden deutsche und jordanische Partner, darunter das Children's Museum of Jordan in Amman, das Gadara ´Umm Qays´ Cultural Forum und die Royal Society for the Conservation of Nature (RSCN), unterstützt von UNICEF und UNESCO, in den nächsten Jahren ein Bildungsprogramm zur Kulturregion Jordanien und Syrien entwickeln, um jungen Menschen das kulturellen Erbe der Region zu vermitteln. Es wird sowohl in jordanischen Gemeinden wie auch in Lagern für syrische Flüchtlinge angeboten.

Parallel dazu wird im Rahmen der geplanten Sicherung und Konservierung des Westtheaters in Gadara ein Trainingsprogramm für jordanische und syrische Handwerker und junge Erwachsene aufgebaut, in dem traditionelle Steinmetztechniken in einem konkreten Vorhaben vermittelt und eingeübt werden.

Beide Maßnahmen beinhalten nicht nur Vermittlungs- und Ausbildungsaspekte, sondern werden auch in den Aufbau ökotouristischer Angebote einfließen, die bereits von der deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) initiiert wurden. Insgesamt soll Gadara/Umm Qays als Modellregion für eine nachhaltige Entwicklung unter besonderer Berücksichtigung des kulturellen Erbes und des Naturschutzes dienen.

Karin Bartl von der Orient-Abteilung des DAI, Außenstelle Damaskus, derzeit Amman, hat das Vorhaben mit auf den Weg gebracht: „Ich freue mich, dass unsere archäologischen Forschungen und Erfahrungen Grundlage für dieses neue Kulturvermittlungsprojekt und die restauratorische Fortbildungsmaßnahme sind und denke, dass wir uns damit auf einem guten Weg befinden".

Zum Thema „Capacity Building in Krisenregionen" ist ein ausführliches „Dossier Archäologie" erschienen. In einem Netzwerk verschiedener Akteure aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft koordiniert das Deutsche Archäologische Institut ein Projekt, das kürzlich mit Unterstützung des Auswärtigen Amts angelaufen ist: „Die Stunde Null – Eine Zukunft für die Zeit nach der Krise".

Text und Bilder sind unter Angabe der Quelle frei für die Verwendung. Sie stehen hier zum Download bereit: http://www.dainst.org/dai/presse/dossier-archaeologie/-/article-display/L11mBpjClzu5/1462174

Informationen:

Dr.-Ing. Claudia Bührig, Deutsches Archäologisches Institut, Projekt Gadara/Umm Qays, Podbielskiallee 69-71, 14195 Berlin, Tel: 030 - 187 711 – 153, E-Mail: Claudia.Buehrig@dainst.de

Dr. Frank Andraschko, Universität Hamburg, Archäologisches Institut, Mittelweg 177, 20148 Hamburg, Tel.: 040 - 42838 5901, E-Mail: frank.andraschko@uni-hamburg.de

PD Dr. Karin Bartl, Deutsches Archäologisches Institut, Außenstelle Damaskus, Podbielskiallee 69-71, 14195 Berlin, E-Mail: Karin.Bartl@dainst.de

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