Göbekli Tepe (7 Subprojects)
Die megalithischen Kreisanlagen aus der Zeit um 9000 v. Chr. geben den Ruinenhügel als rituelles Zentrum einer vernetzten Gemeinschaft zu erkennen. Das DAI erforscht die Aspekte des Umbruchs zur Sesshaftigkeit und trägt maßgeblich zur nachhaltigen Erfahrbarkeit dieser singulären frühneolithischen Stätte bei.

Göbekli Tepe - Die frühholozäne Gesellschaft Obermesopotamiens und ihre Subsistenz

Der mit 15 m Schichtmächtigkeit gewaltige, rein steinzeitliche Siedlungshügel von Göbekli Tepe (‚Hügel mit Nabel') bei Urfa wird seit 1995 gemeinsam mit dem Museum Şanlıurfa ergraben. Herausragend sind die monumentalen, mit Skulpturen und Reliefs ausgestatteten Kreisanlagen aus der Zeit um 9000 v. Chr. Sie kennzeichnen den Göbekli Tepe als rituelles Zentrum und als Kommunikationsplattform für eine offenbar großräumig vernetzte jägerische Bevölkerung. Diese Monumente stellen damit eine weltweit einzigartige Quelle zur Geschichte des Umbruchs von jägerischen Gesellschaften zum Bauerntum dar und lassen diesen Wandel in gänzlich neuem Licht erscheinen.

Die bisher durchgeführten Grabungskampagnen erbrachten keine Anzeichen für Wohnbebauung oder Befestigungen. Vielmehr wurden bislang unbekannte, monumentale, megalithische Kreisanlagen gefunden, an deren religiöser Funktion kaum zu zweifeln ist.
Die tonnenschweren monolithischen Pfeiler werden mit Mauerzügen, die 'Innen' und 'Außen' abgrenzen, kreisförmig verbunden. Im Zentrum steht ein alles überragendes Pfeilerpaar. Manche der dargestellten Arme, die im Relief auf einigen der Pfeiler abgebildet sind, könnten Arme von Menschen meinen.
Auf den Pfeilern befinden sich großformatige Reliefs einer großen Vielfalt wilder Tiere wie Raubkatzen, Stiere, Keiler, Füchse und Schlangen. Die Darstellungen öffnen den Blick auf eine Bildersprache, deren Ausdeutung zusammen mit der Gesamtbewertung der Befunde noch manch kontroversen Gelehrtendiskurs nähren wird.

In Vorderasien fand der Übergang von Jäger- und Sammlergesellschaften zur bäuerlichen Lebensweise unmittelbar nach dem Ende der Eiszeit im 10. Jahrtausend v. Chr. – und damit früher als in anderen Regionen der Welt – statt. Als elementar gilt seit langem die Frage nach den Gründen für den Wechsel vom Wildbeutertum zur Landwirtschaft. Bei der Suche nach einer Antwort rückt die Landschaft Obermesopotamiens mit dem hier gelegenen Göbekli Tepe zunehmend in den Vordergrund.
Der ins 10. und 9. Jahrtausend v. Chr. datierende und zum größten Teil aus megalithischen Monumenten bestehende Ruinenhügel diente offenbar einer großräumig vernetzten jägerischen Bevölkerung als rituelles Zentrum und als Kommunikationsplattform. Die Hypothese, dass die 'Kultgemeinschaft' des Göbekli Tepe mit ihrer Möglichkeit zur schnellen Verbreitung von Innovationen gleichsam als Motor bei der Entstehung nahrungsproduzierender Lebensweisen wirkte, gilt es in der weiteren archäologischen Erforschung dieses Platzes zu überprüfen.
Biogene Überreste sind ein wichtiger Schlüssel zum Verständnis der kausalen Zusammenhänge dieses Wandels. Ihre archäozoologische und molekularbiologische Analyse verspricht weit reichende Aufschlüsse, die zumindest für die Region Obermesopotamiens eine verlässliche Antwort auf die Frage „Warum die Menschen Bauern wurden“ ermöglichen werden.

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Göbekli Tepe - Projekt
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