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Project Summary

Archäofauna und Paläobotanik
Das Projekt geht der Frage nach, ob am Göbekli Tepe bereits domestizierte Tier- und Pflanzenarten vorkommen. Die Auswertung der Daten hat jedoch ergeben, dass bislang ausschließlich wilde Spezies vorliegen - domestizierte Tiere oder Kulturpflanzen konnten hingegen nicht nachgewiesen werden.

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Göbekli Tepe – Archäofauna und Paläobotanik

Seit Beginn des Projektes wird die Archäofauna von Prof. Dr. Angela von den Driesch und Prof. Dr. Joris Peters von der Ludwig-Maximilians Universität München bearbeitet. Es liegen bereits mehrere Veröffentlichungen vor (von den Driesch – Peters 1999; Peters et al. 1999, 2005). Am häufigsten sind Gazellen, gefolgt von Auerochsen, Wildeseln und anderen Herbivoren.

Eine spezielle Untersuchung widmete sich der Frage, ob der Vergleich der Archäofauna mit den in Relief dargestellten Tieren eine Beziehung zwischen beiden Datengruppen aufzeigen kann (Peters/Schmidt 2004).

Es wurde deutlich, dass wie bei der altsteinzeitlichen Höhlenkunst des frankokantabrischen Raumes keinesfalls eine wie auch immer geartete Jagdmagie vorliegt. Die Darstellungen dürften vielmehr einen Bezug zur Vorstellungswelt der Erbauer der Anlagen, zu ihren Mythen und Erinnerungen haben. Als erwähnenswertes Detailergebnis der letzten Bearbeitungskampagnen ist in diesem Zusammenhang die Bestimmung von Leopardenknochen anzuführen, einem Tier, dem in der steinzeitlichen Ikonographie eine besondere Rolle zukommt.

Die paläobotanischen Funde werden seit Beginn des Projektes von Dr. Reinder Neef bearbeitet. Leider ist die Erhaltung dieser Fundgattung am Göbekli Tepe sehr schlecht, da bisher keine Feuerstellen oder Öfen angetroffen wurden und deshalb kaum karbonisierte und damit erhaltene und bestimmbare Pflanzenreste vorliegen. Anhand der wenigen Ausnahmen kann dennoch ein klares Bild gezeichnet werden: Wie in der Archäofauna liegen ausschließlich wilde Spezies vor, so z.B. Einkorn, Mandeln und Pistazien. Kulturpflanzen können nicht nachgewiesen werden (Neef 2003).

Biogene Überreste sind ein wichtiger Schlüssel zum Verständnis der kausalen Zusammenhänge des Wandels von Jäger- und Sammlergesellschaften zur bäuerlichen Lebensweise. Ihre archäozoologische und molekularbiologische Analyse verspricht weit reichende Aufschlüsse, die zumindest für die Region Obermesopotamiens eine verlässliche Antwort auf die Frage „Warum die Menschen Bauern wurden“ ermöglichen werden.

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Lee Clare
Wissenschaftlicher Referent
Abteilung Istanbul
Inönü Cad. 10
TR‐34437 Istanbul
 
+49 (0)30 18 77 11-110
+49 (0)30 18 77 11-189

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seit 1995

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