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Atlas der Innovationen
Der Atlas der Innovationen ist ein Arbeitsinstrument, durch das die ältesten Nachweise für Techniken kartographisch dargestellt werden.

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Atlas der Innovationen

Bis vor nicht allzulanger Zeit schienen die orientalischen Hochkulturen das Entwicklungszentrum für Schlüsseltechniken wie Rad und Wagen zu
sein. Im diffusionistischen Modell, das auf Gordon Childe zurückging, wurden diese technischen Innovationen aus dem „Zentrum“ in die „Peripherien“ verbreitet. Mit dem Aufbau von Chronologien auf der Basis von 14C-Datierungen sind diese Modellvorstellungen fragwürdig geworden. Nachweise für das Rad sind um 3500 v. Chr. zwischen Mesopotamien und der Nordsee verbreitet, ohne dass zu entscheiden ist, wo es „erfunden“ wurde.

Der Atlas der Innovationen setzt an dieser Stelle ein: Er ist ein Arbeitsinstrument, durch das die ältesten Nachweise für Techniken kartographisch dargestellt werden. Er ist aber nicht nur eine Form der Darstellung, sondern zugleich ein heuristisches Mittel, nämlich zu erkennen, welche Techniken und Wissensbestände in einzelnen Regionen verfügbar waren, miteinander verbunden waren und möglicherweise aufeinander aufbauten.

Der Atlas der Innovationen stellt die ältesten Nachweise für bestimmte Schlüsseltechniken vor. Aufgrund der Fund- und Befundsituation sind hierfür größere Zeiträume von mehreren hundert Jahren zu berücksichtigen. Durch eine Zeitleiste können die verschieden alten Nachweise für eine Technik differenziert dargestellt werden. Der Atlas ist kein reines Darstellungsmittel, durch die Verknüpfung mehrerer Merkmale in einer Karte können z. B. regionale Technikkreise, also im weitesten Sinne Verhaltensweisen sichtbar gemacht werden.

Anhand des Atlas werden sich bei ausreichender Datengrundlage innovationsfreudige bzw. –ablehnende Regionen identifizieren lassen. Die starke Traditionsorientierung vormoderner Gesellschaften und ihre angeblich ablehnende Haltung gegenüber Neuerungen lassen sich einer kritischen Überprüfung unterziehen. Veränderungen sind in einem solchen Milieu umso erklärungsbedürftiger, da sich traditionale Gesellschaften, die nicht dem Zwang ständiger Neuerungen unterliegen, nicht ohne besonderen Grund für Innovationen öffneten. Daher ist die gesellschaftliche Dimension solcher Prozesse und die Frage „Wem nützt es?“ direkt mit einem solchen Atlas verbunden. Wie werden innovative Technikentwicklungen gesteuert, welche sozialen Gruppen haben ein Interesse an der Implementierung von neuen Techniken? Für die Etablierung und Entwicklung des Arbeitsfelds einer antiken Sozialgeschichte der Techniken kann der Atlas der Innovationen somit ein wichtiges Arbeitsinstrument werden. Der Atlas der Innovationen ist ein wesentlicher Beitrag zu einer umfassenden Geschichte des Wissens.

Projektleitung
Prof. Dr. Svend Hansen
Prof. Dr. Jürgen Renn, Max Planck Institut für Wissensgeschichte Berlin

Dr. Florian Klimscha
Dr. Jochen Büttner

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Kontakt

Svend Hansen
Erster Direktor
Eurasien-Abteilung
Im Dol 2-6, Haus II
14195 Berlin
 
+49 (0)30 187711-311

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Ausführende Abteilung

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