Aufarbeitung der Geschichte des DAI in Athen
Ziel des Projekts ist eine kritische und differenzierte monographische Aufarbeitung der Geschichte des DAI Athen während der NS-Zeit. Dazu werden Primär- und Sekundärquellen in Deutschland und in Griechenland aufgenommen und ausgewertet. Die Ergebnisse sollen sukzessive in Print- und Online-Publikationen einem interessierten Publikum zur Verfügung gestellt werden.

Aufarbeitung der Geschichte des DAI in Athen

Die Betrachtung des Instituts und seiner Mitarbeiter im Rahmen der gesellschaftlichen und politischen Zusammenhänge in diesem kritischen Zeitraum - insbesondere während der Besatzungszeit (1941-1944) - steht im Fokus. Vor diesem Hintergrund sollen die Aktivitäten deutscher Archäologen in Griechenland beleuchtet und bewertet werden.

Seit dem 19. Jahrhundert engagierten sich Mitarbeiter des DAI Athen nicht nur wissenschaftlich sondern auch gesellschaftlich und politisch in Griechenland. Ausgezeichnete Landes- und Sprachkenntnisse machten sie zu kulturellen Mittlern und zu einem Bindeglied zwischen der deutschen und griechischen geistigen Elite. Im Unterschied zu vielen anderen Auslandsdeutschen hielten sie sich freiwillig und für einen längeren Zeitraum in Griechenland auf. Sie waren sehr engagiert, bestens vernetzt und bildeten dadurch eine unverzichtbare Säule in der „Deutschen Kolonie“.
Trotz ihrer ausgesprochenen Griechenlandliebe waren sie in erster Linie Entsandte ihres Heimatlandes und als Mitarbeiter des DAI nahmen sie ihre Direktiven unmittelbar aus Berlin entgegen.

Im Rahmen des Projekts sollen die Entwicklungen in den 1930er Jahren bis hin zum gravierenden Einschnitt der Besatzungszeit beleuchtet werden. Wie und auf welche Weise fand ein Stimmungswandel in der deutschen Archäologenwelt in Griechenland statt? Wie veränderten sich Strukturen, Beziehungen und Arbeitsabläufe während der Besatzungszeit?

Die „Innensicht“, d.h. die deutsche Sichtweise soll berücksichtigt werden (Quellen im DAI, Dokumente im Auswärtigen Amt und im Bundesarchiv, Nachlässe und Zeitungsartikel). Aber auch die „Außensicht“, insbesondere die griechische Wahrnehmung soll in unserer Untersuchung zum Zug kommen (Archivmaterialien im Kultusministerium, im Außenministerium, in der Archäologischen Gesellschaft, in der Universität Athen, Berichte von Zeitzeugen etc.). Ebenso ist es von Interesse, wie die anderen ausländischen archäologischen Institutionen mit der veränderten Situation umgingen und wie sie das DAI Athen bzw. deutsche Archäologen in Griechenland wahrgenommen haben. Es soll also ein vielschichtiges Bild der damaligen Periode gezeichnet werden.

Contact

Katja Sporn
Erste Direktorin
Abteilung Athen
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