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Madinat al-Zahra
Untersuchung des öffentlichen Platzes einer islamischen Palaststadt als Schnittstelle zwischen Kalif und Volk

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Geschichte

Madinat al-Zahra ist der bedeutendste archäologische Fundplatz der islamischen Kultur auf europäischem Boden. Als Residenz des Kalifen Abd ar-Rahman III. im Jahr 936 n. Chr. gegründet, handelt es sich dabei um eine Palaststadt großen Ausmaßes, mit einer Stadtmauer, einer Freitagsmoschee, einem Markt und ausgedehnten Palast- und Gartenanlagen. Im Bürgerkrieg 1010 verlassen und später nicht wieder überbaut, ist Madinat al-Zahra außergewöhnlich gut erhalten. Wie an kaum einem anderen Ort der Welt lässt sich hier die Pracht eines Kalifenhofes aus der Glanzzeit der islamischen Kultur erleben.

Forschungsgeschichte

In Madinat al-Zahra werden seit 1911 Grabungen durchgeführt. Die Ergebnisse dieser langjährigen Grabungstätigkeit sind jedoch noch immer kaum oder nur unzureichend publiziert. Ein grundlegendes Werk ist im Jahr 2010 erschienen: "La ciudad califal de Madinat al-Zahra: Arqueología de su excavacion" von Antonio Vallejo Triano. Die Monographie bietet eine zusammenfassende Darstellung der archäologischen Erforschung des Fundplatzes, insbesondere der Arbeiten des Autors. Der Band zeigt aber auch die Grenzen der bisherigen Arbeiten. Selbst in dem bislang ergrabenen Areal der Stadt – nur rund 10% ihrer einstigen Gesamtfläche – sind noch lange nicht alle Bereiche erschöpfend untersucht.
So ist auch die „Plaza de Armas“ bislang noch nie Gegenstand eines Forschungsprojektes gewesen. Die Fassade des Kalifenpalastes (der „Pórtico de Honor“) wurde 1975-1985 freigelegt und von dem Architekten Rafael Manzano Martos teilweise wieder hergerichtet, jedoch ohne intensive wissenschaftliche Untersuchungen. Viele Aspekte des Monuments bleiben ungeklärt, von seinem ursprünglichen Aussehen und seiner baulichen Entwicklung bis zu seiner Funktions- und Nutzungsgeschichte. Der angrenzende Platz ist noch gänzlich unerforscht. Bisherige Studien beruhen allein auf der Auswertung von Luftbildern und einer feintopographischen Geländeaufnahme. Auf diesen spärlichen Informationen basieren die unterschiedlichsten Hypothesen, von der Annahme der Existenz eines weiteren Thronsaales an der Ostseite des Platzes bis zur Interpretation der Wegeführung vom Südtor der Stadt bis in den Kalifenpalast.
Etwas besser sieht es bei der Auswertung der historischen Textquellen aus. Die wesentliche Handschrift, die fragmentarische Auszüge aus der Hofchronik des al-Razi enthält, wurde von Emilio García Gómez ins Spanische übersetzt (Anales palatinos del califa de Cdrdoba al-Hakam II por 'Isa ibn Ahmad al-Razi, Madrid 1967). Versuche, den Festablauf zu rekonstruieren, wurden von Miquel Barceló (2000) und Felix Arnold (2012) unternommen. Die Zuordnung bestimmter Toponyme an archäologisch belegte Bauwerke bereitet aber noch immer große Schwierigkeiten. Erst eine umfassendere Kenntnis des Baubestandes wird die Beziehung zwischen Architektur und Textbeschreibung im Einzelnen klären lassen.

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