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Project Summary

Karthago - Südwestliches Stadtquartier
Dieses Projekt untersucht erstmals die urbanistische Entwicklung eines größeren Siedlungsbereichs in Karthago, einer der größten Metropolen der antiken Welt und Hauptstadt des römischen Afrika, in diachroner Perspektive unter Einbeziehung naturwissenschaftlicher Methoden.

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Brot und Spiele - Der Ausbau des südwestlichen Stadtquartiers Karthagos

Das Projekt erforscht die Entwicklung des südwestlichen Stadtquartiers von Karthago. Hierbei handelt es sich um den letzten zusammenhängenden Bereich der antiken Stadt, der noch nicht großflächig modern überbaut wurde. Nur hier sind noch größer angelegte urbanistische Studien möglich. Das Untersuchungsgebiet befindet sich nicht im Kerngebiet der Ursprungssiedlung, der östlich des zentralen Byrsahügels an der Küste der Bucht von Tunis lag, sondern südwestlich des Byrsahügels, unweit des antiken Verlaufs der Küste der Lagune von Tunis. Das Gelände hier ist im Gegensatz zum nördlichen Stadtbereich relativ flach und eben. Man vermutet, dass sich am Nordufer der nahen Lagune, das einen guten und sicheren Ankerplatz geboten hat, die ältesten Hafenanlagen Karthagos befanden. Dieser Bereich ist heute durch die starke Verschiebung der Küstenlinie modern überbaut. Der Ausbau der punischen Stadt im Bereich westlich der Byrsa begann so weit wir aus historischen Quellen und früheren Untersuchungen wissen in der mittelpunischen Periode, als Karthago stark wuchs und laut griechischen Autoren eine "nea polis", eine Neustadt geschaffen wurde.

In der römischen Zeit bestanden in diesem Stadtviertel die beiden größten Unterhaltungsbauten der Stadt: das Amphitheater und der Circus. Beide sind bisher nur relativ oberflächlich untersucht worden. In der Spätantike, in der der Circus bis in das frühe 6. Jh. schriftlichen Quellen zufolge weiter genutzt wurde, war das gesamte Gebiet innerhalb der Stadtmauern. Der Erhaltungszustand der römischen Großbauten ist relativ schlecht, da offenbar Steinraub in großem Stil über einen langen Zeitraum durchgeführt wurde, wie auch an anderen Stellen Karthagos. Über den Charakter und die Dichte der Besiedlung sowie historische Veränderungsprozesse in der urbanen Nutzung sind keine Details bekannt. Aufgrund der Konzentrierung der beiden monumentalen Unterhaltungsbauten ist davon auszugehen, dass auch eine Infrastruktur eingerichtet wurde zur Versorgung größerer Menschenmengen, die sich zu bestimmten Zeiten in diesem Stadtquartier aufhielten, etwa mit Nahrungsmitteln während, vor und nach den Spielen. Ebenso musste Wasserversorgung in größerem Maßstab sichergestellt werden. Von der lokalen Infrastruktur her musste die einfache Zugänglichkeit der Bauten von außen und aus anderen Teilen der Stadt erreicht werden.

Das Projekt nimmt zur Bearbeitung dieser Fragestellungen in einem diachronen Ansatz die urbanistische Entwicklung in diesem Stadtviertel in den Blick. Ausgehend von der Frage von Art und Zeitpunkt der frühesten Besiedlung in der punischen Zeit über Fragen zum Wandel der Siedlungsstruktur und der Nutzung des Viertels in der römischen Zeit bis zur Aufgabe und nachantiken Geschichte des südwestlichen Stadtquartiers von Karthago ist das Ziel des Projekts, ein Bild der Stadtentwicklung in diesem Bereich nachzuzeichnen.


Projektpartner und leitende -mitarbeiter*innen:
Co-Direktor: Dr. Hamden Ben Romdhane, Institut National du Patrimoine, Tunis
Dr. Frerich Schön, Universität Tübingen (Grabungsstrategie, naturwissenschaftliche Analysen)
Dr. Iván Fumadó Ortega, Universität Valencia (punische Phase, Topographie, Sondagenleitung)
Dr. Stefano Cespa, DAI/Universität Tübingen (Vermessung, GIS, Sondagenleitung)
Prof. Dr. Boutheina Maraoui Telmini, INP (Sondagenleitung)
Dr. Yamen Sghaier, INP (Sondagenleitung)
Dr. Elyssa Jerray (Leitung Fundbearbeitung)
PD Dr. Ing. Nicole Röring, MemVier Bamberg (Architektur)
Team ArchäoGeophysik, Universität zu Köln (geophysikalische Prospektion)

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Kontakt

Ralf Bockmann
Leiter Fotothek
Abteilung Rom
Via Sicilia 136
00187 Rom
 
+39 06 488814-70
+39 06 4884973

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Laufzeit

2015 ‐ 2023

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Ausführende Abteilung

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