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Karthago - Urbanistik einer antiken Metropole (5 Teilprojekte)
Karthago war in der Antike nach Rom die zweitwichtigste Metropole im westlichen Mittelmeerraum. Die Überreste der Stadt, heute ein Vorort von Tunis, sind Teil des UNESCO Welterbes. Das DAI Rom ist mit Unterbrechungen seit 1974 in der Stadt in deutsch-tunesischen Kooperationsprojekten aktiv.

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Karthago - Urbanistik einer antiken Metropole

Karthago liegt an der gut geschützten Bucht von Tunis gegenüber der Halbinsel Kap Bon im Nordosten des heutigen Tunesiens. Südlich der Stadt erstreckt sich eine Lagune, hinter der sich das Zentrum von Tunis befindet, nördlich erhebt sich die Küste zu einem 100 m hohen Felsenkap beim heutigen Sidi Bou Saïd. Sizilien und die Südküste Italiens sind von Karthago aus in kurzer Zeit per See zu erreichen. Lediglich nach Westen war und ist Karthago zur Landseite voll geöffnet. Die zentrale aber geschützte Lage im Mittelmeer mit mehreren guten Ankerplätzen machten Karthago zu einem nahezu idealen Handelsposten, der zudem über ein ausgedehntes, fruchtbares Hinterland verfügte.

Karthago, im 9. Jh. der Legende nach durch die phönizische Prinzessin Elyssa gegründet, war in der punischen Epoche eine international operierende See- und Handelsmacht mit einem agrarisch stark genutzten Hinterland im heutigen Norden Tunesiens. Die Stadt expandierte ab dem 5. Jh. stark und stieg zur bestimmenden Macht im westlichen Mittelmeerraum auf, nicht zuletzt durch seine für den Seehandel im Mittelmeer hervorragende Lage. Karthago wurde der Hauptkonkurrent des aufsteigenden Rom, dem es trotz zwischenzeitlicher Erfolge des legendären Feldherrn Hannibal nach insgesamt drei Kriegen unterlag - die gefürchtete Widersacherin wurde 146 v. Chr. von Rom zerstört und rituell verflucht. Einige Generationen später wurde die Stadt als römische Kolonie neu gegründet. Errichtet auf den Trümmern der berühmten Rivalin, stieg das römische Karthago schnell wieder zur wichtigsten Handelsmetropole in zentraler Lage an der südlichen Küste des Mittelmeeres auf, genährt von den wirtschaftlichen Reichtümern Afrikas. Öl und Getreide aus der Provinz versorgten nun Rom. Als Hauptstadt der römischen Provinz war Karthago auch in der Größe und seinen öffentlichen Bauten die bedeutendste Stadt im antiken Nordafrika. Karthago blieb in der Spätantike lange reiche und einflussreich und war ein bedeutendes frühchristliches Zentrum. 439 wurde die Stadt von den Vandalen erobert und Hauptstadt ihres Königreichs. 533 nahm eine byzantinische Streitkraft die Stadt - Karthago wurde nun zur Hauptstadt der byzantinischen Präfektur Afrika. Am Ende des 7. Jhs. wurde Karthago vom umayyadischen Feldherrn Hasan ibn al-Nu'man erobert. In den folgenden Jahrhunderten nahm die Siedlungstätigkeit stark ab und die antiken Ruinen dienten vor allem als Quelle für Baumaterial für das aufsteigende Tunis und andere Städte des islamischen Nordafrika. Die Idee von Karthago, basierend auf den antiken Quellen, jedoch lebte weiter sowohl bei arabischen Autoren als auch im europäischen Mittelalter und bestand durch die Zeiten bis in die Moderne. Nach ersten Ausgrabungen im 19. Jh. begann die archäologische Erforschung der Stadt in größerem Rahmen im 20. Jh. Karthago ist seit 1979 auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO und gehört damit zu den frühesten eingetragenen Stätten.

Laut UNESCO hat die Metropole Kartago als außergewöhnlicher Ort der Vermischung, Verbreitung und Blüte mehrerer Kulturen, die aufeinander folgten (phönizisch-punische, römische, frühchristliche und arabische), durch ihre Häfen einen weitreichenden Austausch im Mittelmeerraum befördert. Das DAI Rom ist bereits seit 1974 in Karthago aktiv und hat in deutsch-tunesischen Forschungsprojekten vor allem Fragen der urbanistischen Entwicklung Karthagos in punischer, römischer und spätantik-frühchristlicher Zeit untersucht. Durch die Konservierung und Erschließung der untersuchten Fundorte hat das DAI - über den wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn zur Entwicklung einer der bedeutendsten Städte des antiken Mittelmeerraums hinaus - auch wichtige Beiträge zum Schutz und Erhalt des archäologischen Erbes der Stadt geleistet und geholfen, dieses als Teil der archäologischen Stätte einer breiteren Öffentlichkeit zu erschließen.

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Laufzeit

1974 ‐ 2023

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