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Pergamon – Kulturerhalt (4 Teilprojekte)
Es ist wenig bekannt, dass die Restaurierungsgeschichte in Pergamon fast ebenso lange zurückreicht wie die seiner archäologischen Erforschung. Bereits um 1900 wurden durch den Bauforscher Wilhelm Dörpfeld "avant la lettre" Leitlinien und Paradigmen der Denkmalpflege entwickelt, die bis heute wirkungsmächtig geblieben sind. Sie lassen sich auf drei Grundprinzipien zurückführen: (1) Klare Differenzierung zwischen Bestand und Ergänzung, (2) Ausgesuchte handwerkliche Qualität der Maßnahmen, (3) Unterordnung unter das Ruinengelände. Besonders durch die ausschließliche Verwendung der vor Ort vorhandenen Materialien und durch den Rückgriff auf die lokalen handwerklichen Ressourcen gelang die Erreichung dieser Ziele. Sie führten bis heute zu einem relativ homogenen Erscheinungsbild der Konservierungsmaßnahmen in Pergamon.

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Pergamon – Kulturerhalt

Dörpfeld experimentierte vor dem 1. Weltkrieg in zahlreichen Einzelmaßnahmen mit den Sujets der Architekturprobe, des Schutzgebäudes und der Anastylose. Besonders hervorzuheben ist die Wiederherstellung des konstruktionsgeschichtlich bedeutenden hellenistischen Tonnengewölbes über dem Treppenaufgang zur mittleren Terrasse des Gymnasiums 1902. [Bild 02]

Nach dem 2. Weltkrieg war die Wiederherstellung des Trajaneums, des römischen Kaisertempels auf der Spitze der Akropolis von Pergamon, das umfangreichste und aufwendigste Restaurierungsvorhaben der Pergamongrabung. War ursprünglich eine nahezu vollständige Rekonstruktion avisiert, so gelang es unter der Projektleitung von Klaus Nohlen, das Vorhaben sukzessive zu reduzieren und dadurch dem Ideal der Anastylose anzunähern, aber auch in die geschilderten Leitlinien einzugliedern. Die Arbeiten am Trajaneum wurden 1994 abgeschlossen. [Bild 03]

Auch das 1995 begonnene Schutzdachprojekt über den römischen Mosaiken von Bau Z, das von Martin Bachmann und Andreas Schwarting geleitet wurde, nahm die älteren Leitlinien Dörpfelds wieder auf. Über den mit Naturstein neu aufgeführten Umfassungswänden erhebt sich eine moderne Dachlandschaft als Stahlkonstruktion. Das Gebäude konnte 2004 eingeweiht werden. Mit diesen beiden Großprojekten wurde die Attraktivität des Stadtbergs für Besucher erheblich gesteigert. [Bild 04]

2006 wurde mit einem neuen Restaurierungsprojekt in der Roten Halle begonnen. Die Rote Halle ist das bedeutendste Monument der römischen Unterstadt und besetzt eine Schnittstelle zwischen der antiken Bebauung und der osmanischen Altstadt Bergamas. Eine Steigerung ihrer Attraktivität bedeutet auch eine Stärkung der Wahrnehmung der jüngeren Zeitschichten Bergamas und damit der ganzheitlichen Erschließung von mehr als 2000 Jahren städtischer Siedlungsgeschichte. Neben der konservatorischen Dringlichkeit standen diese Überlegungen im Hintergrund. [Bild 05]

Eine Schlüsselstellung für ein neues, ganzheitliches Besucherkonzept Pergamons besetzt auch das Gymnasium am Unteren Stadtberg. Ebenso wie die Akropolis und die Rote Halle ist es eingebunden in ein neues Wegesystem, das derzeit im Auftrag des Ministeriums für Kultur und Tourismus angelegt wird. Es soll die Besucher der Stadt von der Akropolis über den südlichen Stadtberg bis in die Altstadt Bergamas leiten. Das hellenistische Gymnasium ist nicht nur für die Geschichte Pergamons, sondern für die europäische Bau- und Kulturgeschichte von zentraler Bedeutung. Die Konservierung der seit über hundert Jahren freigelegten Ruine ist von höchster Dringlichkeit. [Bild 06]

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