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Resafa – Sergiupolis − Rusafat Hisham
Resafa ist eine der bedeutendsten und am besten erhaltenen archäologischen Stätten der römisch-byzantinischen und frühislamischen Epoche im östlichen Mittelmeerraum. Die Forschungen an dem im 1. Jh. n. Chr. als römisches Grenzkastell gegründeten und bis ins 13. Jh. besiedelten Platz beziehen sich auf Fragen der Entstehungsgeschichte der frühchristlichen Pilgerstadt, ihrer Entwicklung und ihrer Bedeutung bis in die islamische Zeit. Die Forschungen beziehen das Umland der umwehrten Stadt mit ein, in dem sich das Palastareal des umayyadischen Kalifen Hisham, aber auch ökonomische Anlagen befanden.

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Geschichte

Gelegentlich wurde Resafa mit einem in assyrischen Quellen genannten Ort gleichen Namens identifiziert, jedoch fehlen dafür bisher archäologische Belege. Historisch und archäologisch nachweisbar ist Resafa seit der 1. Hälfte des 1. Jh. n. Chr. als Teil des östlichen Limes. Durch eine Reihe von Kastellen sollte die Ostgrenze des Römischen Reichs zum persischen Nachbarn gesichert werden. Der bei Resafa erlittene Märtyrertod des römischen Offiziers Sergius um das Jahr 300 n. Chr., seine zunehmende Verehrung als Heiliger und die bald darauf einsetzende Pilgerbewegung zu seinem Grab, führte im 5. und 6. Jh. n. Chr. zur Entwicklung und dem Ausbau der Stadt und ihrer Umbenennung in Resafa-Sergiupolis. Sie wird zum Bischofs- und Metropolitansitz sowie zu einem Pilgerzentrum. Seine überregionale Bedeutung lässt sich bis heute an der Monumentalität der erhaltenen Bauten ablesen.
Resafa blieb auch nach der islamischen Eroberung eine bedeutende Pilgerstadt. Durch die Ansiedlung des Kalifen Hisham b. ʿAbd al-Malik (reg. 105/724-125/743), der zu den Verehrern des Sergius gehörte, erlebte die Stadt einen weiteren Ausbau. Hisham ließ im Norden der 'Basilika A' eine 'Große Moschee' errichten und legte im südlichen Umland seine Residenz mit mehreren Palastkomplexen, dazugehörigen Nebengebäuden und Gärten an. In der Folge wird Resafa als Rusafat Hisham bezeichnet. Nach dem Untergang der Umaiyaden-Dynastie wird das Palastareal extra muros nach und nach aufgegeben. Die Pilgerstadt besteht jedoch weiter und wird trotz wiederholter Beschädigungen durch Erdbeben und Zerstörungen - so durch den Karmaten-Aufstand Anfang des 10. Jahrhunderts - weiter genutzt, wie Reparaturen an der Basilika A und der Großen Moschee zeigen. Bis zur Mitte des 13. Jh. n. Chr. bleibt Resafa eine stark christlich geprägte islamische Stadt. Die Folgen des Mongoleneinfalls führen zur Aufgabe der Stadt, die letzten Bewohner wandern 1269 nach Hama und Salamiya aus, Resafa gerät in Vergessenheit und wird nicht mehr besiedelt. Erst Ende des 17. Jahrhunderts wird Resafa zufällig wieder entdeckt, seit Beginn des 20. Jahrhunderts werden die erhaltenen Bauten erfasst und beschrieben (Herzfeld, Sarre 1920; Spanner, Guyer 1926).

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Kontakt

Michaela Konrad
 

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