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Project Summary

China: Silk Road Fashion (3 Teilprojekte)
Kleidung enthält Informationen über Zeit und Raum, in denen sie gefertigt und getragen wurde, über Status und Geschlecht ihrer Träger sowie über das Wissen, Können und Wollen ihrer Ingenieure. Diese Informationen aus Kleidung vergangener Jahrtausende zu erschließen, ist Ziel unseres Projekts.

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China: Silk Road Fashion

Kleider machen Leute, aber sie überdauern nur selten die Jahrtausende. In Westchina ist das Klima so trocken, dass bei archäologischen Freilegungen von Gräbern Hosen, Röcke und Kaftane, Stiefel und Ledermäntel häufig vollständig geborgen werden können. Ein Verbund aus fünf deutschen Projektpartnern in Kooperation mit der Chinesischen Akademie für Kulturerbe und dem Denkmalamt Xinjiang (VR China) hat von August 2013 bis Juli 2016 gefördert durch das BMBF im Rahmen der Schwerpunktförderung „Sprache der Objekte“ an der Rekonstruktion von Technik- und Körperwissen, Sozialstrukturen, Ressourcenverfügbarkeit und Handelsnetzen in Ostzentralasien ca. 1200 v. Chr. - 300 n. Chr. gearbeitet. Methoden der Archäologie, Textil- und Lederforschung, Farbstoffanalyse, Ornamentkunde, Schnittanalyse, Paläopathologie, Vegetations- und Klimaforschung, Kulturanthropologie sowie Linguistik wurden auf Bekleidung und Ausrüstung in Xinjiang angewandt.
Seit 2017 wird das Projekt vom DAI mit neuer Ausrichtung auf Studien von organischen Materialien in Fundkomplexen und von traditionellen Techniken der textilen Flächenkonstruktion (z. B. Weben, Zwirnbinden, Sprang) weitergeführt.

Die ältesten Kleiderfunde in diesem Projekt aus der Zeit zwischen 12. und 7. Jh. stammen von der wenig bekannten indigenen Bevölkerung in den Regionen Turfan und Hami. Bei der Kleidung des 7.-3. Jh. v. Chr. könnte es sich um Hinterlassenschaften von lokalen oder auch zugewanderten mobilen Hirtengruppen handeln. Spuren der Xiongnu-Nomaden vermutet man in Funden des 3.-1. Jh. v. Chr. In den jüngsten Funden vom 1. Jh. v. Chr.-3. Jh. n. Chr. zeigen sich kulturelle Einflüsse von Zuwanderern und Durchreisenden aus China, dem Greco-Römischen Reich, Parthien, Sogdien, dem Kuschan-Reich in sakischen Stadtstaaten am Südrand des Tarim-Beckens.

Ansprechpartner
Prof. Dr. Mayke Wagner (mayke.wagner@dainst.de), Leiterin des Projekts