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Project Summary

Lissos in Illyrien (1 Teilprojekte)
Die zwischen 2006 und 2011 in Lezha/Nord-Albanien im Rahmen des deutsch-albanischen Kooperationsprojektes durchgeführten Feldforschungen erbrachten umfassende neue Erkenntnisse zur Entwicklung der illyrischen Stadt Lissos in hellenistischer Zeit. Vier verschiedene urbane Bauphasen konnten anhand von Zerstörungshorizonten deutlich voneinander getrennt werden, wobei sich diese jeweils mit literarisch überlieferten historischen Ereignissen verknüpfen lassen. Die Gründungsphase der ‘Polis’ gegen Ende des 4. Jhs. v. Chr. wird insbesondere in der gewaltigen, in griechischer Tradtion stehenden Stadtmaueranlage greifbar; das auf einem Bergrücken unmittelbar an der Adria gelegene Lissos stellte damit an einer strategisch denkbar günstigen Stelle die südlichste Stadt und Festung des sich formierenden Illyrischen Reiches und zudem einen Verkehrsknotenpunkt und Handelsplatz dar. Indizien für die von Diodor (XV, 13. 14) überlieferte Gründung von Lissos bereits im Jahre 385 v. Chr. durch Dionysios I. von Syrakus ließen sich nicht erbringen. Einen Einblick in die Bebauung der zweiten Bauphase der Stadt zur Zeit des letzten illyrischen Königs Genthios (181–168 v. Chr.) erlaubte der Grabungsbereich A, wo auf einer Freifläche ein Haus errichtet wurde, das wenig später einem Brand zum Opfer fiel, sehr wahrscheinlich im Zusammenhang mit der römischen Eroberung Illyriens 168 v. Chr. Die sich anschließende dritte urbane Phase von Lissos ist geprägt durch die Neubebauung der Unterstadt, die Aufgabe der Stadtmauer sowie die Errichtung einer Therme, des inschriftlich benannten »Bades des Sopatros« unmittelbar außerhalb der Südmauer der Stadt. Die vierte Phase beginnt kurz vor dem Bürgerkrieg mit der Wiederbefestigung von Lissos durch Caesar, und zeichnet sich dann – in augusteischer Zeit – durch die gänzliche Aufgabe der Stadtmauer in der Unterstadt und den repräsentativen Ausbau der Stadt aus. Während sich die nachaugusteische römische Kaiserzeit lediglich in einer vor dem südlichen Haupttor gelegenen Therme fassen lässt, konnten im Rahmen des Projektes zahlreiche Erkenntnisse zur Entwicklung der Stadt in der Spätantike gewonnen werden: z. B. konnte im Jahre 2007 ein frühchristliches Baptisterium entdeckt werden.

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Lissos in Illyrien

Im Rahmen des deutsch-albanischen Kooperationsprojektes zur Erforschung des antiken Lissos wurden in Lissos/Lezha in Nord-Albanien in den Jahren 2006 bis 2011 sieben Feldkampagnen durchgeführt. Ihr Ziel war es, erstmals durch Ausgrabungen innerhalb der Stadt Erkenntnisse zur urbanen Entwicklung von Lissos insbesondere in hellenistischer Zeit zu gewinnen.
Ergänzt wurden diese Forschungen zum einen durch ein Teilprojekt zur Untersuchung der Stadtmauern und zur naturräumlichen Situation der Stadt, insbesondere zur antiken Küstenlinie und zum Verlauf des Flusses Drin, sowie zur Besiedlung des Umlandes von Lissos und zum anderen durch ein weiteres Teilprojekt zur hellenistischen Keramik aus Lissos.

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Kontakt

Ortwin Dally
Erster Direktor
Abteilung Rom
Via Sicilia 136
00187 Rom
Italien
 
+39 06 48881-460
+39 06 4884973

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Laufzeit

01.01.06 ‐ 31.03.12

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Ausführende Abteilung

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Projektpartner

  • Archäologisches Institut Albaniens