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Project Summary

Yeha (Äthiopien) (1 Teilprojekte)
Der Fundplatz Yeha wird in einem äthiopisch-deutschen Kooperationsprojekt von der Außenstelle Sanaa der Orient-Abteilung des DAI's und der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Lehrstuhl für Semitische Philologie und Islamwissenschaft (Prof. Dr. Norbert Nebes) erforscht. Seit Herbst 2016 wird das Projekt im Rahmen eines Langfristvorhabens durch die DFG gefördert.

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Yeha - Zentrum des äthio-sabäischen Gemeinwesens Di´amat

Das äthiopisch-deutsche Kooperationsprojekt erforscht am Fundplatz Yeha das Phänomen der Migration von südarabischen Bevölkerungsgruppen zum nördlichen Horn von Afrika während des frühen 1. Jt. v. Chr. Zu dieser Zeit treten kulturspezifische Hinterlassenschaften südarabischer, vor allem sabäischer Prägung im Raum des südöstlichen Eritreas und des nördlichen Äthiopiens auf, die einen Kulturwandel in dieser Region bedingen. Dieser lässt sich ab dem 9. Jh. v. Chr. nachweisen und wird in zahlreichen Fundstellen der Region in Bereichen des politischen, gesellschaftlichen und religiösen Lebens sichtbar: Der Kultur- und Techniktransfer erstreckte sich auf die Herrschaftsform, die Schrift und Sprache, die Religion und Kultpraktiken, die Architektur, Bautechnik sowie auf einige Bereiche des Kunsthandwerks. Dabei lässt sich ein nachhaltiger Verschmelzungsprozess sabäischer und afrikanischer Elemente konstatieren: Aus anfänglich unterschiedlichen Gesellschaften entstand eine eigene, neue Kultur, die als ‚äthio-sabäisch’ bezeichnet wird und etwa bis zur Mitte des 1. Jt. v. Chr. Bestand hatte. Politisches und religiöses Zentrum des sich neu etablierenden Gemeinwesens mit Namen Di`amat ist der Fundplatz Yeha in der nordäthiopischen Provinz Tigray. Um die Mitte des 1. Jts. v. Chr. hört Di`amat auf zu existieren.
Das am besten erhaltene äthio-sabäische Gebäude von Yeha ist der dem sabäischen Hauptgott Almaqah geweihte Große Tempel (Mitte 7. Jh. v. Chr.). Aufgrund der Höhe der Außenmauern, die sich abschnittsweise bis zum Dachansatz mit einer Höhe von 14 m erhalten haben und der noch vorhandenen Baukörper, kann die Gliederung des Innenraums als zweigeschossiger Hypostylbau rekonstruiert werden, dessen Cellawände in einer Holz-Steinkonstruktion errichtet wurden. Der Haupteingang ist als Sechs-Pfeiler Proplyon mit monumentaler Türanlage gestaltet.
Nur 200 m vom Großen Tempel entfernt befindet sich der zweite Monumentalbau der Stadtanlage, der Grat Be´al Gebri. Mit fast 50 m Seitenlänge handelt es sich bei diesem mindestens vierstöckigen palastartigen Gebäude um den größten antiken Holz-Steinbau Ostafrikas und Südarabiens. Nach 14C-Datierungen wurde er um 800 v. Chr. errichtet und steht damit am Anfang einer langen Tradition von Holz-Steinarchitekturen, die noch heute bei traditionellen äthiopischen Bauten ihre Fortsetzung findet.
Ausgrabungen in den Nekropolen von Yeha erforschen Grabtypen und Bestattungssitten des 1. Jts. v. Chr. Bei allen bisher bekannten Grabstätten handelt es sich um Schachtgräber mit jeweils zwei Kammern sowie einem tumulusartigen Oberbau. Durch Plünderungen und die klimatisch bedingte schlechte Konservierung des Knochenmaterials lassen sich bislang keine weiteren Aussagen zur zeitlichen Einordnung treffen.
Ausgrabungen in der antiken Siedlung sollen zudem die urbanen Strukturen Yehas und die verschiedenen Funktionsbereiche klären sowie fundierte Keramiksequenzen liefern. Nur über Siedlungsgrabungen wird es möglich sein, die komplexe Kultur Di´amats mit ihren indigenen und fremden Einflüssen zu erfassen und gleichzeitig chronologisch einzuordnen.
Verbunden mit den wissenschaftlichen Forschungen sind in Yeha die Restaurierung der antiken Monumentalgebäude, die touristische Erschließung des Fundplatzes sowie der Bau eines lokalen Museums.

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Kontakt

Iris Gerlach
Außenstelle Sana'a der Orient-Abteilung
Podbielskiallee 69-71
14195 Berlin
Deutschland
 
+49 30 187711-128
+49 30 187711-189

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Ausführende Abteilung

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Projektförderung

  • Official Developent Assistance (ODA)

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Projektpartner

  • George Washington University, Washington D.C.
  • Ostbayerische Technische Universität Regensburg (OTH), Fachgebiet Historische Bauforschung der Fakultät Architektur
  • Universität Leipzig, Ägyptisches Museum
  • Friedrich-Schiller-Universität Jena, Lehrstuhl für Semitische Philologie und Islamwissenschaft
  • Universität Würzburg, Institut für Geographie und Geologie, Physische Geographie
  • FU Berlin, Exzellenzcluster TOPOI, AG Archäometrie
  • FU Berlin, Institut für Biologie, Systematische Botanik und Pflanzengeographie
  • FU Berlin, Physische Geographie
  • Authority for Research and Conservation of Cultural Heritage (ARCCH)
  • Tigrai Culture and Tourism Agency
  • Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Geographisches Institut, Lehrstuhl für Physische Geographie und Bodenkunde
  • Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, GeoZentrum Nordbayern, Fachgruppe Paläoumwelt
  • Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg (OTH)