Erdbebenforschung in der Antike
When : 2018-04-19   18:00 - 20:00
Type : Lecture

Palilien-Adunanz 2018
Archäoseismologischer Vortrag von Prof. Cairoli Fulvio Giuliani (Tivoli; Prof. em. Università degli Studi La Sapienza, Roma)
"Terremoto: riflessi operativi sulle strutture antiche" - "Erdbeben: operative Überlegungen zu antiken Strukturen"

Menschen haben immer instinktiv versucht, Erdbeben aus ihrem Bewusstsein zu verdrängen und die Erinnerungen daran aus dem Gedächtnis zu löschen, zum Teil auch aus abergläubisch-religiösen Gründen. Monumente hingegen vergessen nicht! Vor allem solche, die entworfen und gebaut wurden, um so lange wie möglich zu stehen. Monumente haben ein langes Gedächtnis und das Muster ihrer Risse und Brüche stellt ein regelrechtes Archiv der Ereignisse dar, die sie getroffen haben. So ist es möglich, die Zeichen sowohl des Erdbebens als auch der Gegenmaßnahmen zu verfolgen, die unternommen wurden um die Schäden zu reparieren und weitere zu vermeiden. Jede Reparaturmaßnahme ist dabei auch ein vorbeugender Schutz für folgende Erdbeben und wird in diesem Sinne zu einer seismischen Sicherungsmaßnahme. Wenn in der Antike Versuche unternommen wurden, den Erdbeben entgegenzuwirken, waren diese natürlich nicht das Ergebnis abstrakter systematischer wissenschaftlicher Theorien; es handelte sich vielmehr um die praktische Bekämpfung der Erdbebenschäden. Eine Analyse von Erdbebenschäden und –maßnahmen muss daher für jedes einzelne Monument durchgeführt werden, wobei z.B. alle Elemente untersucht werden, die für eine Stabilisierung des Gebäudes sinnvoll sind, um Einstürze bei einem Erdbeben zu verhindern. Der Vortrag versucht, die Herausforderung für die Denkmalpflege in Erdbebenzonen anhand ausgewählter Beispiele zu beschreiben und dabei einen Bogen zu spannen von der Antike zur Neuzeit.

L’uomo ha sempre istintivamente cercato di rimuovere il terremoto dalla propria coscienza fino a cancellarne il ricordo, magari per motivi scaramantici. Al contrario, gli edifici non dimenticano, specialmente quelli progettati e costruiti per durare il più a lungo possibile. Essi hanno memoria lunga e il loro quadro fessurativo è un vero e proprio archivio delle vicende che li hanno coinvolti. Dunque è in questi quadri che è possibile rintracciare i segni sia del sisma sia degli eventuali provvedimenti presi dall’uomo per riparare o contrastare i suoi effetti. Tenendo, inoltre presente che ogni intervento di riparazione di danni è anche una prevenzione per il terremoto successivo e, in tal senso, diviene un presidio antisismico.
Naturalmente se in antico vi furono tentativi di contrasto al terremoto, essi non si presenteranno certo come frutto di teorie astratte di carattere scientifico sistematizzate, ma piuttosto come occasionale contrasto pratico agli effetti del terremoto. L’indagine quindi va condotta per ogni monumento, ricercando, per esempio, tutti quegli elementi capaci per evidenza di opporsi alle sollecitazioni a taglio attivate dal sisma.

Der Vortrag ist Teil der DAI-Präsenation Entangled History - Vernetzte Geschichte zum Europäischen Kulturerbejahr 2018.
Weitere Informationen und Events finden Sie hier: www.dainst.org/kulturerbejahr2018



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