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Event Summary

Gab es einen Plan? Das bandkeramischen Dorf von Altscherbitz
Wann : 23.01.2020   18:15 - 20:00
Art : Vortrag

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Wir freuen uns im Rahmen der Vortragsreihe des Fördervereines „Freunde der Archäologie in Europa e. V.“ die RGK-Kollegin Dr. Isabel Hohle als Rednerin begrüßen zu dürfen!

Der vollständige Titel ihres Vortrages lautet "Gab es einen Plan? Die räumliche und soziale Organisation des bandkeramischen Dorfes von Altscherbitz (Sachsen)".

Am Beginn der Jungsteinzeit in Mitteleuropa steht die Kultur der Linearbandkeramik (5500-4900 v. Chr.), die sich entlang der Lößregionen ausbreitete und neben der sesshaften Lebensweise mit Landwirtschaft, durch die namengebende Keramikverzierung und die typischen Langhäuser charakterisiert ist. Sie siedelten in kleinen Weilern oder Dörfern mit teilweise mehreren hundert Gebäuden; einige Siedlungen waren mit einem Graben umgeben. Gräberfelder und Bestattungen in Siedlungen sind für einige Regionen belegt. Die Bandkeramikforschung ist dennoch eine Siedlungsforschung, da die Anzahl der Häuser und Siedlungen in einem deutlichen Missverhältnis zur Anzahl bekannter Bestattungen stehen. Welche Aussagen zur sozialen Organisation der damals lebenden Gemeinschaften lassen sich anhand der Überreste aus Siedlungen gewinnen? Das Bild von den bandkeramischen Gemeinschaften ist noch deutlich geprägt von der Annahme autonom oder gar autark wirtschaftender Haushalte, die locker verteilt in den Siedlungen lebten. Dieser haushaltszentrierte Fokus versperrt jedoch den Blick auf die Siedlungen als Ganzes und auf gemeinschaftliche Formen der sozialen Organisation.
Der Vortrag stellt die Ergebnisse der Auswertung der Siedlung mit Gräberfeld von Altscherbitz (Lkr. Nordsachsen) vor. Der Fundplatz wurde in seinen Ausmaßen vollständig erfasst, sodass Häuser und Befunde im Kontext der gesamten Siedlung betrachtet werden können. Zusammen mit der Analyse der Gräber, Keramik- und Steinartefakte sowie der Bestimmung der Tierknochen, ließ sich die Entwicklung eines jungsteinzeitlichen Dorfes nachzeichnen mit deutlichen Hinweisen für gemeinschaftliche Einrichtungen. Am Ende steht schließlich die Frage, ob der Siedlungsentwicklung nicht gar ein Plan zu Grunde lag?

Veranstaltungsort

Römisch-Germanische Kommission (RGK)

Palmengartenstraße 10-12
60325 Frankfurt am Main

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