Zwischen Ruine und Rekonstruktion: Der Tempel der Athena Kranaia

Zum nächsten Vortrag in der Reihe Bauforschung im Wiegandhaus begrüßen wir Elea Koenigsaecker. Sie spricht zum Thema „Zwischen Ruine und Rekonstruktion: Der Tempel der Athena Kranaia".

Der Tempel der Athena Kranaia bildet – soweit mit Methoden der Bauforschung fassbar – den architektonischen Ursprung des extraurbanen Heiligtums der antiken phokischen Stadt Elateia. Obwohl nur wenige Baureste erhalten sind, wurde bereits im Zuge der ersten Ausgrabungen vor über 100 Jahren ein erster Rekonstruktionsvorschlag vorgelegt, der den Forschungsstand bis heute maßgeblich geprägt hat. Im Mittelpunkt des Vortrags stehen die aktuelle Neubewertung der Baubefunde an der Tempelarchitektur und die daraus abgeleiteten Rekonstruktionsansätze, sowie die Einbeziehung der hangseitigen Stützmauer, die den Tempelvorplatz bildet. Vorgestellt werden neue Erkenntnisse zu Gestalt, Bauphasen und baulicher Einbindung, die eine Einordnung des Bauwerks in die Entwicklungsgeschichte des Heiligtums sowie die Kulttopographie der Phokis ermöglichen.

Elea Koenigsaecker hat Architektur und Historische Bauforschung und Denkmalpflege studiert. Seit 2021 ist sie Wissenschaftliche Hilfskraft am Architekturreferat des Deutschen Archäologischen Instituts. Zur gleichen Zeit begann sie ihr Promotionsvorhaben „Das Heiligtum der Athena Kranaia“ an der TU Berlin, das sie im Januar 2026 abgeschlossen hat. Die Arbeit ist als Teilprojekt in das interdisziplinäre „Kephissos Valley Project“ des DAI Athen eingebunden. Parallel ist sie seit ihrer Masterarbeit „Das südliche Treppenhaus mit dem Tunnelgang im Apollontempel von Didyma“ (2019) Teil von Forschungsprojekten in Didyma, zuletzt mit einer Bauuntersuchung der Säulen des Dipteros.

Der Vortrag findet um 18:00 Uhr c.t. im Gartensaal des Wiegandhauses (Eingang Peter-Lenné-Str. 28) statt. 

Der Vortrag wird parallel per Zoom übertragen. Zur Teilnahme am Zoom-Meeting können Sie sich hier registrieren.