Theater-Tempel-Areal am östlichen Stadteingang von Gadara/Umm Qays (Publikationsphase)

Das Gebiet mit dem Nordtheater, dem Tempelbezirk und der dazwischen verlaufenden Ost-West-Achse durch die Stadt ermöglicht Einblicke in die Stadtgeschichte und -entwicklung. Insbesondere mächtige Zerstörungs- bzw. Nutzungshorizonte erlauben eine nahezu lückenlose Dokumentation der Besiedelungsgeschichte.

Gadara - Umm Qays (Jordanien). Theater-Tempel-Areal, Blick nach Norden © DAI, Orient-Abteilung // C. Bührig

DAI Standort  Außenstelle Damaskus, Orient-Abteilung

Laufzeit  2003 - 2009

Projektverantwortlicher  Dr.-Ing. Claudia Bührig

Adresse 

Email  Claudia.Buehrig@dainst.de

Laufzeit  2003 - 2009

Partner  Department of Antiquities of Jordan (DoA)

Förderer  Außenstelle Damaskus der Orient-Abteilung

Projekt-ID  1908

Permalink  https://www.dainst.org/projekt/-/project-display/115700

Überblick

Zwischen 2002 und 2009 konzentrieren sich die Forschungen der Orient-Abteilung auf die bau- und kulturhistorische sowie städtebaulich-kontextuelle Analyse des Gebäudeensembles im Osten der Stadt, dem gesamten Bereich des sog. Theater-Tempel-Areal. Ergänzt werden die Arbeiten durch Naturwissenschaftliche Untersuchungen an Keramik und Inkrustationsmarmor, Archäozoologische Untersuchung sowie die Erarbeitung einer datierenden Referenzstratigraphie in dem Areal.

Am östlichen Stadteingang von Gadara entstand ab der 1. Hälfte des 2. bis Anfang des 1. Jhs. v. Chr. auf einer dem Siedlungshügel nordöstlich vorgelagerten Geländeterrasse, ein großflächiger, künstlich eingeebneter Tempelbezirk. Er nahm das vermutlich Zeus Olympios geweihte Hauptheiligtum der Stadt auf.

Im Laufe der Jahrhunderte entstand durch bauliche Erweiterungen – und nach regelmäßigen Umgestaltungen – ein in der Region einzigartiges, komplexes Ensemble aus sakralen und zivilen Bauten, das von der Ost-West orientierten Hauptverkehrsachse der Stadt durchschnitten wurde. Zudem übernimmt das Theater-Tempel-Areal eine Schlüsselrolle in der Untersuchung zu den Bauphasen und zur Wasserverteilung über den unteren Tunnel, den sog. ´Qanat Turab.

An diesem kontinuierlich genutzten Areal besteht die einzige Möglichkeit, die Besiedlungsgeschichte der Stadt durch mächtige Zerstörungs- bzw. Nutzungshorizonte nahezu lückenlos zu dokumentieren.

Das Theater-Tempel-Areal umfasst zum einen das Nordtheater, das sich im Süden an den Hang des Siedlungshügels schmiegt und in das 1. Jh. n. Chr. datiert werden kann, zum anderen den großflächigen späthellenistischen Tempelbezirk mit dem Podientempel I im Norden.

Das Nordtheater ist mit seinem Bühnengebäude axial auf den Tempelbezirk ausgerichtet. Die zwischen diesen beiden Baukomplexen vermittelnde große Freifläche wird von der Ost-West-Achse der Stadt durchschnitten und im Osten von der noch unausgegrabenen Stadtbefestigung einschließlich Osttor begrenzt.

Die Arbeiten im Theater-Tempel-Areal waren eingebettet in die Clusterforschungen des DAI. Neben dem Cluster 4 "Heiligtümer. Kulttopographie und Kommunikationsformen im sakralen Kontext" waren die Forschungen auch im Rahmen des Cluster 3 "Politische Räume. Urbaner Raum" angesiedelt.

Arbeiten im Nordtheater
Gadara - Umm Qays (Jordanien). Arbeiten im Nordtheater © DAI, Orient-Abteilung // C. Bührig
Arenaeinbau im Nordtheater
Gadara - Umm Qays (Jordanien). © DAI, Orient-Abteilung // C. Bührig
Bestandsplan
Gadara - Umm Qays (Jordanien). Bestandsplan des Theater-Tempel-Areals © DAI, Orient-Abteilung // C. Bührig & C. Hartl-Reiter
Marmorstatuette des Zeus Nikephoros
Gadara - Umm Qays (Jordanien). Marmorstatuette des Zeus Nikephoros © DAI, Orient-Abteilung // I. Wagner
Podientempel I
Gadara - Umm Qays (Jordanien). Podientempel I mit Theater-Tempel-Areal, im Hintergrund das Nordtheater © DAI, Orient-Abteilung // C. Bührig
Podientempel II
Gadara - Umm Qays (Jordanien). © DAI, Orient-Abteilung // I. Wagner