Qasr Burqu. Siedlungstätigkeit und Ressourcennutzung in der Wüstensteppe im Übergang vom 3. zum 8. Jh. (Jordanien)

Die Forschungen in Qasr Burqu richten den Fokus auf die Siedlungstätigkeit, Nutzung der natürlichen Ressourcen, wie beispielsweise dem Wassermanagement, und die Vernetzung in der Wüstensteppenregion im Nordosten Jordaniens (der sog. Badia) im Übergang von der römischen zur frühislamischen Zeit.

Übersicht Qasr Burqu mit Wādī Muqāt © DAI // Doris Schäffler

DAI Standort  Außenstelle Damaskus, Orient-Abteilung

Laufzeit  seit 2022

Disziplinen  Architekturgeschichte, Landschaftsarchäologie, Umweltarchäologie

Projektverantwortlicher  Dr.-Ing. Claudia Bührig

Adresse 

Email  Claudia.Buehrig@dainst.de

Laufzeit  seit 2022

Disziplin  Architekturgeschichte, Landschaftsarchäologie, Umweltarchäologie

Methoden  Architektonische Bauaufnahme, Dokumentation, Feldforschung, Materialuntersuchungen, Prospektionsmethoden, Räumliche Auswertungen, Restaurierungs- und Denkmalpflegemethoden, Simulationen, Statistik, Structure from Motion (SfM), Vergleiche

Partner  Department of Antiquities of Jordan (DoA), Referat Naturwissenschaften an der Zentrale, Royal Society for the Conservation of Nature (RSCN)

Förderer  Außenstelle Damaskus der Orient-Abteilung

Projekt-ID  5586

Überblick

Das Projekt ´Qasr Burqu´ befasst sich mit der Siedlungsstätigkeit in einer Wüstensteppenregionen in der Zeit vom 3. zum 8. Jh. n. Chr. Das Bauensemble wandelte sich von einem römischen Militärposten über einen byzantinischen Pilger, hin zu einer isoliert gelegenen, temporär genutzten Residenz der Eliten mit kleineren landwirtschaftlich genutzten Siedlungsplätzen im Umfeld. Im Projekt werden die Funktionalität und Baukonstruktion des Ensembles sowie seiner wasserwirtschaftlichen Anlagen untersucht.

Die Erforschung der Ressourcennutzung und der gewählten Anpassungsstrategien, beispielsweise des Wassermanagements, bietet neue Erkenntnisse zu den Aspekten des Lebens in ariden Regionen.

Einerseits peripher gelegen, bestimmte insbesondere die Anbindung in überregionale, von Nordarabien in Richtung Damaskus bzw. Palmyra orientierte Infrastrukturnetzwerke die Standortwahl.

Das unmittelbar an das Bauensemble Qasr Burqu angrenzendes Reservoir im Wādī Muqāt versorgt das Gebiet nahezu ganzjährig mit Wasser. Das Wasser wurde durch einen wellenförmig, das Wadi durchquerenden, massiv gemauerten Damm aufgestaut, der so ein Süd- und ein Nordreservoir trennt.

Die ganzjährige Verfügbarkeit von Wasser in der Region ist aktuell besonderes Thema von der Royal Society for the Conservation of Nature. In Zusammenarbeit mit dem jordanischen Antikendienst und den Naturschützern soll das Kultur- und Naturerbes des Qasr Burqu mit dem "Burqu Nature Reserve" öffentlich präsentiert werden.

Qasr Burqu. TTurm aus der römischen Zeit. Sicht auf die Süd- und Westfassade. © DAI // Claudia Bührig
Qasr Burqu 2022. Orthobild der Anlage auf Basis von SfM © DAI // Doris Schäffler
Qasr Burqu und das Wasserreservoir. Blick von Nordwesten © DAI // Claudia Bührig
Qasr Burqu. Überblick von Südosten. © DAI // Claudia Bührig
Qasr Burqu. Damm am Südreservoir © DAI // Claudia Bührig
Qar Burqu. Graffiti/Rockart © DAI // Claudia Bührig