Selbstverpflichtung

Selbstverpflichtung

Maßnahmen des Kulturerhalts, der Vermittlung, der Ausbildung sowie der touristischen Erschließung haben neben den wissenschaftlichen Fragen eine neue Wertigkeit und rechtliche Verbindlichkeit durch die international gültigen rechtlichen Grundlagen moderner archäologischer Forschung (z. B. The European Convention on the Protection of the Archaeological Heritage, signed at Valetta, 16.1.1992, für Deutschland Bundesgesetzblatt vom 15. Oktober 2002) erhalten. Diesen international gesetzten Standards ist das DAI in seiner Arbeit verpflichtet und setzt mit eigenen Entscheidungen und Leitfäden selbst Standards.

So unterzeichnete das DAI beim internationalen Treffen "Terra Scythica" in Nowosibirsk 2011 das Memorandum zur Qualitätssicherung archäologischer Grabungen. Eckpunkte des Handelns des DAI sind auch in einem Joint Statement of the Principle on the Protection of Archaeological Sites, Monuments and Museums formuliert, das das DAI 2007 unterzeichnet hat.

Solche rechtlichen und ethischen Leitlinien bestimmen auch die Praxis der Veröffentlichung in Publikationsorganen des Deutschen Archäologischen Instituts. Sie umfassen somit auch den Umgang mit archäologischen Artefakten, die nicht aus legalen Ausgrabungen stammen. Das Direktorium des Deutschen Archäologischen Instituts hat eine Richtlinie, die für sämtliche Publikationen des Instituts gilt, auf seiner Konferenz am 07. Mai 2012 einstimmig verabschiedet. Sie ist in dieser Form auch von der Zentraldirektion des Deutschen Archäologischen Instituts auf seiner Sitzung am 11. Mai 2012 ausnahmslos begrüßt worden. Für die Herausgeber sämtlicher Publikationsorgane des Deutschen Archäologischen Instituts gilt deshalb, dass mit Stichdatum 14. November 1970 keine Artefakte, weder aus privaten noch öffentlichen Sammlungen, publiziert werden, deren legale Herkunft nicht eindeutig nachgewiesen ist. Ausnahmen können in Absprache mit den Herausgebern gemacht werden, wenn das Ziel der Publikation auch ist, den Verlust des archäologischen Kontextes zu thematisieren. Artefakte unbekannter Herkunft, die bereits anderweitig in Ausstellungsmaterialien, Katalogen oder anderen Publikationen vorgelegt wurden, können nur dann in Publikationen des DAI einbezogen werden, wenn der Umstand der unbekannten Herkunft deutlich hervorgehoben und problematisiert wird.

2013 zeichnete das DAI zudem die Berliner Erklärung "Berlin Declaration on Open Access to Knowledge in the Sciences and Humanities".

Im Rahmen des DFG-Projektes IANUS (Forschungsdatenzentrum für die Altertumswissenschaften) wurde der vom DAI veröffentlichte IT-Leitfaden durch neue "Empfehlungen zum nachhaltigen Umgang mit Daten in den Altertumswissenschaften" aktualisiert und ersetzt (http://www.ianus-fdz.de/it-empfehlungen). Ein Ausbau des für die deutsche Archäologie erstellten Grabungshandbuchs und Leitfadens des Verbandes der Landesarchäologen in Hinsicht auf die speziellen Anforderungen der Auslandsarchäologie des DAI soll in Kooperation mit dem Verband der Landesarchäologen in Angriff genommen werden (Grabungstechnikerhandbuch).