Digitalisierung Archive

Digitalisierung von Archivmaterial und die iDAI.world

Im Einklang mit den Empfehlungen des Wissenschaftsrats aus dem 2015 https://www.wissenschaftsrat.de/download/archiv/4907-15.pdf) sollen in den nächsten Jahren große Teile der Archivbestände aller Abteilungen des DAI erschlossen, digitalisiert und in der iDAI.world präsentiert werden.

Grundlagen der hierbei angewandten Qualitätsstandards und Workflows sind die bei der Digitalisierung des Archivs von Friedrich W. Hinkel (https://arachne.dainst.org/project/hinkel), des Nachlasses von Theodor Wiegand und der sog. Gelehrtenbriefe (https://arachne.dainst.org/project/gelehrtenbriefe) gewonnene Expertise sowie einschlägige Standards aus dem Bereich der Bibliotheks- und Archivwissenschaften. In diesen Digitalisierungsprojekten wurden neben inhaltlichen Aspekten auch erstmals archivische Fragestellungen aufgegriffen. Zu den Archivbeständen des DAI gehören neben den klassischen Formen von Archivmaterial wie Nachlässen und Dokumenten aus der Schriftgutverwaltung bzw. Registraturen auch die Dokumentationen abgeschlossener und andauernder Grabungsprojekte.

Ziel der Digitalisierung ist neben einer langzeitverfügbaren digitalen Datensicherung der analogen Bestände die Bereitstellung vor allem dieser forschungshistorisch und wissenschaftlich einzigartigen Bestände für die breitere wissenschaftliche Öffentlichkeit. Die Auffindbarkeit der nunmehr digital verfügbaren Bestände in den Systemen der iDAI.world, ihre einfache Durchsuchbarkeit sowie die Interoperabilität der erschließenden Metadaten entsprechen den Vorgaben der Data Policy des DAI und damit den FAIR-Prinzipien. 
Gleichzeitig soll durch die Digitalisierung und eine Bereitstellung von digitalen Kopien auch die Bestandserhaltung der einzigartigen und z.T. sehr fragilen Materialien unterstützt werden.

Im Rahmen der oben genannten Projekte wurden für die hierbei anfallenden Arbeitsschritte entsprechende Workflows und Standards entwickelt, so dass die Digitalisierung und vor allem die Visualisierung in der iDAI.world in einer einheitlichen, aber dennoch flexiblen und projektspezifischen Anforderungen genügenden Form erfolgen kann.

 

Erschließung und Qualitätsmanagement

Die Erschließung und Digitalisierung der Archivbestände des DAI folgt nationalen und internationalen Normen und Standards und wird unter Einhaltung der relevanten Archiv- und Datenschutzgesetzgebung durchgeführt.

Die Verzeichnung der Archivbestände in iDAI.archives (s.u.) folgt dem internationalen Anwendungsstandard General International Standard Archival Description (ISAD(G)) des Internationalen Archivrates. Orts- und Personendaten werden dabei mithilfe von Normdatensystemen standardisiert eingegeben. Für Ortsdaten wird hierbei der iDAI.gazetteer (https://gazetteer.dainst.org/) verwendet, der innerhalb der iDAI.world als zentrales Verzeichnis für geographische Einheiten und Referenzsystem fungiert. Informationen zu Personen werden nach den Konventionen der Gemeinsamen Normdatei (GND) bzw. des Virtual International Authority File (VIAF) erfasst und standardisiert. Ein überregionaler Nachweis der Bestände im Archivportal-D wird angestrebt.

Die DAI-internen Digitalisierungsstandards basieren auf den „Praxisregeln Digitalisierung der Deutschen Forschungsgemeinschaft aus dem Jahr 2016 (https://www.dfg.de/formulare/12_151/12_151_de.pdf), gehen jedoch aufgrund der Erfahrungen aus den oben genannten Projekten und den sehr guten Speichermöglichkeiten des DAI gerade in Bezug auf Auflösung und Farbtiefe z.T. weit über diese hinaus.

Welche iDAI.world- Systeme werden für die Darstellung von Archivmaterial verwendet?

Für die Erschließung und Darstellung von Archivmaterial werden die folgenden Systeme der iDAI.world verwendet:

iDAI.archives: Bei iDAI.archives (http://archives.dainst.org) handelt es sich um eine am DAI implementierte Version des vom International Council on Archives erarbeiteten und open source verfügbaren Achivverwaltungssystems AtoM. IDAI.archives soll langfristig als Verwaltungs- und Nachweisinstrument für die Archivbestände des DAI fungieren, in dem auch über einen eigens am DAI-entwickelten Image-Browser mehrseitiges Archivmaterial dargestellt wird.

iDAI.objects: Für die Darstellung von einzelnen Archivobjekten bzw. Einzeldigitalisaten (wie z.B. Fotos, Dias und Zeichnungen) werden die sog. unstrukturierten Bestände von iDAI.objects (www.arachne.dainst.org) genutzt. Hierdurch werden die Daten dem archivischen Provenienzprinzip folgend in ihrem Bestandskontext dargestellt und dabei mithilfe einer topographischen Gliederung und ergänzenden inhaltlichen Metadaten durchsuchbar gemacht.

IDAI.geoserver: Der iDAI.geoserver (https://geoserver.dainst.org) dient als Repositorium für georeferenziertes digitales Material, wie beispielsweise digitalisierte topographische Karten und Pläne. Durch die die Georeferenzierung werden die vormals analogen Informationen in ihren geographischen Kontext gestellt und so für eine Weiternutzung beispielsweise in GIS-Systemen bereitgestellt.

 

Wer sind meine Ansprechpartnerinnen?

Ansprechpartnerinnen für Archivfragen (z.B. Erschließung, Bestandserhaltung etc.) und Digitalisierung (z.B. Strukturierung von Daten in iDAI.objects, iDAI.gazetteer, Uploads etc.):

Martina Düntzer, Archivarin der Zentrale (martina.duentzer@dainst.de) und

Solveig Lawrenz, Projektkoordinatorin Digitalisierung (solveig.lawrenz@dainst.de)

 

 

 

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Kontakt

Solveig Lawrenz
Koordinatorin Hinkel-Digitalisierungsprojekt
Archiv Friedrich Hinkel
Hohenzollerndamm 150-151
Haus 2
14199 Berlin
 
+49 (0)30 187711-274